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aktuelle politische Entscheidungen, Neuigkeiten aus Unternehmen und andere spannende Themen
aktuelle politische Entscheidungen, Neuigkeiten aus Unternehmen und andere spannende Themen
Der Anteil der Beschäftigten, die innerhalb eines Jahres ihren Beruf wechseln, ist zwischen 2013 und 2024 deutlich gestiegen, bei Männern um 16 Prozent, bei Frauen um 10 Prozent. Das zeigt eine Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung IAB. Begründet wird dies vor allem durch wirtschaftliche Aufschwungphasen: Wer wechselt, tut es laut IAB weniger aus Not, sondern weil attraktivere Chancen locken. Die Pandemie bremste den Trend zwar vorübergehend, 2023 wurde jedoch ein neuer Höchststand erreicht. Berufliche Mobilität könne demnach die wirtschaftliche Transformation Deutschlands aktiv vorantreiben.
IAB
Die Ifo Exporterwartungen stiegen im Juli leicht auf -3,3 Punkte nach -3,6 im Juni. Das Bild ist branchengemischt: Hersteller von elektrischen Ausrüstungen, Getränken und Nahrungsmitteln sowie der Maschinenbau zeigen sich zuversichtlicher, während elektronische und optische Erzeugnisse sowie Metallerzeugnisse mit sinkenden Auslandsumsätzen rechnen. Die Automobilindustrie legte zwar leicht zu, bleibt aber im negativen Bereich.
Ifo Institut
Die Bundesbank erwartet für das zweite Quartal 2026 ein leichtes Wachstum des deutschen Bruttoinlandsprodukts von 0,1 Prozent. Getragen werde die Entwicklung vor allem von einer robusten Industrie, stabilen Konsumausgaben sowie staatlichen Investitionen. Ökonomenwarnen jedoch zugleich vor anhaltenden Inflationsrisiken und einer unsicheren Konjunkturentwicklung aufgrund des Konflikts zwischen den USA und dem Iran.
Zeit
Nvidia hat gemeinsam mit rund 40 Technologieunternehmen die „Open Secure AI Alliance“ (OSAA) gegründet, um offene Sicherheitsstandards und Schutzmechanismen für KI-Systeme zu entwickeln. Hintergrund ist ein Vorfall mit einem außer Kontrolle geratenen KI-Agenten; gleichzeitig verschärft die Initiative den Streit zwischen Befürwortern offener KI-Modelle und Anbietern geschlossener Systeme wie Google, OpenAI und Anthropic, die der Allianz nicht angehören.
Tagesspiegel
Der Ifo Geschäftsklimaindex ist im Juli auf 86,6 Punkte gestiegen – nach 85,7 im Juni. Das liegt vor allem an besseren Erwartungen für die kommenden Monate, während die Beurteilung der aktuellen Lage leicht nachgab. Verbesserungen zeigen sich quer durch die Branchen: Im Verarbeitenden Gewerbe belebte sich die Nachfrage, während der Materialmangel nachließ, im Handel sorgen weniger pessimistische Erwartungen für Aufhellung, und im Bauhauptgewerbe klagten weniger Unternehmen über fehlende Aufträge. Trotz der anhaltenden Unsicherheiten am Persischen Golf zeigt sich die deutsche Wirtschaft weniger pessimistisch als zuletzt.
Ifo Institut
Das neue Heizungsgesetz erlaubt wieder fossile Heizungen – doch langfristig werden sie deutlich teurer, zeigt eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft. Für eine typische Altbauwohnung steigen die jährlichen Heizkosten von aktuell rund 1.080 Euro auf 1.952 Euro im Jahr 2040. Den größten Kostenblock macht mit über 70 Prozent die verpflichtende Beimischung klimafreundlicher Gase aus. Hinzu kommen steigende Gasnetzentgelte, weil immer mehr Haushalte auf Wärmepumpen umsteigen und die Fixkosten auf weniger Nutzende verteilt werden. IW-Experte Ralph Henger warnt daher, sich jetzt noch Gasheizungen einbauen zu lassen.
IW Köln
Die Lage der deutschen Industrie ist kritisch: Monatlich gehen laut Bundesverband der Deutschen Industrie rund 15.000 Arbeitsplätze verloren. BDI-Hauptgeschäftsführerin Tanja Gönner sieht die Ursachen in gesunkener Wettbewerbsfähigkeit, der US-Zollpolitik und chinesischen Marktverzerrungen. Die schleichende Deindustrialisierung sei jedoch aufzuhalten, etwa durch KI und Innovation, die gerade in der industriellen Produktion große Chancen böten.
Zeit Online
Nach turbulenten Tagen hat Deutschland einen neuen Bundesverkehrsminister: Steffen Bilger von der CDU, bisher Parlamentarischer Geschäftsführer der Unionsfraktion, übernimmt das Ressort von Patrick Schnieder, der nach Druck aus dem Kanzleramt um seine Entlassung bat. Kanzler Merz war zunehmend unzufrieden mit mangelnden Fortschritten bei Bahn und Infrastruktur. Die To-do-Liste für seinen Nachfolger ist lang: Viele Züge sind nach wie vor unpünktlich, zentrale Bausteine der Bahn-Strategie sind noch nicht umgesetzt, zahlreiche Brücken sind marode – und ab 2028 klaffen Milliardenlücken im Verkehrsetat.
n-tv
Nach der seit langem ersten Leitzinserhöhung im Juni – ausgelöst durch den Irankrieg – schaltet die Europäische Zentralbank vorerst auf Pause. Der Einlagenzinssatz bleibt bei 2,25 Prozent, der Hauptrefinanzierungssatz bei 2,4 Prozent. Die Inflationsrate in der Eurozone war zwar zuletzt von 3,2 auf 2,8 Prozent gesunken, der Zielwert von zwei Prozent ist jedoch noch nicht erreicht. Wirtschaftsverbände begrüßen die Entscheidung: Eine weitere Zinserhöhung hätte angesichts der ohnehin schwachen Konjunktur zusätzlichen Schaden angerichtet.
Stern
Gleich mehrere neue Regelungen treten jetzt in Kraft. Die wohl sichtbarste: Ab dem 2. August müssen Chatbots, Voicebots und KI-generierte Inhalte EU-weit klar als solche gekennzeichnet sein. Ebenfalls ab August gelten strengere Formaldehyd-Grenzwerte für Möbel, Bodenbeläge und Bauprodukte, denn der Stoff ist seit 2014 als krebserzeugend eingestuft. Für 19 Bauberufe gelten ab dem 1. August neue Ausbildungsordnungen mit gestreckter Abschlussprüfung und stärkerem Fokus auf Nachhaltigkeit und Digitalisierung. Ab dem 12. August greifen erste Pflichten der neuen EU-Verpackungsverordnung mit strengeren Anforderungen an Wiederverwendbarkeit und Recycling. Und wer ab nächsten Monat eine neue Photovoltaikanlage in Betrieb nimmt, erhält eine leicht gesunkene Einspeisevergütung.
Anwalt.de
Ein Urteil des Europäischen Gerichtshofs könnte Millionen Beschäftigte in Deutschland betreffen: Wer morgens am Betriebshof einsteigt und im Firmenwagen zu wechselnden Einsatzorten gebracht wird, befindet sich laut EuGH sowohl auf der Hin- als auch auf der Rückfahrt in Arbeitszeit. Das EU-Recht kennt nur die Kategorien „Arbeitszeit” oder „Ruhezeit”, eine „Reisezeit" gibt es nicht. Besonders betroffen sind Beschäftigte im Bauhauptgewerbe und im Gebäudereiniger-Handwerk, rund 1,8 Millionen Menschen. Ob für sie automatisch ein Anspruch auf höhere Vergütung folgt, hängt vom Arbeits- oder Tarifvertrag ab – zumindest aber darf der Mindestlohn im Mittel nicht unterschritten werden.
Frankfurter Rundschau
Arbeitgeberpräsident Rainer Dulger warnt vor massiven Mehrkosten durch die geplante Rentenreform: Allein die neue Kapitalrente, für die Arbeitgeber und Beschäftigte zusätzlich zwei Prozent des Bruttoeinkommens zahlen sollen, bedeute eine Mehrbelastung von mehr als 40 Milliarden Euro pro Jahr. Dulger lobt das Ziel kapitalgedeckter Altersvorsorge, fordert aber Entlastungen an anderer Stelle. Besonders scharf kritisiert er die geplante Abschaffung der Steuer- und Sozialversicherungsfreiheit bei Minijobs – diese würden reguläre Stellen nicht verdrängen, sondern seien ein wirksames Instrument gegen Schwarzarbeit.
Wiwo
Sieben Prozent der Vollzeitbeschäftigten in Deutschland arbeiteten 2025 regelmäßig 49 Stunden und mehr pro Woche – bei Selbstständigen mit Beschäftigten sind es sogar 44,5 Prozent. Das zeigen aktuelle Daten des Statistischen Bundesamts. Auffällig ist der Altersunterschied: Während nur 1,4 Prozent der unter 25-Jährigen überlang arbeiten, sind es bei den 55- bis 64-Jährigen fast zehn Prozent – ein Effekt, der auch mit dem hohen Anteil von Führungskräften in dieser Altersgruppe zusammenhängt. Im Schnitt kamen Vollzeitbeschäftigte 2025 auf 40,2 Stunden pro Woche.
Destatis
Der Rücktritt von Jens Spahn als Unionsfraktionschef zieht ein Dominospiel an Personalentscheidungen nach sich. Gesundheitsministerin Nina Warken soll neue Kanzleramtsministerin werden, CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann rückt ins Gesundheitsministerium nach. Als neue CDU-Generalsekretärin ist Bundesschatzmeisterin Franziska Hoppermann im Gespräch – sie wäre erst die dritte Frau in diesem Amt nach Angela Merkel und Annegret Kramp-Karrenbauer. Das Tempo der Rochade ist kein Zufall: Im Herbst stehen schwierige Wahlkämpfe in Berlin, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt an.
Süddeutsche Zeitung
Die Beschäftigungsquote von Zuwanderern in der EU hat 2025 mit gut 68 Prozent einen neuen Höchststand erreicht. Besonders stark stieg die Erwerbsbeteiligung von Nicht-EU-Zugewanderten. Das zeigt ein Bericht des Centre for Research and Analysis of Migration bei der Rockwool Foundation Berlin. Ungenutztes Potenzial bleibt dennoch groß: Frauen aus Nicht-EU-Ländern und hochqualifizierte Zugewanderte sind weiterhin seltener beschäftigt als Einheimische – ein Problem, das angesichts des Fachkräftemangels zunehmend ins Gewicht fällt.
IDW Online
Der deutsche Facility-Service-Markt wächst trotz schwieriger Konjunkturlage weiter: Das Marktvolumen stieg 2025 um 2,7 Prozent auf 68,7 Milliarden Euro, technische Service-Provider legten sogar um 9,6 Prozent zu. Das zeigt die aktuelle Lünendonk-Studie 2026. Bis 2030 erwarten die Anbieter jährliche Zuwächse von über sechs Prozent. Dies liegt unter anderem an den neuen regulatorischen Anforderungen wie dem KRITIS-Dachgesetz. Der digitale Reifegrad steigt: Bereits elf Prozent der Studienteilnehmer setzen KI-gestützte Lösungen ein. 64 Prozent nennen jedoch fehlendes Geld als größte Digitalisierungsbremse.
Lünendonk
Die Zahl der anerkannten Arbeitsunfälle in der österreichischen Gebäudereinigung ist zwischen 2021 und 2025 um 14 Prozent gestiegen, die dadurch verursachten Kosten für Betriebe sogar um 56 Prozent, von rund 2,2 auf 3,8 Millionen Euro. Das zeigen Daten der Allgemeinen Unfallversicherungsanstalt AUVA. Als Ursachen für den Anstieg nennt die AUVA Personalmangel, Zeitdruck, hohe Fluktuation und den Einsatz unerfahrener Kräfte. Rund 20 Prozent des Kostenanstiegs entstehen durch eine neue Berechnungsmethode, der Großteil erklärt sich jedoch durch gestiegene Tariflöhne.
Reinigung aktuell
Deutschland hat beim Ausbau der Windenergie auf See eine wichtige Schwelle überschritten: Erstmals sind mehr als zehn Gigawatt Leistung installiert – knapp 1.800 Anlagen in Nord- und Ostsee versorgen rechnerisch 8,7 Millionen Haushalte. Das meldet der Bundesverband Windenergie Offshore. Weitere Projekte mit 2,6 Gigawatt haben bereits grünes Licht für die finale Investitionsentscheidung erhalten. Bis 2032 könnten insgesamt 30 Gigawatt Offshore-Windleistung installiert sein. Ein Vorteil gegenüber Anlagen an Land: Auf See erreichen die Turbinen mit bis zu 4.500 Volllaststunden deutlich höhere Erträge.
Handelsblatt
Im ersten Halbjahr 2026 floss deutlich mehr Wagniskapital in deutsche Start-ups: 5,3 Milliarden Euro insgesamt – 14 Prozent mehr als im Vorjahr, so eine Erhebung von EY-Parthenon. Allerdings verteilte sich die Summe auf weniger Finanzierungsrunden, deren Zahl um elf Prozent sank. Das Kapital konzentriert sich zunehmend auf große Runden. Zwei Drittel der Finanzierungen lagen bei über 50 Millionen Euro. Zu den größten Profiteuren zählten der Roboterbauer Neura Robotics, der KI-Spezialist Parloa und der Raketenbauer Isar Aerospace. Erstmals flossen in drei Bundesländer – Berlin, Baden-Württemberg und Bayern – jeweils mehr als eine Milliarde Euro.
