Mit Verantwortung in die Zukunft – Nachhaltigkeit bei igefa

  • Interview

Nachhaltigkeit ist bei igefa mehr als ein Schlagwort. Sie ist fest in der Unternehmens-DNA verankert. Anja Schenke, Leiterin Nachhaltigkeit, hat ein paar Fragen von SAUBERE SACHE Heute beantwortet und erklärt, warum verantwortungsvolles Handeln bei igefa als „Herzensangelegenheit“ gilt, wie Nachhaltigkeit strategisch umgesetzt wird und mit welchen konkreten Lösungen Kundinnen und Kunden auf dem Weg zu einer nachhaltigeren Beschaffung unterstützt werden.

28. Januar 2026

Nachhaltigkeit wird bei igefa als „Herzensangelegenheit“ beschrieben. Was bedeutet das konkret?

Für uns ist Nachhaltigkeit kein kurzfristiger Trend, sondern ein fester Bestandteil unserer Unternehmensidentität. Sie prägt unsere Entscheidungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette – vom Einkauf über die Logistik bis zur Beratung unserer Kundinnen und Kunden – und wird systematisch gemessen, gesteuert und weiterentwickelt. Wir übernehmen Verantwortung über das eigene Unternehmen hinaus, achten gemeinsam mit unseren Lieferanten auf Umwelt- und Sozialstandards und unterstützen unsere Kunden aktiv bei einer nachhaltigen Beschaffung. Für uns bedeutet „Herzensangelegenheit“, Nachhaltigkeit aus Überzeugung zu leben und wirtschaftlichen Erfolg mit ökologischer und sozialer Verantwortung zu verbinden. 

Im Vergleich zu anderen mittelständischen Unternehmen hat die igefa frühzeitig ein Nachhaltigkeitsmanagement eingeführt. Wie kam es dazu? Gab es eine treibende Kraft?

Verantwortungsvolles und langfristig orientiertes Handeln ist schon seit jeher Teil unserer Unternehmenskultur. Als familiengeprägtes Unternehmen denken wir nicht in kurzfristigen Zyklen, sondern in Generationen. Schon früh haben wir erkannt, dass wirtschaftlicher Erfolg dauerhaft nur dann möglich ist, wenn wir ökologische, soziale und ökonomische Verantwortung gemeinsam betrachten und aktiv steuern. Mit der zunehmenden Bedeutung von Themen wie Klimaschutz, Ressourceneffizienz und soziale Standards wurde uns klar, dass dieses Selbstverständnis auch in klare Strukturen, Ziele und Prozesse überführt werden muss. Eine einzelne „treibende Kraft“ im Sinne einer Person gab es dabei weniger, vielmehr war es eine gemeinsame Überzeugung von Geschäftsführung und Führungsriege, dass wir dieses Thema strategisch und professionell angehen müssen. Aus diesem inneren Antrieb heraus haben wir früh begonnen, Nachhaltigkeit systematisch zu managen, messbar zu machen und kontinuierlich weiterzuentwickeln – nicht, weil es von außen gefordert wurde, sondern weil es unserem eigenen Anspruch an verantwortungsvolles Unternehmertum entspricht. 

Welche Rolle spielen internationale Initiativen wie der UN Global Compact auch im täglichen Handeln?

Für uns bei der igefa dienen internationale Initiativen wie der UN Global Compact als praxisnaher Leitfaden für unser tägliches Handeln. Die Prinzipien zu Menschenrechten, Arbeitsnormen, Umwelt- und Anti-Korruptions-Standards leiten unsere Entscheidungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Sie helfen uns, Lieferanten, interne Prozesse und tägliche Abläufe regelmäßig zu prüfen und sicherzustellen, dass wir Verantwortung gegenüber Mensch und Umwelt konsequent umsetzen. 

Warum ist Transparenz (CDP, EcoVadis) ein so zentraler Bestandteil Ihrer Nachhaltigkeitsarbeit?