Spiegel Online
Die Angebotsmieten in Deutschland sind im zweiten Quartal 2026 um vier Prozent gegenüber dem Vorjahr gestiegen, in Großstädten außerhalb der Metropolen sogar um knapp fünf Prozent. Das zeigt eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln. Besonders stark zogen die Mieten in Köln an mit fast acht Prozent und Hamburg mit 5,5 Prozent, während Berlin und Stuttgart vergleichsweise moderat zulegten. Gleichzeitig ist das Mietangebot bundesweit um knapp zwölf Prozent eingebrochen, in Hamburg wurde es sogar mehr als halbiert. Auf dem Kaufmarkt sieht es anders aus: Dort ist das Angebot groß, doch viele Kaufwillige scheitern an der Finanzierung.
Tagesschau
Die Bundesregierung hat sich mehr Tarifbindung auf die Fahnen geschrieben, doch bei den eigenen Unternehmen hapert es gewaltig: Nur 16 von 57 Bundesbetrieben sind unmittelbar an eigene Tarifverträge gebunden, elf haben nicht einmal tarifähnliche Regelungen. Das geht aus einer Antwort des Bundesfinanzministeriums auf eine Anfrage des Linken-Abgeordneten Pascal Meiser hervor. Deutschland hat auf EU-Ebene eine Tarifbindungsquote von 80 Prozent angestrebt – tatsächlich liegt sie bei nur 49 Prozent. Meiser wirft der Koalition Scheinheiligkeit vor: Wer Tariftreue von anderen fordere, müsse sie zunächst im eigenen Haus durchsetzen.
Tagesspiegel
Die Menge an Wüstenstaub aus Nordafrika, der in Europa niedergeht, hat sich in den vergangenen 150 Jahren mehr als verdoppelt. Allein in den letzten zehn Jahren stieg sie um zehn bis 25 Prozent. Das zeigt eine Studie des schweizerischen Paul Scherrer Instituts, veröffentlicht in der Fachzeitschrift „Nature". Die Folgen sind doppelt spürbar: Einerseits gefährdet der Staub die Gesundheit von Menschen mit Herz- und Lungenerkrankungen, andererseits mindert er die Erträge von Solaranlagen erheblich. Forschende fordern Warnsysteme nach dem Vorbild bestehender Feinstaub- und Pollenvorhersagen.
Zeit Online
Für Unternehmen, die in den Aufbau oder die Modernisierung von Aluminiumhütten in den USA investieren, sollen künftig nur noch halbierte Zollsätze gelten. Das sieht eine neue Trump-Anordnung vor. Aktuell liegt der Importzoll auf Aluminium bei 50 Prozent und ist damit eine Belastung, die vor allem Automobil-, Maschinenbau- und Rüstungsindustrie trifft. Konkreter Anlass ist unter anderem der geplante Bau einer neuen Aluminiumhütte in Oklahoma durch Emirates Global Aluminium und Century Aluminum.
T-Online
Trotz wirtschaftlicher Unsicherheiten bleibt der österreichische Markt für Facility-Services auf Wachstumskurs. Der Umsatz externer Anbieter erreichte 2025 rund 7,2 Milliarden Euro und soll 2026 erneut um 3,1 Prozent steigen. Besonders gefragt sind technische Dienstleistungen, während Digitalisierung, Automatisierung und Künstliche Intelligenz die Branche zunehmend verändern und datenbasierte Services an Bedeutung gewinnen.
Reinigung aktuell
Der Krankenstand in Deutschland ist im ersten Halbjahr 2026 leicht auf 5,3 Prozent gesunken. Dies ist ein minimaler Rückgang gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Das zeigt eine Datenauswertung der DAK-Gesundheit von rund 2,2 Millionen erwerbstätigen Versicherten. Auffällig ist eine Verschiebung bei den Ursachen: Während Atemwegserkrankungen um 21 Prozent zurückgingen, nahmen psychische Erkrankungen um neun Prozent zu. Sie rückten damit erstmals an die Spitze der Gründe für eine Krankmeldung. Die durchschnittliche Krankschreibungsdauer stieg zudem leicht auf 9,7 Tage. DAK-Chef Andreas Storm sieht vor allem bei Langzeiterkrankungen Handlungsbedarf.
n-tv
Das mittlere Bruttomonatsentgelt vollzeitbeschäftigter Menschen lag 2025 bei 4.217 Euro. Dies ist ein Plus von 5,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr, getrieben vor allem durch höhere Tarifabschlüsse. Die aktuellen Daten der Bundesagentur für Arbeit zeigen auch, dass der Gender-Pay-Gap auf 309 Euro gesunken ist. Männer verdienten im Median 4.328 Euro, Frauen 4.019 Euro. Regional zeigten sich erhebliche Unterschiede: Hamburg führt mit 4.768 Euro, Mecklenburg-Vorpommern bildet mit 3.497 Euro das Schlusslicht. Auch Qualifikation und Alter spielen eine entscheidende Rolle. Akademikerinnen und Akademiker kommen auf einen Median von 6.146 Euro, Beschäftigte ohne Berufsabschluss auf 3.133 Euro.
Bundesagentur für Arbeit
Benzin kostet aktuell 2,15 Euro pro Liter. Nach dem achten Anstieg in Folge ist der Preis nur noch rund vier Cent vom Mehrjahreshoch entfernt. Diesel verteuerte sich zuletzt auf 2,18 Euro. Hauptgrund ist der seit Anfang Juli deutlich gestiegene Ölpreis, verschärft durch den aktuellen Ferienverkehr, der die Nachfrage an den Zapfsäulen um bis zu zehn Prozent erhöht. Der ADAC schließt nicht aus, dass bisherige Preisrekorde bei E10 noch überschritten werden. Neue Entlastungsmaßnahmen plant die Bundesregierung jedoch nicht – man werde mit den Schwankungen aufgrund der Lage an der Straße von Hormus noch eine Weile leben müssen.
Tagesschau
Die EU-Kommission hat einen Aktionsplan zur stärkeren Elektrifizierung sowie eine Reform des Emissionshandelssystems vorgestellt. Ziel ist es, die Wettbewerbsfähigkeit Europas zu stärken, die Dekarbonisierung voranzutreiben und die Abhängigkeit von importierten fossilen Brennstoffen zu verringern. Künftig soll der Energiebedarf stärker durch Strom aus heimischen, sauberen Quellen gedeckt werden, insbesondere in den Bereichen Industrie, Verkehr und Gebäude.
Europäische Kommission
Seit dem 1. Juni ist in Saarbrücken eine neue Firma für die Reinigung städtischer Gebäude zuständig. Damit einher gingen jedoch neue Probleme. Rund ein Dutzend Mängelmeldungen gingen bei der Stadt ein: ungeleerte Mülleimer, mangelhaft oder gar nicht gereinigte Räume, in einer Kita sogar Ameisen in der Mensa. Sowohl der Verband der Kitafachkräfte Saar als auch die Gewerkschaft IG BAU berichten von Hygienemängeln. Die Stadt hat der Firma eine 100-tägige Schonfrist eingeräumt. Bleibt die Leistung unzureichend, sollen ab September weitere Maßnahmen folgen.
SR
Bundeskanzler Friedrich Merz hat nach dem Rücktritt von Jens Spahn offen Kritik an dessen Informationspolitik geübt: Partei und Fraktion seien viel zu spät über die Leihmutterschaft in den USA in Kenntnis gesetzt worden. Einen Kabinettsumbau schloss Merz im ZDF-Sommerinterview nicht mehr aus, blieb dabei aber im Konjunktiv. Als möglicher Nachfolger an der Fraktionsspitze wird vor allem Kanzleramtschef Thorsten Frei gehandelt. Dessen Posten wäre wiederum neu zu besetzen. Eine Entscheidung soll noch vor Merz' Urlaubsbeginn Ende Juli fallen.
Focus Online
Während viele Industriebranchen in der Krise stecken, meldet das Handwerk einen Lichtblick: Zwischen Januar und Juni 2026 wurden bereits knapp 67.800 neue Ausbildungsverträge eingetragen – ein Plus von knapp fünf Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Handwerkspräsident Jörg Dittrich nennt mehrere Gründe: die Krise in der Industrie, eine wirkungsvolle Imagekampagne, bessere Verdienstmöglichkeiten und das wachsende Bewusstsein junger Menschen, dass KI handwerkliche Berufe kaum ersetzen kann. Noch sind über 20.000 Ausbildungsplätze offen. Dittrich fordert zugleich mehr Investitionen in marode Bildungszentren.
Handelsblatt
Seit dem 19. Juli gilt in der EU ein Vernichtungsverbot für unverkaufte Kleidung und Schuhe – zumindest für große Unternehmen. Grund ist, dass jährlich in Europa bis zu neun Prozent der unverkauften Textilien zerstört werden, bevor sie je getragen wurden. In Folge entstehen rund 5,6 Millionen Tonnen CO₂-Emissionen. Verbände und Umweltorganisationen sehen das Gesetz jedoch kritisch. Während der Gesamtverband der deutschen Textil- und Modeindustrie von einem „Papiertiger" spricht, sieht Greenpeace die Möglichkeit, dass Unternehmen das Verbot durch Falschdeklarationen umgehen. Solange funktionierende Strukturen für Sammlung, Sortierung und Recycling fehlten, löse das Gesetz die eigentlichen Probleme nicht.
Zeit Online
Bundesfinanzminister Lars Klingbeil und Bundesjustizministerin Stefanie Hubig haben einen Aktionsplan gegen Steuerkriminalität vorgelegt. Steuerhinterziehung soll wieder als Verbrechen eingestuft werden, mit bis zu 15 Jahren Haft. Die Möglichkeit zur strafbefreienden Selbstanzeige soll wegfallen. Unternehmen sollen eine Echtzeit-Meldepflicht für die Umsatzsteuer und eine Registrierkassenpflicht bekommen. Zusätzlich ist ein öffentliches Register für verurteilte Steuersünder sowie ein gemeinsames Kompetenzzentrum für Geldwäsche mit dem BKA geplant.
Zeit Online
Die Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft hat gemeinsam mit dem Zentralverband des Deutschen Dachdeckerhandwerks eine neue Arbeitsschutzprämie eingeführt. Gefördert werden temporäre Schutzsysteme gegen Absturz und Durchsturz – etwa bei Dacharbeiten, an Schalungen und Lichtkuppeln. Rund zwei Drittel aller tödlichen Arbeitsunfälle im BG-BAU-Bereich sind Absturz- oder Durchsturzunfälle, die Zahl der Durchstürze durch Lichtkuppeln steigt weiter. Betriebe können bis zu 50 Prozent der Anschaffungskosten gefördert bekommen.
Handwerk
Der Chef des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung, Bernd Fitzenberger, warnt vor einer vollständigen Abschaffung von Minijobs im Zuge der Rentenreform. Sein Vorschlag ist eine Bagatellgrenze von 250 Euro monatlich, unter der Minijobs sozialversicherungsrechtlich wie bisher weiterbestehen sollten. Ohne diese Regelung drohe ein Anstieg der Schwarzarbeit. Auch eine breite Allianz aus Handels-, Gastronomie- und Landwirtschaftsverbänden hatte die Bundesregierung per Brandbrief vor einer Abschaffung gewarnt.
n-tv
Jeder dritte Beschäftigte in Deutschland fühlt sich durch Hitze bei der Arbeit stark belastet, in Innenräumen ohne Klimaanlage sogar jeder Zweite. Das zeigt eine neue DGB-Umfrage unter 4.000 Beschäftigten. DGB-Chefin Yasmin Fahimi fordert deshalb ein gesetzlich geregeltes Hitze-Ausfallgeld für Tage, an denen Arbeit wegen extremer Temperaturen nicht möglich ist. Besonders betroffen sind Beschäftigte im Freien sowie unter hohem Zeitdruck. Jeden Hitzetag beziffert Fahimi mit 431 Millionen Euro Kosten für die Wirtschaft.
Rhein-Zeitung
Das Berliner Hauptzollamt hat fünf Personen festgenommen, darunter den Geschäftsführer einer Reinigungsfirma. Er soll Sozialversicherungsbeiträge in Höhe von 5,5 Millionen Euro nicht abgeführt und Beschäftigte gar nicht oder falsch angemeldet haben. Verschleiert wurde die Schwarzarbeit mit Scheinrechnungen von Scheinfirmen. Parallel zu den Haftbefehlen wurde Vermögen des Geschäftsführers in gleicher Höhe eingefroren – darunter Immobilien, Bargeld und ein Fahrzeug.
Tagesspiegel
Das sogenannte Entlastungskabinett hat in seiner zweiten Sitzung weitere Bürokratieabbau-Maßnahmen im Wert von 600 Millionen Euro jährlich verabschiedet. Seit Start der Agenda summieren sich die Entlastungen laut Digitalminister Wildberger auf 10,4 Milliarden Euro. Zu den konkreten Maßnahmen zählen die Reduzierung von Prüfpflichten für elektrische Anlagen, die Abschaffung uneinheitlicher Feiertagsfahrverbote, mehr Digitalisierung für Jobcenter und Gesundheitswesen sowie der Wegfall der Umweltplakettenpflicht für E-Autos.
Zeit Online
Eine Studie des Fraunhofer-Instituts für Arbeitswirtschaft und Organisation warnt vor massivem Stellenabbau in der europäischen Automobilproduktion. Im Auftrag des Arbeitgeberverbands Gesamtmetall untersuchten die Forschenden alle Bereiche der Antriebswertschöpfungskette. Ergebnis: Bereits bis 2030 könnten 375.000 Arbeitsplätze wegfallen, bis 2040 insgesamt 726.000 – fast die Hälfte der aktuell 1,6 Millionen Beschäftigten in diesem Segment. Ohne gezielte Maßnahmen drohe Europa eine dauerhafte Abhängigkeit von Drittstaaten bei Schlüsseltechnologien.
Stern
Die Zahl der Babyboomer in Altersrente ist 2024 auf rund sechs Millionen gestiegen. 1,1 Millionen davon bezogen eine vorzeitige Rente, also 200.000 mehr als im Vorjahr. Das zeigt ein Kurzbericht des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft. Obwohl die Regelaltersgrenze seit 2012 um zwölf Monate gestiegen ist, erhöhte sich das durchschnittliche Rentenzugangsalter nur um acht Monate. Grund ist, dass die Frührentenmöglichkeiten dem politischen Ziel entgegenstehen. Das Institut begrüßt daher die Rentenkommissionspläne, den abschlagsfreien Frührenteneintritt zu streichen.
Spiegel Online
Im Mai und Juni 2026 wurde in Deutschland so viel Sonnenstrom erzeugt wie noch nie. Jeweils mindestens ein Drittel des Stroms stammte aus Solarenergie. Auch EU-weit wurde im Juni ein Rekord aufgestellt: Erstmals war Solar mit 25 Prozent die größte einzelne Stromquelle, vor Kernenergie, Erdgas und Windkraft. Zum Vergleich: Im Juni 2021 lag der Solaranteil am EU-Strommix noch bei zehn Prozent. Während der Hitzewelle half der Solarstrom zudem, die hohe Kühlnachfrage zu decken, als Wind und andere Quellen an ihre Grenzen stießen.
Zeit Online
Laut Bahn-Auswertungen hat der Bund 2025 pro Einwohner 222 Euro in das Schienennetz investiert, das sind 24 Euro mehr als im Vorjahr. Trotzdem bleibt das Netz ein Sanierungsfall: Die Zustandsnote liegt weiterhin bei 3,0. Demnach müsse weiterhin jährlich unabhängig vom Haushalt ein großer Betrag für die Arbeiten eingeplant werden. Erschwerend kommt eine neue Bedrohung hinzu: Die Bahn zählte in diesem Jahr bereits 2.200 Sabotage-Vorfälle – sieben Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Ab 2028 bekommt die DB zudem Konkurrenz vom italienischen Bahnbetreiber Italo, der auf den lukrativsten deutschen Strecken fahren will.
n-tv
Die 25 führenden Sicherheitsdienstleister in Deutschland steigerten laut Lünendonk ihren Umsatz 2025 im Schnitt um 4,6 Prozent. Das ist weniger als im Vorjahr, da die schwache Konjunktur auch diese Branche erreicht hat. Zusammen erwirtschafteten sie 5,6 Milliarden Euro und beschäftigen über 97.000 Mitarbeitende. Marktführer bleibt Securitas mit 1,24 Milliarden Euro als einziges Unternehmen über der Milliardengrenze. Platz zwei belegt Kötter mit 659 Millionen Euro im Sicherheitssegment. Für die Jahre bis 2030 erwarten die Unternehmen wieder stärkeres Wachstum von bis zu 7,6 Prozent jährlich, bedingt durch neue gesetzliche Anforderungen an kritische Infrastrukturen.
Lünendonk
Von Anfang 2020 bis Mitte 2025 sind die Lebensmittelpreise in Deutschland um 36,3 Prozent gestiegen. Die allgemeine Inflation legte im selben Zeitraum dagegen nur um 22 Prozent zu. Das geht aus einer Antwort des Bundeslandwirtschaftsministeriums auf eine parlamentarische Anfrage hervor. Besonders stark verteuerten sich Geflügelfleisch, Milchprodukte, Eier, Speisefette und Zucker. Die Linke fordert eine Preisbeobachtungsstelle, Gewinnmargen-Begrenzung und die Abschaffung der Mehrwertsteuer auf Grundnahrungsmittel.
FAZ
Die Extremhitze Ende Juni hat in Deutschland laut Robert Koch-Institut schätzungsweise 5.100 hitzebedingte Todesfälle verursacht. In der Woche vom 22. bis 28. Juni – in der mit 41,8 Grad in Sachsen-Anhalt ein neuer Hitzerekord gemessen wurde – starben rund 5.600 Menschen mehr als im Durchschnitt der Vorjahre. Die meisten Betroffenen erlagen dabei nicht der Hitze direkt, sondern Vorerkrankungen, die durch die hohen Temperaturen verschärft wurden. Die nächste Hitzewelle ist bereits im Gange.
Focus
Neue US-Militärschläge gegen den Iran und iranische Gegenangriffe auf US-Stützpunkte in Jordanien, Kuwait und Bahrain haben die Lage im Persischen Golf erneut verschärft. Die Ölpreise stiegen daraufhin um mehr als vier Prozent, Brent kletterte auf 79,40 Dollar. Die Straße von Hormus war zeitweise wieder fast gesperrt: Nur noch sechs Schiffe passierten die Meerenge an einem Tag. Marktbeobachter sehen die Eskalation als Zuspitzung innerhalb einer brüchigen Waffenruhe und noch nicht als vollständigen Zusammenbruch des Abkommens vom Vormonat.
n-tv
Nach jahrelangem Stillstand haben die EU-Mitgliedstaaten neue Regeln für Fluggastrechte verabschiedet. Reisende behalten ihren Entschädigungsanspruch ab drei Stunden Verspätung – ursprünglich wollten die EU-Staaten die Schwelle auf vier Stunden anheben und die Zahlungen kürzen. Werden Flüge gestrichen, besteht der Anspruch auf vollständige, bei Downgrades auf anteilige Rückerstattung. Die neuen Regeln sollen Passagieren zudem erleichtern, ihre Rechte geltend zu machen. Verbindlich werden sie voraussichtlich ab Mitte 2027.
Tagesspiegel
Die Landesinnung der Gebäudedienstleister Nord feierte ihr 100-jähriges Bestehen – gegründet 1926 als Glasreiniger-Innung Kiel und Lübeck, seit 1981 in heutiger Form vereint. Beim Jubiläumsabend in Hamburg würdigten die Redner das Gebäudereinigerhandwerk als stillen Riesen: Mit über einer Million Beschäftigungsverhältnissen ist es das beschäftigungsreichste Handwerk in Deutschland. Besonders geehrt wurde Dieter Kuhnert, der 25 Jahre als Bundesinnungsmeister das Handwerk geprägt hat.
Kieler Nachrichten
Der Jimdo-Ifo-Geschäftsklimaindex für Soloselbständige und Kleinstunternehmen stieg im Juni leicht von -27,7 auf -25,9 Punkte – von einer Trendwende könne aber noch keine Rede sein, so das Institut. Besonders alarmierend: Der Anteil der Selbständigen mit Schwierigkeiten bei Kreditverhandlungen stieg von 35 auf 45 Prozent. Im Einzelhandel ist die Lage demnach noch dramatischer – dort berichten fast 60 Prozent von Problemen beim Kreditzugang.
Ifo Institut
Die Kreishandwerkerschaft Gütersloh-Bielefeld hat 21 Nachwuchskräfte feierlich in den Gesellenstand erhoben – und das bei einer erfolgreichen Quote: Alle zur Prüfung angemeldeten Auszubildenden haben bestanden. Prüfungsbeste des Jahrgangs wurde Kyra Reinert. Die Plätze zwei und drei belegten die Geschwister Lea und Paul Holtmeier aus Schlangen. Sie legten beide ihre Prüfung als Externe ab, denn sie hatten sich die Kenntnisse im elterlichen Betrieb angeeignet.
Dein Verl
RWE-Chef Markus Krebber und der Chef der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie Michael Vassiliadis fordern, das deutsche Klimaneutralitätsziel von 2045 auf 2050 zu verschieben – also auf das europäische Zieljahr. Der deutsche Sonderweg verteuere den Standort, ohne zusätzliche Klimawirkung zu erzielen, so Krebber. Die Industriegewerkschaft warnt vor Wettbewerbsnachteilen, wenn die Industrie schneller dekarbonisieren müsse als europäische Konkurrenten. Auch die CDU-Mittelstandsvereinigung spricht sich für einen realistischeren Zeitplan aus.
Zeit Online
Der Deutsche Wetterdienst warnt für Dienstag vor kräftigen Gewittern in der Mitte und im Süden Deutschlands. Neben Starkregen mit örtlicher Unwettergefahr werden auch Sturmböen und Hagel erwartet, während im Westen und Südwesten zusätzlich eine starke Wärmebelastung droht. Besonders durch heftige Regenfälle können lokal Überschwemmungen und andere wetterbedingte Schäden auftreten.
RND
Rund 140.000 Unternehmen und 280.000 Arbeitsplätze wurden durch die staatlichen Wirtschaftshilfen während der Pandemie gerettet – das zeigt eine Untersuchung des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung. Die Bilanz fällt insgesamt positiv aus. Für künftige Krisen empfehlen die Forschenden aber zielgenauere Instrumente: Hilfen sollten schnell stabilisieren, aber mit zunehmender Dauer Anreize zur Anpassung setzen statt Strukturwandel zu bremsen. Als schlechtes Beispiel gilt die Mehrwertsteuersenkung für die Gastronomie, die nun dauerhaft fast vier Milliarden Euro jährlich kostet.
Zeit Online
Die deutschen Exporte stiegen im Mai auf fast 138 Milliarden Euro – 0,9 Prozent mehr als im Vormonat und 6,1 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Besonders stark wuchsen die Lieferungen in die Vereinigten Staaten mit einem Plus von über 23 Prozent auf 14 Milliarden Euro. Die Importe gingen dagegen um 2,5 Prozent auf 118,8 Milliarden Euro zurück. Größter Lieferant bleibt China mit Waren im Wert von 15,1 Milliarden Euro.
Stern
Im zweiten Quartal 2026 wurden in Deutschland knapp 5.000 Insolvenzen von Personen- und Kapitalgesellschaften registriert. Das ist der höchste Stand seit mehr als zwei Jahrzehnten, so das Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung Halle. Auch Creditreform meldet für das erste Halbjahr mit 12.900 Insolvenzen den höchsten Stand seit 2013. Als Ursachen gelten das Ende der Corona-Staatshilfen, hohe Energiepreise, Bürokratie und die Folgen der Kriege in der Ukraine und im Iran. Die steigenden Exportzahlen und Produktionszuwächse geben jedoch Hoffnung, dass eine Rezession im zweiten Quartal ausbleibt.
Tagesschau
Mit den Stimmen von Union und SPD hat der Bundestag die Reform der gesetzlichen Krankenversicherung verabschiedet. Das Sparpaket soll die Kassen 2027 entlasten und neue Beitragserhöhungen verhindern – durch Kostenbremsen bei Praxen, Kliniken und Pharmabranche sowie höhere Zuzahlungen für Patienten. Opposition, Gewerkschaften und Ärzteverbände kritisieren das Gesetz scharf: Es belaste 75 Millionen Versicherte zusätzlich und drohe Wartezeiten zu verlängern. Der Bundesrat könnte das Vorhaben noch verzögern, eine Mehrheit für den Vermittlungsausschuss zeichnete sich zuletzt aber nicht ab.
Deutschlandfunk
Durch eine neue Zählmethode des Statistischen Unternehmensregisters werden seit 2024 nicht mehr Beschäftigte, sondern Beschäftigungsverhältnisse erfasst. Dadurch steigt die Zahl in der Gebäudereinigung von bislang rund 696.000 Beschäftigten auf über 1,005 Millionen Beschäftigungsverhältnisse. Das macht die Gebäudereinigung statistisch zum personalintensivsten Handwerk Deutschlands, wobei Vergleiche mit früheren Jahren nur noch eingeschränkt möglich sind.
Die Gebäudedienstleister
Die Produktion im deutschen Produzierenden Gewerbe stieg im Mai um 0,9 Prozent gegenüber dem Vormonat. Das lag war vor allem an der Automobilindustrie mit einem Plus von 3,6 Prozent, auch das Baugewerbe legte zu. Im Jahresvergleich blieb die Gesamtproduktion unverändert, die Industrieproduktion sank jedoch um 1,0 Prozent. Positiv: Energieintensive Branchen produzierten im Dreimonatsvergleich 3,2 Prozent mehr als im Vorquartal.
Destatis
Rund 2.000 Menschen in Hessen haben im Juli ihre Aufstiegs-Bafög-Zahlung doppelt erhalten – wegen eines Fehlers im Arbeitsablauf der zuständigen Dienstleister. Das Geld dürfen sie nicht behalten: Das Land hat Bankrückrufe veranlasst und zur Rückzahlung verpflichtet. Das Aufstiegs-Bafög unterstützt Berufstätige bei der Vorbereitung auf Fortbildungsabschlüsse wie Meister- oder Fachwirtkurse.
Allgemeine Zeitung
Der Internationale Währungsfonds erwartet für 2026 ein globales Wachstum von nur 3,0 Prozent. Das ist etwas weniger als noch im April prognostiziert und deutlich unter den 3,5 Prozent der beiden Vorjahre. Bremsend wirken die Folgen des Iran-Kriegs: höhere Energiepreise, schwächerer Welthandel und eine Inflation von 4,7 Prozent. Für Deutschland rechnet der IWF mit 0,7 Prozent Wachstum in diesem und 1,0 Prozent im nächsten Jahr. Ab 2027 – falls die Straße von Hormus wieder vollständig nutzbar ist – dürfte sich die Lage normalisieren.
n-tv
Der deutsche Dienstleistungssektor hat laut Statistischem Bundesamt im April real 1,4 Prozent mehr Umsatz erzielt als im Vormonat. Den stärksten Zuwachs verzeichneten freiberufliche und wissenschaftliche Dienstleistungen mit plus 3,0 Prozent, gefolgt von sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen – darunter Arbeitskräftevermittlung und Vermietung – mit plus 2,2 Prozent. Im Jahresvergleich lag das reale Plus bei 0,3 Prozent.
Destatis
Die geplante Attestpflicht ab dem ersten Krankheitstag geht am eigentlichen Problem vorbei – das zeigt eine Analyse des BKK Dachverbandes. Der größte Kostentreiber ist das Krankengeld, das erst ab dem 43. Krankheitstag greift und 2025 bereits 21,6 Milliarden Euro verursachte. Hauptursachen sind psychische Erkrankungen und Muskel-Skelett-Leiden. Psychische Erkrankungen machen zwar nur 5,4 Prozent aller Krankschreibungen aus, dauern aber im Schnitt mehr als fünf Wochen. Auch aus dem CDU-Arbeitnehmerflügel kommt Kritik: Strengere Vorschriften könnten dazu führen, dass Betroffene statt einem gleich mehrere Tage ausfallen.