Wir wollen nicht nur Verantwortung übernehmen, sondern auch nachweisbar gestalten. Instrumente wie die Science Based Targets initiative (SBTi), CDP oder EcoVadis ermöglichen es uns, unsere ökologischen, sozialen und ökonomischen Maßnahmen systematisch zu erfassen, zu bewerten und öffentlich darzustellen. So schaffen wir Vertrauen bei Kundinnen und Kunden, Lieferanten und Partnern, machen Fortschritte messbar und können unsere Strategien kontinuierlich verbessern. Transparenz bedeutet für uns also Verantwortung zeigen, Fortschritt dokumentieren und glaubwürdig handeln. 

Viele Facility-Management- und Gebäudereinigungsunternehmen wollen nachhaltiger beschaffen, wissen aber nicht, wo sie anfangen sollen. Wie kann der „ingreen Report“ von igefa helfen?

Der ingreen Report ist ein praxisorientierter Nachhaltigkeitsservice, der den Einstieg in eine nachhaltigere und effizientere Beschaffung erleichtert. Er beginnt mit einer Bestandsaufnahme des aktuellen Produktportfolios sowie der Prozesse und analysiert die Lieferkette anhand ökologischer und sozialer Kriterien. Basierend darauf zeigt er konkrete Optimierungsmöglichkeiten und nachhaltigere Alternativen auf. Über das interaktive ingreen Dashboard können Kundinnen und Kunden diese Daten intuitiv und effizient auswerten. Damit aus Erkenntnissen konkrete Veränderungen entstehen, unterstützen Handlungsempfehlungen und Beratung bei der Umsetzung im Alltag. So hilft der ingreen Report Unternehmen, bestehende Abläufe kritisch zu hinterfragen, Lieferketten transparenter zu gestalten und messbare Fortschritte bei einer nachhaltigeren und effizienteren Beschaffung zu erzielen, wodurch Nachhaltigkeit planbar und praktikabel in den Arbeitsalltag integriert wird. 

Ergänzend dazu gibt es den „ingreen nachhaltigen Warenkorb“. Worin liegt der Mehrwert für Kundinnen und Kunden von igefa?

Der „ingreen nachhaltiger Warenkorb“ bietet Unternehmen die Möglichkeit, ihren ökologischen Fußabdruck zu reduzieren und nachhaltiger zu wirtschaften, indem er Produkte in den Vordergrund stellt, die im Hinblick auf Umwelt- und Sozialstandards wesentlich besser abschneiden als Vergleichsartikel. Er schafft klare Orientierung in einem Markt voller teils undurchsichtiger Nachhaltigkeitsversprechen und unterstützt bei der effizienten Auswahl wirklich nachhaltigerer Produkte. Die Aufnahme eines Produkts erfolgt nach einem zweistufigen Prüfverfahren: Zunächst müssen die Hersteller ein externes CSR- Assessment bestehen oder die von der igefa definierten Herstellerkriterien erfüllen, die Themen wie Arbeitsbedingungen, Klima, Umwelt- und Energiemanagement sowie Reporting abdecken. Danach wird der Produktlebenszyklus analysiert. 

Können Sie uns diese Analyse des Produktlebenszyklus noch genauer beschreiben?

Wir betrachten jedes Produkt vom Rohstoff über Produktion, Transport und Nutzung bis hin zum Ende seiner Lebensdauer (End-of-Life) systematisch. Dabei prüfen wir sowohl die Umweltauswirkungen – etwa Energie- und Wasserverbrauch, CO2-Emissionen oder Abfallaufkommen – als auch die sozialen Aspekte, zum Beispiel Arbeitsbedingungen entlang der Lieferkette. Diese Betrachtung bezieht sich auf alle Produkte, die in den ingreen Nachhaltigen Warenkorb aufgenommen werden sollen. Sie stellt sicher, dass nur Artikel ausgewählt werden, die nachweislich anspruchsvolle Umwelt- und Sozialstandards erfüllen. So können unsere Kundinnen und Kunden sicher sein, dass die Produkte aus dem Warenkorb, die sie nutzen, wirklich nachhaltiger sind – und nicht nur mit Schlagworten oder Labels beworben werden. 