Süddeutsche Zeitung
Die seit Februar gesperrte Bahnstrecke zwischen Nürnberg und Regensburg geht nicht wie geplant morgen wieder in Betrieb. Wegen Problemen bei der Sicherheitsüberprüfung der Stellwerktechnik verschiebt sich die Wiedereröffnung auf den 31. Juli. Es ist bereits die zweite Verspätung bei den sogenannten Korridorsanierungen in diesem Jahr. Zuvor war auch die Strecke Hamburg–Berlin mit sechs Wochen Verzögerung fertig geworden.
Spiegel Online
Die Wiener Landesinnung der Denkmal-, Fassaden- und Gebäudereiniger hat beim Abschlussfest neun neue Meisterinnen und Meister geehrt. Zugleich feierte die Berufsschule für Reinigungstechnik ihr zehnjähriges Bestehen. Landesinnungsmeister Gerhard Komarek betonte, dass Qualität der Schlüssel zur Imageverbesserung der Branche sei. Die Gebäudereinigungsakademie in Wien-Liesing bildet auf 1.700 Quadratmetern unter realitätsnahen Bedingungen aus – vom OP-Saal bis zum U-Bahn-Waggon.
Kurier
Das Kabinett hat den Haushaltsentwurf für 2027 beschlossen: Ausgaben von 555 Milliarden Euro und eine Nettokreditaufnahme von 118,7 Milliarden Euro. Zusammen mit dem Sondervermögen liegt die Neuverschuldung bei über 200 Milliarden Euro. Der größte Posten ist die Verteidigung mit rund 110 Milliarden Euro, ein Drittel mehr als 2026. Gleichzeitig werden 2,7 Milliarden Euro aus dem Klima- und Transformationsfonds entnommen, aus dem unter anderem die Gebäudeförderung finanziert wird. Umweltverbände sprechen von „Plünderung", die Wirtschaft kritisiert eher die wachsende Schuldenlast.
Handelsblatt
Die deutsche Industrie verzeichnete im Mai ein Auftragsplus von 1,9 Prozent gegenüber dem Vormonat. Das lag vor allem an staatlichen Rüstungsausgaben: Großaufträge für Militärfahrzeuge, Flugzeuge, Schiffe und Züge ließen den Fahrzeugbau um 85 Prozent zulegen. Auch Maschinenbau und Elektroindustrie entwickelten sich positiv, während die Autoindustrie schwächelte. Ohne die Großaufträge läge das Wachstum nur bei einem Prozent – der Aufschwung bleibt fragil.
Zeit Online
Die Wohnungswirtschaft warnt vor einem Kollaps beim Neubau: 2026 dürften nur noch rund 200.000 Wohnungen fertiggestellt werden, bei einem jährlichen Bedarf von 320.000. Selbst gemeinnützige Wohnungsunternehmen fahren ihre Tätigkeiten massiv zurück, da hohe Bau- und Finanzierungskosten sowie Bestandssanierungen Investitionsmittel binden. Seit Ende 2019 sind die Baupreise um 51 Prozent gestiegen, die Zinsen haben sich seit 2021 vervierfacht. Die Bundesregierung plant Vereinfachungen bei Genehmigungsverfahren und einen günstigeren Baustandard.
Spiegel Online
Am Frankfurter Commerzbank-Tower blieb eine Arbeitsgondel mit zwei Reinigungskräften in rund 240 Metern Höhe stecken. 24 Feuerwehrleute rückten an, die beiden Fassadenreiniger wurden einzeln per Seilwinde nach oben gezogen. Doch dann wurde die Lage noch kritischer: Starke Windböen drückten den Korb bis zu acht Meter von der Fassade weg – nun besetzt mit zwei Höhenrettern, die die Aktion begleitet hatten. Der Korb schlug mehrfach gegen die Glasfassade zurück, bevor auch die Retter unverletzt in Sicherheit gebracht werden konnten.
Antenne Bayern
Vier von zehn Beschäftigten in Deutschland glauben nicht, ihren aktuellen Beruf bis zum gesetzlichen Renteneintritt ausüben zu können. Das ist das Ergebnis einer Auswertung des DGB-Index „Gute Arbeit“, für die knapp 28.000 Menschen befragt wurden. In körperlich belastenden Berufen sind die Zweifel noch größer: In Sanitär- und Klempnerberufen rechnen 72 Prozent nicht mit einem Durchhalten, in der Kranken- und Altenpflege sind es 71 bzw. 67 Prozent. DGB-Chefin Yasmin Fahimi nennt das einen „bitteren Befund" und fordert würdige Übergänge in die Rente statt höherer Altersgrenzen.
T-Online
Nachdem die Koalition längere Sonntagsöffnungszeiten für Bäckereien und Konditoreien beschlossen hat, fordern Handelsverbände nun eine Ausweitung auf den gesamten Einzelhandel. HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth sieht Einkaufen als Freizeiterlebnis und will damit Innenstädte beleben. Der Handelsverband Berlin-Brandenburg nennt das aktuelle Verbot „von vorgestern". Gewerkschaften und Arbeitnehmervertreter sehen das naturgemäß anders – der Sonntag als gemeinsamer freier Tag sei eine hart erkämpfte Errungenschaft.
Zeit Online
Bis zum 15. Juli können sich Unternehmen und Einzelpersonen noch für den Deutschen Arbeitsschutzpreis 2027 bewerben. Gesucht werden Konzepte zur Vermeidung von Arbeitsunfällen und Berufskrankheiten in vier Kategorien: strategisch, betrieblich, kulturell und persönlich. Jede Kategorie ist mit 10.000 Euro dotiert. Die Preisverleihung findet am 21. April 2027 in Berlin statt.
B & I
Wohnen ist und bleibt der größte Posten in deutschen Haushaltsbudgets: 23,3 Prozent der flossen 2024 dafür ab, zeigt eine Auswertung des Instituts der deutschen Wirtschaft. Damit liegt Deutschland im EU-Schnitt. Die Preise dürften weiter steigen: Der Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken erwartet einen Anstieg von drei Prozent in diesem Jahr. Besonders für junge Haushalte bleibt Wohneigentum schwer erreichbar, oft nur mit familiärer Unterstützung oder Erbschaften.
Zeit Online
Die österreichische Facility-Services-Branche erzielte 2025 einen Umsatz von 7,2 Milliarden Euro – ein Plus von fast drei Prozent – und soll 2026 um weitere 3,1 Prozent zulegen, zeigt eine Studie von Interconnection Consulting. Stärkster Wachstumstreiber ist der technische Bereich, Reinigungsdienste bleiben mit 31,8 Prozent Marktanteil das größte Segment. Auffälligster Trend: der Wunsch nach integrierten Leistungen aus einer Hand. Über 60 Prozent der FM-Leistungen werden bereits extern vergeben – Outsourcing ist laut Simacek-Geschäftsführer Reinhard Poglitsch längst Standard, nicht mehr Ausnahme.
A3Bau
In Cottbus haben Unbekannte eine 95-jährige Frau betrogen: Sie gaben vor, im Auftrag der Gebäudewirtschaft Fenster putzen zu wollen, und stahlen während des Besuchs Bankkarten und Sparbücher. Es entstand ein Schaden in Höhe von rund 10.000 Euro. Die Polizei warnt nun vor solchen Maschen und rät: keine unangekündigten Handwerker einlassen, Ausweis verlangen, beim Vermieter rückfragen und sich nicht unter Zeitdruck setzen lassen.
RBB24
Die Koalition hat sich grundsätzlich auf eine Attestpflicht ab dem ersten Krankheitstag geeinigt – doch die genaue Umsetzung ist noch ungeklärt. Kanzler Merz betonte, ein Arztbesuch am ersten Tag sei nicht zwingend notwendig. Vizekanzler Klingbeil versprach „pragmatische Lösungen". Gleichzeitig soll die Möglichkeit zur telefonischen Krankschreibung abgeschafft werden – eine Kombination, die Ärzte und Krankenkassen Alarm schlagen lässt.
Zeit Online
Überraschend schnell haben sich die Spitzen von Union und SPD auf ein umfassendes Reformpaket geeinigt. Kern ist die Umsetzung aller 33 Rentenkommissions-Vorschläge. Bei der Einkommensteuer soll es Entlastungen von rund zehn Milliarden Euro jährlich geben – wer bis zu 60.000 Euro verdient, zahlt 600 Euro weniger. Die Reichensteuer wird gestuft, das heißt, ab 250.000 Euro gelten 45 Prozent, ab 280.000 Euro 47 Prozent. Für Beschäftigte relevant: Die telefonische Krankschreibung wird abgeschafft, ein Attest ist künftig ab dem ersten Krankheitstag nötig. Befristete Arbeitsverhältnisse sollen bis zu 48 Monate laufen und sechsmal verlängert werden können.
T-Online
Wind, Sonne und Wasser haben im ersten Halbjahr 2026 so viel Strom erzeugt wie noch nie in einem ersten Halbjahr – 58 Prozent des gesamten Stromverbrauchs in Deutschland. Das sind fast drei Prozentpunkte mehr als im Vorjahreszeitraum. Ausschlaggebend dafür war vor allem die Windkraft auf See mit einem Plus von 28 Prozent. ZSW-Chef Frithjof Staiß zieht daraus eine klare Schlussfolgerung: Je höher der Erneuerbare-Anteil, desto unabhängiger wird Deutschland von fossilen Energieimporten – und desto widerstandsfähiger gegenüber Energiepreisschocks wie zuletzt in der Hitzewelle.
Spiegel Online
Die Teuerungsrate im Euroraum ist im Juni auf 2,8 Prozent gesunken – deutlicher als von Fachleuten erwartet, die mit 3,0 Prozent gerechnet hatten. Im Mai hatte sie noch bei 3,2 Prozent gelegen, getrieben durch den Iran-Krieg und den damit verbundenen Energiepreisanstieg. Mit der Entspannung des Konflikts sind die Ölpreise wieder auf Vorkrisenniveau gefallen.
FAZ
Ohne Menschen aus dem Ausland würde das Arbeitskräfteangebot in Deutschland bis 2040 um zehn Prozent sinken, zeigt eine neue Bertelsmann-Studie. Von den 35,2 Millionen sozialversicherungspflichtig Beschäftigten geht in den nächsten zehn Jahren jeder Vierte in Rente. Ausländische Beschäftigte federn diesen Abgang ab, können ihn aber nicht vollständig ausgleichen. Besonders abhängig von Zuwanderung sind Reinigungsberufe mit 47,5 Prozent ausländischen Beschäftigten, Lebensmittelverarbeitung und Gastronomie. Die Studie mahnt jedoch: Viele Zugewanderte arbeiten unter ihrem Qualifikationsniveau – eine bessere Sprachförderung sowie eine einfachere Anerkennung ausländischer Abschlüsse seien dringend nötig.
n-tv
Die Inflationsrate in Deutschland lag im Juni bei 2,3 Prozent, nachdem es im Mai noch 2,6 Prozent waren. Gegenüber dem Vormonat sanken die Verbraucherpreise leicht um 0,3 Prozent. Besonders deutlich ließ die Preissteigerung von Energie nach, die sich im Jahresvergleich noch um 3,4 Prozent verteuerte. Zum Vergleich: Es waren noch 6,6 Prozent im Mai und 10,1 Prozent im April. Die Kerninflation – also ohne Energie und Nahrungsmittel – blieb mit 2,5 Prozent stabil.
Destatis
Mit dem Auslaufen des Tankrabatts sind die Kraftstoffpreise am 1. Juli vielerorts schlagartig gestiegen. Aufgrund der gesetzlichen Regelung, die nur eine Preiserhöhung pro Tag erlaubt, hoben zahlreiche Tankstellen ihre Preise gebündelt um die Mittagszeit an. Diesel verteuerte sich teilweise um bis zu 30 Cent pro Liter. An vielen Standorten wurde damit die Zwei-Euro-Marke überschritten, was Autofahrer bei einer Tankfüllung spürbar stärker belastet.
t-online
Die weltweiten Privatvermögen sind 2025 um 10,8 Prozent gestiegen, berichtet die Schweizer Bank UBS. Besonders stark wuchsen Vermögen ab fünf Millionen Dollar – also genau jener Bereich, in dem sich ohnehin schon die Wohlhabendsten befinden. Mehr als die Hälfte des globalen Privatvermögens ist in den USA und China konzentriert. Weltweit stiegen fast eine Million Menschen zu Millionären auf. Europa, der Nahe Osten und Afrika verzeichneten dabei überdurchschnittliche Zuwächse.
n-tv
Nach rund achtstündigen Beratungen im Kanzleramt haben sich die Spitzen von Union und SPD gestern auf ein Reformpaket für Arbeitsmarkt, Bürokratieabbau und Einkommensteuer verständigt. Details sollen heute bei einer Pressekonferenz bekannt gegeben werden. Ziel der Maßnahmen ist es, die Wirtschaft anzukurbeln, Bürger zu entlasten und die sozialen Sicherungssysteme langfristig zu stabilisieren.
Zeit Online
Mit dem heutigen Tag treten zahlreiche neue Regelungen in Kraft: Die Renten steigen um 4,24 Prozent, das Bürgergeld wird zur neuen Grundsicherung umgebaut, und die Mindestlöhne in der Altenpflege ziehen an – für Pflegefachkräfte auf 21,03 Euro pro Stunde. Besonders relevant für die Branche: Minijobberinnen und Minijobber können erstmals freiwillig zur Rentenversicherungspflicht zurückkehren und sich so volle Rentenansprüche sichern. Zudem wird das Vergaberecht für öffentliche Aufträge vereinfacht und digitaler.
Bundesregierung
Im Mai 2026 waren fast 45,7 Millionen Menschen mit Wohnort in Deutschland erwerbstätig. Saisonbereinigt zeigt dies nahezu keine Veränderung gegenüber dem Vormonat. Im Vergleich zum Vorjahr setzt sich der seit August 2025 anhaltende Abwärtstrend jedoch fort: Die Erwerbstätigenzahl liegt 0,4 Prozent unter dem Mai-Wert des Vorjahres. Die Erwerbslosenquote sank leicht auf 3,7 Prozent.
Destatis
Der deutsche Staat hat 2025 insgesamt 147,5 Milliarden Euro investiert – ein Plus von 12,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr und der stärkste Anstieg seit dem Jahr 2000. Dies liegt vor allem an den Ausrüstungsinvestitionen, zu denen auch Rüstungsgüter zählen. Die staatlichen Bauinvestitionen wuchsen dagegen nur um zwei Prozent. Die Hans-Böckler-Stiftung sieht die Entwicklung verhalten positiv und mahnt, dass ein Teil des Sondervermögens offenbar nicht in zusätzliche Investitionen fließt, sondern etwa zur Finanzierung von Steuersenkungen an falscher Stelle verwendet wird.
Zeit Online
Die Lufthansa will ihre Kurz- und Mittelstreckenflotte 2027 weiter verkleinern und bis zu 15 Flugzeuge aus dem Programm nehmen. Grund sind anhaltende Verluste im Europaverkehr, die laut Vorstandschef Carsten Spohr die Gewinne anderer, profitabler Strecken auffressen. Sollte sich die Produktivität nicht verbessern, könnte die Kernmarke künftig nur noch Langstrecken und einige Kurzstrecken bedienen, während der Großteil des Europageschäfts an günstiger operierende Konzerntöchter geht.
Süddeutsche Zeitung
Die Hitzewelle hat in dieser Woche Europas Energiesysteme an ihre Grenzen gebracht. In Deutschland kletterte der Börsenstrompreis am Mittwochabend auf knapp 933 Euro pro Megawattstunde – normalerweise liegt er zu dieser Tageszeit bei 150 bis 200 Euro. Der Grund: die aktuell hohe Kühlnachfrage trifft auf Windflaute und Wartungspausen bei Gaskraftwerken. Energieökonom Andreas Löschel sieht das Problem vor allem in der fehlenden Flexibilität: Rund eine Million Hausspeicher stehen in deutschen Kellern. Sie könnten bei Engpässen Strom ins Netz einspeisen, tun es aber mangels intelligenter Steuerung nicht. In Spanien, wo jeder Haushalt einen Smart Meter hat, blieb der Strompreis in der gleichen Hitzewelle bei 150 Euro.
T-Online
Das Ifo Beschäftigungsbarometer ist im Juni auf 92,3 Punkte gesunken, nach 93,9 im Mai. Besonders im Groß- und Einzelhandel sowie bei Dienstleistern nehmen die Abbau-Pläne zu. Leiharbeitsfirmen und der Tourismus sind besonders stark betroffen. Nur im Baugewerbe bleibt die Lage stabil. „Von einer nachhaltigen Belebung der Beschäftigung ist Deutschland derzeit noch weit entfernt", so ifo-Umfragenleiter Klaus Wohlrabe.
Ifo Institut
Der bundesweite Zugausfall in der Nacht auf Dienstag hatte eine banale Ursache: Beim planmäßigen Tausch einer Netzwerkkomponente trat ein Softwarefehler auf, der keine automatische Fehlermeldung auslöste – weshalb das System nicht wie vorgesehen auf ein Parallelsystem umschalten konnte. Der Wechsel musste manuell vollzogen werden, was rund zwei Stunden dauerte. Als Konsequenz sollen Wartungsarbeiten künftig nur noch nachts zwischen 0 und 4 Uhr stattfinden und vorerst keine weiteren Komponenten getauscht werden.
FAZ
Nach Berechnungen des Ifo-Instituts kam der Tankrabatt bei Benzin nahezu vollständig bei den Autofahrern an, während bei Diesel nur rund 12 statt der möglichen 16,7 Cent pro Liter weitergegeben wurden. Mit dem Auslaufen der Maßnahme Anfang Juli rechnen die Experten wieder mit steigenden Kraftstoffpreisen, kritisieren zugleich aber die hohen Kosten des Tankrabatts und die teilweise Mitnahmeeffekte für Mineralölkonzerne.
Spiegel
Die Gütegemeinschaft Ernährungs-Kompetenz hat ein RAL-Gütezeichen für nachhaltige Betriebsführung in der Gastronomie eingeführt. Es gilt für Kantinen, Pflegeeinrichtungen, Catering-Unternehmen und Gastronomiebetriebe aller Art. Bewertet werden unter anderem Einkauf, Produktion, Personal, Abfallmanagement und Ressourcenschonung – in insgesamt elf Bereichen, die sich an den UN-Nachhaltigkeitszielen orientieren.
Der Facility Manager
Bund und Länder haben sich nach langem Streit auf eine neue Regelung geeinigt: Ab September übernimmt der Bund 80 Prozent der Kosten, die Kommunen durch neue Bundesgesetze tragen müssen. Das Prinzip dahinter: Wer bestellt, bezahlt. Bislang konnten Kommunen sich nicht gegen Bundesgesetze wehren, die ihnen hohe Mehrausgaben bescherten – etwa durch das Bundesteilhabegesetz oder Regelungen zur Kinder- und Jugendhilfe, deren Kosten sich in zehn Jahren teils verdoppelt oder gar vervierfacht haben.
Spiegel Online
Langzeitarbeitslose und Asylsuchende ohne reguläre Beschäftigung sollen in Sachsen-Anhalt künftig verpflichtend gemeinnützige Arbeit leisten, zum Beispiel Grünflächenpflege, Vereinsunterstützung oder Hilfsarbeiten im Krankenhaus. Die Initiative startet am 1. Juli zunächst in zwei Landkreisen. Wer nicht erscheint, muss mit Leistungskürzungen rechnen. Die Kritik warnt vor der Verdrängung regulärer Jobs und Lohndumping: die Bezahlung von 80 Cent bis zu einem Euro pro Stunde stößt auf scharfe Ablehnung.
MDR
Die Fachmesse Maintenance München geht am 14. und 15. Oktober in die zweite Runde und expandiert auf zwei Hallen im MOC München. Bereits über 120 Aussteller haben sich angemeldet, darunter WISAG, SAP, Emerson und Henkel. Highlight ist erneut die Verleihung des Instandhaltungs-Preises, bei dem das Publikum per Voting über den Sieger entscheidet. Ab 2028 ergänzt zudem eine neue Ausgabe in Wels in Österreich das DACH-weite Messeangebot.
My Factory
Die Rentenkommission empfiehlt die Abschaffung des Sonderstatus von Minijobs, während die Bundesregierung gleichzeitig plant, erstmals auch auf Minijobs Beiträge zur Pflege- und Krankenversicherung zu erheben – einseitig zulasten der Arbeitgeber. Für den Bundesinnungsverband des Gebäudereiniger-Handwerks ist das ein Schlingerkurs. Hauptgeschäftsführer Wolfgang Molitor warnt: In der Gebäudereinigung liegen die Personalkosten bei 85 Prozent des Umsatzes, rund 30 Prozent der Beschäftigten arbeiten in Minijobs. Weitere Belastungen seien nicht tragbar – und bei einem Wegfall der Minijobs drohe Schwarzarbeit.
Die Gebäudedienstleister
Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft hat sich im Juni leicht aufgehellt: Der Ifo Geschäftsklimaindex stieg von 85,0 auf 85,6 Punkte. Unternehmen bewerteten sowohl ihre aktuelle Lage besser als auch ihre Erwartungen etwas optimistischer. Treiber waren vor allem der Dienstleistungssektor und der Handel. Im Verarbeitenden Gewerbe verbesserten sich die Erwartungen, die aktuelle Lage wurde jedoch etwas schlechter bewertet. Das Bauhauptgewerbe leidet weiter unter fehlenden Aufträgen. Als Hoffnungsträger gilt eine mögliche Entspannung der weltpolitischen Lage.
Ifo Institut
Bis in 14 Jahren werden rund 13,3 Millionen Erwerbspersonen das gesetzliche Rentenalter überschritten haben. Das entspricht 30 Prozent aller heutigen Erwerbspersonen in Deutschland. Jüngere Altersgruppen können die Babyboomer zahlenmäßig nicht ersetzen: Die 55- bis 64-Jährigen stellen heute mit 10 Millionen Menschen mehr Erwerbspersonen als jede andere Altersgruppe. Ein Gegentrend zeichnet sich jedoch ab: Immer mehr ältere Menschen bleiben länger im Erwerbsleben. Ihr Anteil stieg von 20,7 Prozent im Jahr 2015 auf 27 Prozent im Jahr 2025.
Destatis
Im Rahmen der „Operation Endgame“ haben das BKA, die Zentralstelle zur Bekämpfung der Internetkriminalität und Partner aus sechs Ländern drei weit verbreitete Schadsoftware-Varianten unschädlich gemacht: SocGholish, StealC und Amadey. Dabei wurden rund 15.000 Webseiten, über 320 Server und mehr als 140 Domains abgeschaltet sowie rund 27 Millionen Zugangsdaten von über 385.000 Opfern sichergestellt. Kryptovermögen kriminellen Ursprungs von über 47 Millionen US-Dollar wurde identifiziert und in seiner Nutzung eingeschränkt.
BKA
Rund jede und jeder Fünfte in Deutschland können sich laut Statistischem Bundesamt keine einwöchige Urlaubsreise leisten. Besonders betroffen sind Alleinstehende und Alleinerziehende. Unter den einkommensschwächsten 20 Prozent der Bevölkerung gaben sogar knapp 50 Prozent an, sich keinen Urlaub leisten zu können – also Menschen, die je nach Haushaltsgröße von weniger als rund 1.600 Euro netto im Monat leben. Im EU-Durchschnitt liegt der Anteil übrigens noch höher: Dort können sich 28 Prozent der Gesamtbevölkerung keinen Urlaub leisten.
Zeit Online
Der Bundesverband der Deutschen Industrie hat seine Wachstumsprognose für 2026 von einem Prozent auf 0,4 Prozent gesenkt. Als Hauptgründe nennt BDI-Präsident Peter Leibinger den Irankrieg mit seinen Folgen für Energiepreise und Lieferketten sowie strukturelle Standortnachteile wie hohe Energiekosten, Steuern, Lohnnebenkosten und Bürokratie. Ein Puzzle aus Einzelreformen reiche nicht – gefordert wird ein umfassendes Reformpaket mit klarem Ziel, niedrigeren Unternehmenssteuern und schnelleren Genehmigungsverfahren.
BDI
Mit 17,6 Gigawatt neu installierter Solarleistung im Jahr 2025 rückte Deutschland auf den vierten Platz der globalen Rangliste vor – in Europa sogar auf Platz eins, noch vor sonnigeren Ländern wie Spanien und Italien. Allerdings warnt die Branche: Der Zubau privater Anlagen auf Hausdächern ging um 24 Prozent zurück, das Wachstum wurde vor allem durch Großanlagen auf freiem Feld getragen. BSW Solar appelliert an die Bundesregierung, die geplante Streichung der Einspeisevergütung zurückzunehmen. Ohne Förderung würde sich eine Dachanlage erst nach 20 statt bisher zehn bis zwölf Jahren amortisieren.
n-tv
Bundeskanzler Friedrich Merz und Sozialministerin Bärbel Bas haben nach Entgegennahme des Kommissionsberichts angekündigt, alle 33 Empfehlungen vollständig umzusetzen. Kern ist eine neue verpflichtende Kapitalrente: Ab 2028 sollen Arbeitgeber und Beschäftigte zusätzlich zwei Prozent des Bruttoeinkommens einzahlen – was den Rentenbeitrag vorübergehend stark erhöhen würde. Langfristig soll das Rentenniveau dadurch über den heutigen Wert von 48 Prozent steigen. Der Widerstand ist breit: Gewerkschaften lehnen das Aus für die abschlagsfreie Frührente ab, Arbeitgeber wehren sich gegen die Kapitalrente, und SPD-Ministerpräsidentin Manuela Schwesig widerspricht Merz' Umsetzungsplänen direkt.
WiWo
Mit den Fortschritten im Iran-Friedensprozess ist der Rohölpreis innerhalb einer Woche um rund zwölf US-Dollar auf etwa 79 Dollar je Barrel gefallen. Die Spritpreise zogen nach: Diesel kostete zuletzt 1,738 Euro, Super E10 rund 1,822 Euro pro Liter – der niedrigste Stand seit Anfang März. Der ADAC sieht aber noch erhebliches Potenzial, da der bis Ende Juni geltende Tankrabatt von 17 Cent pro Liter in den aktuellen Preisen noch nicht vollständig weitergegeben wird. Ab 30. Juni droht mit dem Auslaufen des Rabatts ein erneuter Preisanstieg.
ADAC
Die drei kommunalen Spitzenverbände – Städtetag, Landkreistag und Städte- und Gemeindebund – schlagen gemeinsam Alarm: Das Defizit der Kommunen liegt laut Bertelsmann Stiftung bei fast 32 Milliarden Euro. Das ist der höchste Fehlbetrag in der Geschichte. Die geplanten Reformen bei Krankenhäusern, gesetzlicher Krankenversicherung und Pflege würden die Lage weiter verschärfen, da die Kosten zunehmend auf die Kommunen abgewälzt würden. Städtetag-Präsident Burkhard Jung fordert eine Soforthilfe.