Warum ist gerade die Beschaffung ein wirkungsvoller Hebel für mehr Nachhaltigkeit?

In der Beschaffung werden entscheidende Weichen für die gesamte Wertschöpfungskette gestellt. Bereits bei der Auswahl von Produkten, Materialien und Lieferanten kann Einfluss auf Umweltauswirkungen und soziale Aspekte genommen werden, von der Ressourcennutzung über CO2-Emissionen bis hin zu fairen Arbeitsbedingungen. Durch eine nachhaltige Beschaffung lassen sich direkt ökologische und soziale Auswirkungen reduzieren, Lieferketten transparenter gestalten und Innovationsanreize für umweltbewusstere Produkte setzen. Außerdem wirkt dieser Hebel langfristig, weil die Entscheidungen heute die Nutzung, Wartung und Entsorgung der Produkte von morgen beeinflussen. Wer bei der Beschaffung konsequent nachhaltiger handelt, wirkt weit über das eigene Unternehmen hinaus. 

Die Belieferung verursacht einen Großteil der Emissionen. Wie begegnet igefa dieser Herausforderung?

Wir begegnen dieser Herausforderung strategisch und mehrstufig. Unser von der Science Based Targets intiative (SBTi) validiertes Klimaziel – Netto-Null-Emissionen bis 2050 – treibt uns an, konkrete Maßnahmen entlang der gesamten Wertschöpfungskette abzuleiten, insbesondere bei der Belieferung. Dazu optimieren wir kontinuierlich unsere Logistikprozesse, zum Beispiel durch effiziente Tourenplanung, gebündelte Lieferungen und moderne Lagerlogistik, um Leerfahrten und unnötige Transportwege zu vermeiden. Gleichzeitig setzen wir zunehmend auf umweltbewusste Transportmittel und prüfen den Einsatz von alternativen Antrieben wie Elektrofahrzeugen. Ziel ist es, die Klimabelastung entlang der Lieferkette messbar zu reduzieren und gleichzeitig eine zuverlässige Belieferung unserer Kundinnen und Kunden sicherzustellen. 

Die aktuellen EU-Nachhaltigkeitsvorgaben für Unternehmen sind mit viel Dynamik und Unsicherheit verbunden. Wie positioniert sich die igefa in diesem Umfeld, und welche Ziele verfolgt sie für die Zukunft?

Nachhaltigkeit gehört bei uns seit vielen Jahren zum täglichen Handeln – lange bevor gesetzliche Vorgaben das Thema stärker in den Fokus gerückt haben. Deshalb gilt für uns heute mehr denn je: jetzt erst recht! Wir handeln aus Überzeugung, weil wir fest daran glauben, dass nachhaltiges Wirtschaften entscheidend für unsere Zukunftsstärke und unsere Verantwortung gegenüber Gesellschaft und Umwelt ist. Dabei zählen für uns nicht große Worte, sondern konkrete Taten – sie sind es, die echte Veränderung bewirken. 

Für die Zukunft planen wir, diesen Kurs konsequent fortzusetzen und auszubauen, unabhängig davon, wie sich die gesetzlichen Rahmenbedingungen entwickeln. Ziel ist es, Nachhaltigkeit noch stärker in allen Geschäftsbereichen zu verankern, die Transparenz und Messbarkeit der Fortschritte weiter zu erhöhen und die Angebote für Kundinnen und Kunden, wie den ingreen Nachhaltigen Warenkorb oder den ingreen Report, weiterzuentwickeln. Gleichzeitig wollen wir neue innovative Lösungen für umweltbewusste Logistik, ressourcenschonende Produkte und soziale Verantwortung entlang der gesamten Wertschöpfungskette vorantreiben. So wollen wir, unsere Nachhaltigkeitsstrategie langfristig schärfen und wirkungsvoll umzusetzen, um als Branchenvorbild zu wirken.