RP Online
Die Vorschläge der Rentenkommission gingen in die richtige Richtung, seien aber zu vorsichtig, so Marcel Fratzscher, Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung. Altersarmut, Belastung junger Generationen und soziale Ungerechtigkeit blieben ungelöst. Die Linkspartei lehnt die Pläne grundsätzlich ab: Das schrittweise steigende Renteneintrittsalter bis 70 und das Aus für die Rente mit 63 seien „völlig realitätsfern". Juso-Chef Philipp Türmer kritisiert die Kopplung des Renteneintrittsalters an die Lebenserwartung als sozial ungerecht. Positiver fällt das Urteil bei CDU und Junge Union aus, die die Vorschläge als mutigen Kompromiss werten.
MDR
Gestern Abend mussten die Züge in ganz Deutschland rund zwei Stunden lang stillstehen – Fernverkehr, S-Bahnen, Privatbahnen und Güterverkehr gleichermaßen. Ursache war eine Störung im digitalen Bahnfunk GSM-R, über den Lokführende und Stellwerke kommunizieren. Ohne dieses System darf aus Sicherheitsgründen nicht gefahren werden. Nach Mitternacht fuhren die ersten Züge wieder, nachdem die Bahn ein Notfallsystem aktiviert hatte. Die eigentliche Ursache der Störung ist noch ungeklärt. Ob technischer Defekt oder vorsätzliche Sabotage wird noch ermittelt. Es dürfte noch einige Stunden dauern, bis sich der Bahnverkehr wieder normalisiert hat.
Zeit Online
Eine neue Studie der Universitäten Leiden und Oxford beziffert die jährlichen Umwelt- und Klimaschäden durch die reichsten zehn Prozent der Weltbevölkerung auf umgerechnet 1,5 bis 4,9 Billionen Euro. Rund die Hälfte der Schäden entfällt auf das Artensterben, 40 Prozent auf den Klimawandel. 60 Prozent dieser Gruppe leben in den USA und der EU. Die Forschenden plädieren für Umwelt- und Vermögenssteuern, die Schäden verhindern und Lösungen finanzieren sollen.
DW
Die von der Bundesregierung eingesetzte Rentenkommission hat ihren Bericht vorgelegt. Im Kern empfiehlt das Gremium drei große Weichenstellungen: Das Renteneintrittsalter soll ab 2032 schrittweise steigen und langfristig bei 70 Jahren landen. Die Rente mit 63 soll abgeschafft werden. Außerdem soll eine verpflichtende kapitalmarktgedeckte Zusatzrente nach schwedischem Vorbild eingeführt werden, in die Arbeitgeber und Arbeitnehmer je ein Prozent des Bruttolohns einzahlen. Neu einbezogen in die Rentenkasse werden sollen zudem Selbstständige und Abgeordnete, perspektivisch auch Beamte.
ZDF heute
Eine stabile Hochdrucklage hält Deutschland weiter im Griff. Fachleute sprechen von einer sogenannten Hitzeglocke, die kühlere Luftmassen blockiert und gleichzeitig heiße Luft aus Nordafrika nach Mitteleuropa lenkt. Bis Ende Juni werden laut europäischem Wettermodell Temperaturen zwischen 30 und 40 Grad erwartet, im Südwesten in einzelnen Berechnungen sogar bis zu 42 Grad – was einen neuen deutschen Hitzerekord bedeuten würde. Erste Abkühlung ist frühestens ab dem 30. Juni in Sicht.
T-Online
Der Schattenwirtschafts-Experte Friedrich Schneider warnt vor den Plänen der Rentenkommission, Minijobs weitgehend abzuschaffen. Er schätzt, dass die Schwarzarbeit dadurch 2027 um mindestens 25 Milliarden Euro steigen würde – ähnlich wie vor 2003, als die Einführung der Minijobs die Schwarzarbeit um 20 bis 23 Milliarden Euro senkte. Auch der Handelsverband schlägt Alarm: In der Branche gäbe es rund 800.000 Minijobberinnen und -jobber, die zur Abfederung von Spitzenzeiten unverzichtbar seien.
n-tv
Nach mehr als zehn Monaten Sperrung rollt der Verkehr auf der Bahnstrecke Berlin-Hamburg wieder, doch reibungslos läuft es noch nicht. Fast alle ICEs hatten in den ersten Tagen zehn bis 15 Minuten Verspätung, zusätzlich gilt bis Ende Juni eine vorsorgliche Viertelstunde Verzögerung im Fernverkehr. Grund seien „Anlaufschwierigkeiten". Belastungsfahrten zur Festigung des Schotterbetts und die finale Abnahme des neuen Zugsicherungssystems sind noch nicht abgeschlossen. Bei der Generalsanierung wurden 165 Kilometer neue Gleise verlegt, 249 Weichen eingebaut und 28 Bahnhöfe saniert.
Tagesschau
Das Bundesarbeitsministerium hat einen ersten Entwurf zur Reform des Arbeitszeitgesetzes vorgelegt – und erntet scharfe Kritik. Der Koalitionsvertrag hatte mehr Flexibilität bei der Wochenarbeitszeit versprochen und Vertrauensarbeitszeit ohne Zeiterfassung ausdrücklich erhalten wollen. Der Entwurf liefert das Gegenteil: Flexible Arbeitszeiten sollen nur für tarifgebundene Betriebe gelten – was die meisten Handwerksbetriebe von vornherein ausschließt. Und die Pflicht zur elektronischen Erfassung jeder Arbeitsstunde soll nun doch kommen. Der ZDH und der Zentralverband Deutsches Baugewerbe fordern eine komplette Überarbeitung.
Handwerksblatt
Beim EU-Gipfel in Brüssel haben alle 27 Staats- und Regierungschefs beschlossen, die Sanktionen gegen Russland erstmals um zwölf statt der bisherigen sechs Monate zu verlängern. Das halbjährliche Tauziehen um die Verlängerung – vor allem durch Ungarns russlandnahen Ex-Premier Viktor Orbán – gehört damit der Vergangenheit an. Möglich wurde das durch den Regierungswechsel in Budapest: Seit Mai führt der pro-europäische Peter Magyar die ungarische Regierung.
Stern
Das Ifo Institut prognostiziert für die deutsche Wirtschaft 2026 und 2027 jeweils 0,8 Prozent BIP-Wachstum. Die Energiepreise infolge des Irankriegs kosten Deutschland rund 34 Milliarden Euro Kaufkraft und steigern die Inflation auf 2,9 Prozent. Ohne massive Staatsausgaben für Infrastruktur, Verteidigung und Klimaneutralität wäre das Wachstum wohl ausgefallen. Der Preis dafür: Das Staatsdefizit steigt von 4,1 Prozent 2026 auf 4,9 Prozent 2027. Langfristig bleibt der Ausblick trüb, denn demografischer Wandel und schwache Produktivität drücken das Wachstumspotenzial bis Ende des Jahrzehnts auf historisch niedrige 0,1 Prozent.
Ifo Institut
Der CDU-Wirtschaftsrat fordert tiefgreifende Einschnitte in der Rentenpolitik. Im Fokus stehen Grundrente, Mütterrente und Rente mit 63 - aus Sicht der Unternehmerlobby nicht länger finanzierbar. Die Begründung sind steigende Sozialabgaben und demografischer Wandel. Gefordert wird eine „180-Grad-Wende“ in der Alterssicherung. Die Debatte über die Zukunft des Rentensystems nimmt weiter Fahrt auf.
Zeit Online
Die Messe „Berlin Asia Pacific“ und die „National Environment Agency“ Singapurs haben eine Partnerschaft zur Einführung der „CMS Asia“ geschlossen. Die neue Fachmesse findet erstmals vom 8. bis 10. Juni 2027 in Singapur statt und wird parallel zum „CleanEnviro Summit Singapore“ ausgerichtet. Ziel ist der Aufbau einer integrierten regionalen Plattform für Reinigungs-, Facility-Management- und Umweltdienstleistungen im asiatisch-pazifischen Raum. Im Fokus stehen nachhaltige, effiziente und technologiegetriebene Lösungen für urbane Infrastrukturen sowie der Ausbau internationaler Zusammenarbeit.
CMS
Direkt vor der geplanten Unterzeichnung in der Schweiz ist der genaue Wortlaut des Rahmenabkommens zwischen den USA und dem Iran noch nicht offiziell bekannt – mehrere Medien veröffentlichten jedoch einen 14-Punkte-Entwurf. Demnach soll der Krieg sofort beendet, die Straße von Hormus innerhalb von 30 Tagen wieder normal befahrbar und die US-Seeblockade gegen iranische Häfen aufgehoben werden. Im Gegenzug sollen umfassende US-Sanktionen fallen, während die USA und Partner mindestens 300 Milliarden US-Dollar für den Wiederaufbau mobilisieren wollen. Das Weiße Haus dementierte allerdings, dass der veröffentlichte Text dem tatsächlichen Abkommen entspreche.
Stern
Heute werden in weiten Teilen Deutschlands Temperaturen von bis zu 38 Grad erwartet, weshalb der Deutsche Wetterdienst für nahezu alle Bundesländer Hitzewarnungen ausgesprochen hat. Gleichzeitig drohen ab dem Nachmittag und Abend örtlich kräftige Gewitter mit Starkregen, Hagel und Sturmböen. Die Experten warnen vor den gesundheitlichen Risiken extremer Hitze. Arbeitgeber sollten deshalb auf ausreichende Trinkwasserversorgung, möglichst kühle Arbeitsräume sowie angepasste Arbeitszeiten und regelmäßige Pausen achten.
Spiegel
Der Renteneintritt der Babyboomer trifft den deutschen Arbeitsmarkt härter als erwartet. Bis 2036 schrumpft das sogenannte „Erwerbspersonenpotenzial“ laut einer neuen IW-Studie um 4,3 Millionen. Noch vor zwei Jahren rechnete das Institut mit einer Lücke von drei Millionen. Grund für die pessimistischere Prognose: Die Bevölkerung schrumpft früher als angenommen. Jahr für Jahr rücken nur rund 800.000 junge Menschen nach, während 1,3 Millionen Babyboomer in Rente gehen. Als Gegenmaßnahmen nennt das Institut längere Lebensarbeitszeiten und mehr Zuwanderung von Fachkräften.
IW Köln
Zum Jahresende 2025 lebten 83,5 Millionen Menschen in Deutschland – 110.000 weniger als ein Jahr zuvor. Die Nettozuwanderung von 235.000 Personen konnte das Geburtendefizit von 352.000 nicht ausgleichen. Nur die Stadtstaaten Berlin, Hamburg und Bremen verzeichneten Zuwachs, Thüringen, Sachsen-Anhalt und das Saarland schrumpften am stärksten. Der Anteil älterer Menschen dagegen wächst stetig: Die Zahl der über 60-Jährigen stieg um 387.000 auf einen Bevölkerungsanteil von 31 Prozent.
Destatis
Laut einer Ifo-Studie im Auftrag der arbeitgebernahen „Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft“ ließe sich die Finanzlage des Bundes bis 2030 um jährlich bis zu 60 Milliarden Euro verbessern. Den größten Beitrag liefert demnach die Rentenversicherung: Würden Renten an die Inflation statt an die Löhne gekoppelt und die Mütterrente schrittweise reduziert, ergäben sich rund 20 Milliarden Euro Einsparung. Weitere 31 Milliarden Euro brächte eine Kürzung noch nicht genehmigter Subventionen um 60 Prozent. Ifo-Präsident Clemens Fuest mahnt, jetzt Reformpakete anzustoßen, um den Anstieg von Staatsschulden zu verhindern.
Ifo Institut
Das Europäische Parlament hat die Umsetzung des Handelsabkommens mit den USA endgültig freigegeben. Während US-Produkte von abgeschafften Industriezöllen und besseren Marktzugängen profitieren, müssen die meisten EU-Exporte künftig mit 15 Prozent Zoll in die USA rechnen. Schutzklauseln sollen Europa absichern, falls die USA neue Handelsbarrieren errichten oder das Abkommen der europäischen Wirtschaft schadet.
Handelsblatt
In Deutschland haben im ersten Quartal 2026 rund 6.275 Unternehmen Insolvenz angemeldet – 6,5 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum, so die Zahlen des Statistischen Bundesamts. Besonders stark betroffen war der Bereich Verkehr und Lagerei, dahinter folgten das Gast- und das Baugewerbe. Fachleute erwarten auch für das Gesamtjahr einen weiteren Anstieg – vor allem im verarbeitenden Gewerbe, wo trotz gesunder Unternehmensstrukturen immer mehr Betriebe aus dem Markt ausscheiden müssten.
Zeit Online
Knapp 20 Prozent der Unternehmen, die bereits KI einsetzen, halten es für leicht möglich, Fachkräfte mit Hochschulabschluss durch KI-unterstützte Arbeitskräfte ohne Abschluss zu ersetzen. Berufserfahrung lässt sich laut der Ifo-Umfrage dagegen etwas schwerer kompensieren – hier sehen rund 15 Prozent der KI-nutzenden Unternehmen eine Ersetzbarkeit. Am stärksten ausgeprägt ist dieser Effekt im Handel, am schwächsten im Baugewerbe. Mehr als die Hälfte der Unternehmen hält einen solchen Austausch allerdings nach wie vor für schwer oder gar nicht möglich.
Ifo Institut
Eine weltweite Umfrage unter fast 2.000 Unternehmen zeigt: 90 Prozent der befragten Geschäftsführenden gehen davon aus, fossile Energien bis 2035 vollständig durch Erneuerbare ersetzt zu haben. Der Irankrieg hat den Druck erhöht – 79 Prozent gaben an, die Elektrifizierung sei dadurch dringlicher geworden. Deutsche Unternehmen bremst vor allem der hohe Strompreis: 70 Prozent befürchten, dass Deutschland bei der Energiewende bereits ins Hintertreffen gerät. Die Firmenchefs fordern von der Politik niedrigere Systemkosten, schnellere Genehmigungsverfahren und stabile Rahmenbedingungen.
T-Online
Nach mehr als drei Monaten Iran-Krieg soll die Straße von Hormus wieder passierbar werden. USA und Iran haben sich auf ein Rahmenabkommen geeinigt, die formelle Unterzeichnung ist für Freitag geplant. Doch Reedereien und Versicherer bleiben skeptisch: Rund 500 Schiffe müssen die Region erst noch verlassen, rund 20.000 Seeleute stecken fest. Der Verband Deutscher Reeder rechnet mit mindestens drei Monaten, bis alle deutschen Schiffe aus dem Persischen Golf zurück sind.
n-tv
Der Handwerkskammertag Land Brandenburg kritisiert eine mögliche Streichung des Handwerkerbonus im Rahmen der Bundeshaushaltsberatungen 2027. Die Steuerregelung ermöglicht es privaten Haushalten bislang, 20 Prozent der Arbeits- und Fahrtkosten aus Handwerkerrechnungen steuerlich geltend zu machen – bis zu 1.200 Euro pro Jahr. Falle der Bonus weg, drohten mehr Schwarzarbeit und weniger Aufträge für regionale Betriebe, warnt Kammerpräsident Robert Wüst. Die Regelung besteht seit rund 20 Jahren und soll gezielt legale Auftragsvergaben stärken.
Initiative Mittelstand
Der hessische Landtag hat eine Reform des Vergabe- und Tariftreuegesetzes beschlossen, die am 1. Juli in Kraft tritt. Dienstleistungsaufträge bis 100.000 Euro können künftig ohne formale Ausschreibung vergeben werden – bei Bauaufträgen liegt der Schwellenwert sogar bei bundesweit einmaligen 750.000 Euro. Gleichzeitig führt das Gesetz eine Tarifpflicht ein: Ab einem Auftragswert von 20.000 Euro kommen nur noch Unternehmen zum Zug, die Tariflöhne zahlen.
Frankfurter Rundschau
Die Inflationsrate in Deutschland lag im Mai bei 2,6 Prozent, nach 2,9 Prozent im April. Haupttreiber bleiben laut Statistischem Bundesamt die Energiepreise, die im Jahresvergleich um 6,6 Prozent stiegen. Der seit 1. Mai geltende Tankrabatt dürfte den Anstieg jedoch abgemildert haben: Kraftstoffe verteuerten sich zwar um 18 Prozent, im April waren es jedoch noch 26,2 Prozent. Nahrungsmittel blieben mit plus 0,4 Prozent weitgehend stabil, die Preise für Dienstleistungen stiegen um 3,1 Prozent.
Destatis
Die Industriegewerkschaft BAU hat ihre Lohnforderungen für die kommende Tarifrunde in der Gebäudereinigung veröffentlicht: 13 Prozent mehr für die beschäftigungsstärkste Lohngruppe bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Der Bundesinnungsverband des Gebäudereiniger-Handwerks lehnt das entschieden ab. Die Branchenstimmung sei so pessimistisch wie nie zuvor, Kunden reduzierten Aufträge und Investitionen würden verschoben. Die erste Tarifrunde findet am 9. September 2026 statt.
Die Gebäudedienstleister
Deutschland gehört zu den EU-Ländern, die trotz abgelaufener Frist noch keinen Aktionsplan zur Stärkung der Tarifbindung bei der EU eingereicht haben. Laut einer Studie des WSI der Hans-Böckler-Stiftung arbeiten hierzulande nur 49 Prozent der Beschäftigten in tarifgebundenen Unternehmen – weit hinter Spitzenreitern wie Italien und Belgien mit je 100 Prozent. Die EU-Mindestlohn-Richtlinie verpflichtet Länder unter 80 Prozent zur Vorlage eines solchen Plans. Bleibt er aus, droht Deutschland ein Vertragsverletzungsverfahren.
FAZ
Unternehmen in Deutschland können künftig gleichzeitig vom Industriestrompreis und der Strompreiskompensation profitieren – bislang war eine Kombination beider Instrumente ausgeschlossen. Wirtschaftsministerin Katherina Reiche hat die EU-Kommission davon überzeugt, dass dieser Schritt angesichts der hohen Energiepreise notwendig ist. Die Kumulierung kostet den Bundeshaushalt rund eine Milliarde Euro zusätzlich.
Stern
Heute findet zum 36. Mal der Internationale Tag der Gebäudereinigung statt – der sogenannte „Justice for Janitors Day". Der Tag erinnert an eine Demonstration von Reinigungskräften in Los Angeles im Jahr 1990, die nach einem dreiwöchigen Streik für bessere Arbeitsbedingungen auf die Straße gingen und eine 25-prozentige Lohnerhöhung erkämpften. Die IG BAU nutzt den Tag, um auf die rund 700.000 Beschäftigten in der deutschen Gebäudereinigung aufmerksam zu machen und faire Löhne sowie tarifliche Verbesserungen zu fordern.
IG BAU
Das Schweizer Bundesgericht hat entschieden, dass Städte und Gemeinden im Kanton Zürich eigene Mindestlöhne einführen dürfen – ohne ausdrückliche Grundlage in der Kantonsverfassung. Damit können Zürich und Winterthur ihre per Volksabstimmung beschlossenen Mindestlöhne von 23,90 bzw. 23 Franken pro Stunde in Kraft setzen. Das Urteil hat Signalwirkung: Als Leitentscheid gilt es für alle Zürcher Gemeinden und dürfte auch Bestrebungen in anderen Kantonen Auftrieb geben.
SRF
Der unabhängige Investitions- und Innovationsbeirat zieht eine gemischte Bilanz zur Verwendung des 500-Milliarden-Euro-Sondervermögens. Die Mittel flössen zu langsam ab – vor allem die Länder hätten bislang lediglich ein Prozent ihrer Gelder abgerufen. Der Beirat fordert zudem eine stärkere Priorisierung von Forschung und Entwicklung sowie ein ressortübergreifendes Zielbild, das die bislang zersplitterten Investitionen bündelt. Ifo Institut und IW beziffern den Anteil, der schlicht Haushaltslöcher stopft, auf 86 bis 95 Prozent.
Zeit Online
Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung erwartet, dass die Wirtschaftsleistung im Frühjahr- und Sommerquartal 2026 leicht schrumpfen wird – zwei Minus-Quartale in Folge gelten als technische Rezession. Hauptursache ist der Energiepreisschock infolge des Irankriegs. Für das Gesamtjahr rechnet das DIW nur noch mit 0,5 Prozent Wachstum, getragen allein durch staatliche Investitionen. Den Tankrabatt empfiehlt das Institut nicht zu verlängern. Stattdessen plädiert DIW-Präsident Marcel Fratzscher für eine Energiekostenpauschale für einkommensschwache Haushalte.
Spiegel Online
Nach einem mehr als dreistündigen Treffen im Kanzleramt zeigten sich Koalition, Arbeitgeber und Gewerkschaften einig, dass der Wirtschaftsstandort Deutschland vor großen Herausforderungen steht. Konkrete Beschlüsse gab es nicht – lediglich die Zusage, den Dialog fortzusetzen. Bis zur Sommerpause Mitte Juli will die Koalition Reformen bei Sozialversicherungen, Steuern, Arbeitsplätzen und Bürokratieabbau auf den Weg bringen. Am 1. Juli soll der Koalitionsausschuss die Eckpunkte beschließen.
Deutsche Börse
Die Landeshauptstadt Düsseldorf ist beim Tag der öffentlichen Auftraggeber in Berlin mit dem BME-Award „Innovation schafft Vorsprung 2026" ausgezeichnet worden. Prämiert wurde das Konzept der Tagesreinigung: Statt morgens vor dem Unterricht wird in 109 Düsseldorfer Schulen nun während des laufenden Schulbetriebs gereinigt. Das Ergebnis: sauberere Sanitärbereiche, weniger Vandalismusschäden, kürzere Reaktionszeiten – und mehr Sichtbarkeit für die Reinigungskräfte im Schulalltag. Weitere Schulen werden derzeit auf das Modell umgestellt.
Düsseldorf
Arbeitgeberpräsident Rainer Dulger dringt auf eine Kostendämpfung bei der Rente. Den Beitragszahlern sei es nicht zu vermitteln, dass die Renten in diesem und im nächsten Jahr mit jeweils über vier Prozent deutlich stärker steigen sollen als Löhne und Preise, sagte er. Zum 1. Juli werden die Bezüge von mehr als 21 Millionen Rentnerinnen und Rentnern um mehr als 4,2 Prozent erhöht – allein das koste über 18 Milliarden Euro. Dulger fordert die Rückkehr zum Nachhaltigkeitsfaktor, ein schrittweise steigendes Rentenalter sowie den Ausbau kapitalgedeckter Vorsorge. Der Rentenbeitrag dürfe nicht auf 20 Prozent steigen.
n-tv
Im ersten Quartal 2026 gab es in Deutschland 1,15 Millionen offene Stellen. Das sind rund acht Prozent weniger als im Vorquartal und zwei Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Das geht aus der IAB-Stellenerhebung hervor. Auf 100 ausgeschriebene Stellen kamen bundesweit durchschnittlich 264 arbeitslos gemeldete Personen – 33 mehr als noch im Vorquartal. Trotzdem gibt es ein Passungsproblem: Nur 24 Prozent der offenen Stellen erforderten keinen Berufsabschluss, während fast die Hälfte aller Arbeitssuchenden ausschließlich im Helferbereich eine Stelle suchte.
IAB
Menschen, die beruflich im Freien arbeiten, erkranken mehr als doppelt so häufig an Melanomen im Gesicht wie Beschäftigte in Innenräumen. Das zeigt eine aktuelle Studie des Nationalen Centrums für Tumorerkrankungen. In Deutschland sind rund 5,5 Millionen Menschen betroffen – die empfohlene UV-Maximaldosis wird bei ihnen regelmäßig um das Fünffache überschritten. Nur fünf Prozent nutzen regelmäßig Sonnenschutz. Arbeitgeber sind gesetzlich zum Schutz verpflichtet; die BG Bau fördert entsprechende Maßnahmen.
Handwerk
Der seit 1. Mai geltende Tankrabatt wird weitgehend an die Verbraucherinnen und Verbraucher weitergegeben, wie eine Analyse des Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung zeigt. Bei Diesel sanken die Preise sogar um 1,4 Cent mehr als die Steuersenkung von knapp 17 Cent erwarten ließ, bei Benzin kam rund 80 Prozent der Entlastung an. Eine Verlängerung über den 30. Juni hinaus empfehlen die Forschenden dennoch nicht: Die Maßnahme koste den Staat über eine Milliarde Euro, sei ökologisch kontraproduktiv und entlaste vor allem Menschen, die viel oder verbrauchsintensiv fahren.
Zeit Online
Der Facility-Service-Markt in Deutschland wächst weiter. Erstmals erwirtschafteten fünf Anbieter einen Umsatz von über einer Milliarde Euro – neu dabei ist Piepenbrock. Die 25 führenden Anbieter steigerten ihre Umsätze im abgelaufenen Geschäftsjahr im Schnitt um 6,3 Prozent, wie die neue Lünendonk-Liste zeigt. Als Bremsfaktoren nennt Lünendonk die angespannte Konjunktur und den steigenden Preisdruck in Vergabeverfahren. Wachstumsimpulse erwartet die Branche dagegen aufgrund der verschärften Regulierung kritischer Infrastrukturen.
Lünendonk
Die Auftragseingänge im verarbeitenden Gewerbe sind im April um 3,8 Prozent gegenüber dem Vormonat zurückgegangen – und damit stärker als erwartet. Besonders betroffen war die Automobilindustrie mit einem Minus von 5,3 Prozent. Als wesentlicher Faktor gelten der Irankrieg und die damit verbundene faktische Sperrung der Straße von Hormus, die bereits im März zu vorgezogenen Bestellungen geführt hatte. Die Auslandsnachfrage aus der Eurozone brach dabei um 11,1 Prozent ein.
Zeit Online
Bundesfinanzminister Lars Klingbeil hat sich für eine verpflichtende Betriebsrente ausgesprochen und dabei einen Vorschlag des Deutschen Gewerkschaftsbunds unterstützt. Gemeinsam mit dem Ausbau der privaten Vorsorge und der gesetzlichen Rente als Grundlage sieht er darin eine Chance, das Rentensystem zukunftsfähig zu machen. Der CDU-Wirtschaftsrat widerspricht: Eine Pflicht zur Betriebsrente schränke die Wahlfreiheit der Beschäftigten ein und mache den Faktor Arbeit noch teurer. Auf Basis einer Rentenkommission will die Koalition noch in diesem Monat neue Reformvorschläge vorlegen.
T-Online
Im ersten Quartal 2026 wuchs die Wirtschaft in den meisten Bundesländern, wie neue Berechnungen des Ifo Instituts zeigen. Die stärksten Zuwächse verzeichneten Berlin und Brandenburg mit je 0,9 Prozent, gefolgt von Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz mit je 0,8 Prozent. Als Wachstumstreiber nennt das Institut vor allem die Industrie sowie erhöhte Staatsausgaben für Verteidigung. Norddeutsche Länder wie Schleswig-Holstein und Hamburg hingegen verzeichneten nach einem starken Vorjahr Rückgänge. Nordrhein-Westfalens Wirtschaft schrumpfte um 0,1 Prozent – ein Spiegelbild des fortschreitenden Strukturwandels in der Industrie. Die Zahlen spiegeln noch die Lage vor dem stärksten Einbruch durch den Irankrieg wider.
Ifo Institut
Die OECD erwartet infolge des Irankriegs und der Schließung der Straße von Hormus eine deutliche Abschwächung des globalen Wirtschaftswachstums von 3,4 auf 2,8 Prozent in diesem Jahr. Für die Eurozone wird ein Rückgang von 1,4 auf 0,8 Prozent erwartet. Deutschland kommt mit einer Prognose von 0,7 Prozent etwas besser weg als von den Wirtschaftsweisen zuletzt vorhergesagt. Die OECD kritisiert den deutschen Tankrabatt als zu wenig zielgenau. Er entlaste einkommensschwache Haushalte nicht ausreichend und verringere Anreize zum Energiesparen.
Süddeutsche Zeitung
Die Wirtschaft im Euroraum ist im ersten Quartal um 0,2 Prozent geschrumpft – nach einem Plus von 0,2 Prozent im Vorquartal. Maßgeblich dazu beigetragen hat das irische Bruttoinlandsprodukt mit einem Minus von 12,1 Prozent. Dieser Einbruch lag an Sondereffekten in der Pharmaindustrie: Im Vorjahr hatten US-Lageraufstockungen wegen drohender Zölle die irischen Exporte in die Höhe getrieben – dieser Effekt kehrte sich nun ins Gegenteil um. Die EZV wird kommende Woche voraussichtlich den Leitzins erstmals seit fast drei Jahren anheben.
Spiegel Online
Bundesgesundheitsministerin Nina Warken hat ein Reformpaket für die Pflegeversicherung vorgelegt. Der Beitragssatz für Kinderlose soll 2027 auf 4,3 Prozent steigen, bisher beitragsfreie Ehepartner müssen künftig 0,52 Prozent zahlen. Der pauschale Entlastungsbetrag für Pflegegrad 1 soll entfallen, höhere Entlastungsstufen für Heimbewohner greifen jeweils sechs Monate später. Aus der CSU kommt deutliche Kritik: Das Paket sei kein echter Reformansatz, sondern ein Verschiebebahnhof in Richtung Sozialhilfe.
Merkur
Die Handwerkskammer Dresden hat Vertreterinnen und Vertreter von Zoll, Landratsämtern und Handwerk zu einem Runden Tisch zusammengebracht. Thema war die wachsende Schwarzarbeit in der Konjunkturkrise. Hauptgeschäftsführer Andreas Brzezinski warnte, hohe Steuern und Sozialabgaben trieben die Schwarzarbeit an – jede weitere Erhöhung wirke wie ein Konjunkturprogramm für den illegalen Markt. Besonders betroffen sind demnach das Bau- und Ausbaugewerbe sowie das Friseurhandwerk mit seiner wachsenden Zahl an Barbershops.
Handwerkskammer Dresden
Der Bundesinnungsverband des Gebäudereiniger-Handwerks setzt sich dafür ein, dass bei öffentlichen Ausschreibungen neben dem Preis auch Qualitätskriterien wie Personalmanagement und Nachhaltigkeit stärker berücksichtigt werden. Dazu hat der Verband eine Kongressreihe gestartet mit dem nächsten Termin am 10. Juni 2026 in Köln. Vergaberechtler Dr. Daniel Soudry erklärt im BIV-Podcast „Glanzstück“, warum reine Preisfixierung regelmäßig zu schlechten Reinigungsergebnissen führt und wie öffentliche Auftraggeber Qualität rechtssicher in die Angebotsbewertung einbeziehen können.
Die Gebäudedienstleister
Deutschland setzt eine EU-Richtlinie zur Entgelttransparenz nicht fristgerecht um. Die Bundesregierung will sie erst Anfang 2027 in deutsches Recht überführen. SPD-Politikerinnen werfen der Union vor, das Gesetz zu blockieren. Die Richtlinie sieht unter anderem vor, dass Bewerberinnen und Bewerber frühzeitig über Einstiegsentgelte informiert werden müssen und dass die Frage nach dem bisherigen Gehalt verboten wird. Auch können Beschäftigte Auskunft über durchschnittliche Gehälter für vergleichbare Tätigkeiten verlangen.
Zeit Online
Das Bundeskabinett hat ein Aktionsprogramm zur Nationalen Kreislaufwirtschaftsstrategie beschlossen. Bis Ende 2027 will die Bundesregierung zwölf Maßnahmen vorantreiben, bis 2029 sind dafür insgesamt 260 Millionen Euro aus dem Klima- und Transformationsfonds eingeplant. Kernelemente sind ein neues Förderprogramm für innovative Recyclingverfahren, eine Digitalisierungsinitiative mit digitalen Produktpässen sowie die Stärkung von Recyclingprodukten in der öffentlichen Beschaffung. Auch rechtliche Verbesserungen wie ein neues Textilgesetz sollen kommen.
BMUKN
Vom 20. bis 28. Juni findet auf dem Messegelände in Hannover die Ideenexpo 2026 statt – Europas größte Technologie- und Innovationsmesse für junge Menschen. Das Handwerk ist Partner der Messe und präsentiert sich mit einem Gemeinschaftsstand sowie zahlreichen Mitmach-Aktionen. Jugendliche können unter anderem Beton gießen, ein Miniatur-Holzhaus bauen oder in einem Dachkran auf 30 Meter Höhe fahren. Ziel ist es, junge Menschen für handwerkliche Berufe zu begeistern und die Vielfalt des Handwerks erlebbar zu machen.
Handwerk
Im Jahr 2025 sind rund 235.000 Personen mehr nach Deutschland zu- als fortgezogen. Dies ein Rückgang von 45 Prozent gegenüber dem Vorjahr, so Zahlen des Statistischen Bundesamts. Ursachen sind die geringere Zuwanderung aus den Asylherkunftsländern sowie ein negativer Wanderungssaldo gegenüber der EU von minus 54.000 Personen. Auch die Nettozuwanderung aus der Ukraine sank um 21 Prozent auf 96.000 Personen. Gleichzeitig wanderten mehr Deutsche aus als im Vorjahr. Sie zog es vor allem in die Schweiz, nach Österreich oder Spanien.
Destatis
Wenn Kinder krank sind und betreut werden müssen, bleiben noch immer vor allem Frauen zu Hause. Laut einer AOK-Auswertung entfielen 2025 rund 73 Prozent der Kinderkrankentage auf weibliche Kassenmitglieder, nur 27 Prozent auf Männer. Die AOK-Bundesverbandschefin Carola Reimann sieht darin eine weiterhin ungleiche Verteilung der Sorgearbeit in Familien. Gesetzlich versicherte Eltern haben pro Kind und Elternteil Anspruch auf jeweils 15 Kinderkrankentage im Jahr, Alleinerziehende 30 Tage. Die Krankenkasse zahlt in der Regel 90 Prozent des Nettoverdienstes.
Tagesspiegel
Laut der Frühjahrsfinanzschätzung der Deutschen Rentenversicherung könnte der Beitragssatz 2028 auf 19,9 Prozent steigen – 1,3 Prozentpunkte mehr als heute und etwas mehr als bislang angenommen. Bis 2027 soll er bei 18,6 Prozent stabil bleiben. Es wäre die erste Erhöhung seit 2007. Im vergangenen Jahr stiegen die Ausgaben der Rentenversicherung um sechs Prozent auf 421,3 Milliarden Euro und damit stärker als die Einnahmen. Die Bundesregierung will noch bis zum Sommer eine Rentenreform auf den Weg bringen.
Zeit Online
Bundesbildungsministerin Karin Prien und ZDH-Präsident Jörg Dittrich haben gemeinsam den diesjährigen „Sommer der Berufsausbildung“ eröffnet und gleichzeitig die neue Vereinbarung der Allianz für Aus- und Weiterbildung für den Zeitraum 2026 bis 2029 vorgestellt. Bis September informieren Aktionen auf Bundes-, Landes- und regionaler Ebene unter dem Motto „Erfolgreich in die Zukunft mit #AusbildungSTARTEN“ über berufliche Bildung und bringen Betriebe und Jugendliche zusammen. Schwerpunkte sind Berufsorientierung, Exzellenz und Vielfalt – auch mit Blick auf die EuroSkills 2027 in Düsseldorf.
ZDH
Die Finanzminister der sechs größten EU-Volkswirtschaften – Deutschland, Frankreich, Italien, die Niederlande, Polen und Spanien – haben sich auf eine gemeinsame Position zur Kapitalmarktunion geeinigt. Ziel ist eine stärkere Integration der bislang zersplitterten europäischen Finanzmärkte, die im globalen Wettbewerb mit den USA und China als Nachteil gelten. Kernpunkt ist die schrittweise Übertragung von Aufsichtskompetenzen auf die europäische Wertpapieraufsichtsbehörde ESMA, unter anderem im Kryptohandel.
n-tv
Das Land Brandenburg will die Vergabe öffentlicher Aufträge künftig ebenfalls stärker an die Einhaltung von Tariflöhnen knüpfen. Vorbild ist das Berliner Modell, das seit 2022 eine Tariftreuepflicht in der Landesvergabe vorsieht. Ziel ist es, Lohndumping bei öffentlichen Aufträgen zu verhindern und tarifgebundene Unternehmen im Wettbewerb zu stärken. Wegen der engen wirtschaftlichen Verflechtung beider Länder strebt Brandenburg eine Abstimmung mit Berlin an.
Vergabeblog
Die finanzielle Lage der deutschen Kommunen verschlechtert sich weiter: Nur noch zwölf Prozent der Kämmerer bewerten die wirtschaftliche Situation ihrer Kommune als gut, 69 Prozent als ausreichend oder gar mangelhaft. Etwas Hoffnung bringt das Sondervermögen des Bundes für Infrastruktur und Klimaneutralität: Rund ein Fünftel der Kommunen erwartet bereits in diesem Jahr Investitionsimpulse daraus, für 2027 rechnen 38 Prozent damit. Vor allem sollen die Mittel in Schulen und Straßen fließen. KfW-Chefvolkswirt Dirk Schumacher betont jedoch: Das Sondervermögen sei angesichts der großen Rückstände nur ein Tropfen auf dem heißen Stein.
KfW
Die Inflationsrate in Deutschland beträgt im Mai 2026 voraussichtlich 2,6 Prozent – nach 2,9 Prozent im April, so das Statistische Bundesamt. Die Energiepreise stiegen zwar weiterhin deutlich um 6,6 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat, haben sich aber spürbar abgeschwächt – im April lag der Anstieg noch bei 10,1 Prozent. Die Kerninflation ohne Nahrungsmittel und Energie liegt bei 2,5 Prozent. Gegenüber dem Vormonat sanken die Verbraucherpreise um 0,2 Prozent.
Destatis
Im ersten Quartal 2026 sind die Reallöhne in Deutschland um 1,8 Prozent gestiegen: Die Bruttomonatslöhne wuchsen um 4,1 Prozent, während die Verbraucherpreise um rund 2,2 Prozent zulegten. Besonders stark stiegen die Löhne im Bergbau und in der Finanzbranche, unterdurchschnittlich in der öffentlichen Verwaltung und im Baugewerbe. Fachleute warnen jedoch: Die steigende Inflation infolge des Irankriegs könnte den Kaufkraftzuwachs bald aufzehren. Immerhin: Anders als 2022 nach dem Ukrainekrieg dürfte die Kaufkraft diesmal nicht sinken, sondern nur weniger stark steigen.
Spiegel Online
Im April waren rund 45,6 Millionen Menschen in Deutschland erwerbstätig. Saisonbereinigt blieb die Zahl gegenüber dem Vormonat nahezu unverändert – nach einem durchschnittlichen monatlichen Rückgang von 17.000 Personen von März bis Mai. Im Vorjahresvergleich sank die Erwerbstätigenzahl um 184.000 Personen bzw. 0,4 Prozent. Die Erwerbslosenquote stieg leicht auf 3,9 Prozent.
Destatis
Das arbeitgebernahe Institut der deutschen Wirtschaft schlägt vor, die Flexibilisierung der täglichen Arbeitszeit zunächst nur auf Bürobeschäftigte zu beschränken, wo keine Gesundheitsrisiken drohen. Der DGB lehnt jede Änderung ab und hat Zahlen vorgelegt: Mehr als jeder zweite Beschäftigte würde lieber kürzer arbeiten, 40 Prozent der Frauen fühlen sich nach der Arbeit oft ausgebrannt. DGB-Vizechefin Elke Hannack warnt: „Echtes Wachstum entsteht durch motivierte, gesunde Arbeitskräfte – nicht durch entgrenzte Arbeitszeiten ohne Schutz."
Tagesspiegel
Viele Industriekunden bestellen vorsorglich mehr Chemikalien, weil sie infolge des Irankriegs und der blockierten Straße von Hormus Lieferengpässe befürchten. Produktion und Umsatz der deutschen Chemieindustrie legten im ersten Quartal gegenüber dem Schlussquartal 2025 jeweils um zwei Prozent zu. Im Vorjahresvergleich schrumpfte die Produktion jedoch um sechs Prozent, der Umsatz fiel um 5,4 Prozent. Nach dem Ende des Krieges dürfte der Wettbewerbsdruck aus Asien wieder zunehmen.
Zeit Online
Laut Statistischem Bundesamt lag der Teilzeitanteil aller Beschäftigten in Deutschland im Jahr 2025 bei 31,9 Prozent – ein neuer Rekordwert. Besonders stark verbreitet ist Teilzeit bei Frauen. Mehr als jede zweite arbeitete in Teilzeit, bei Männern war es jeder Siebte. Unter erwerbstätigen Müttern mit Kindern unter 18 Jahren lag die Quote sogar bei 66,4 Prozent. Zum Anstieg beigetragen habe auch der Wegfall von Vollzeitstellen in der Industrie. Arbeitsmarkt-Expertin Yvonne Lott wertet die Entwicklung positiv: „Das ist kein Rückzug aus dem Erwerbsleben. Das ist selbstbestimmtes Arbeiten in einem Umfang, der zu Lebensphasen und -entscheidungen passt.“
FAZ
Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche reist mit einer 35-köpfigen Wirtschaftsdelegation nach China – darunter Vertreterinnen und Vertreter von Dax-Konzernen, Mittelständlern und Start-ups. Auf ihrem Programm stehen Treffen mit Handelsminister Wang Wentao und Vize-Premier He Lifeng. Der Besuch steht unter dem Spannungsfeld unterschiedlicher Interessen: Während Unternehmen mit laufendem China-Geschäft vor Konfrontation warnen, fordern andere gleiche Wettbewerbsbedingungen oder mehr Schutz vor chinesischer Marktmacht.
n-tv
Gesundheitsministerin Nina Warken erwägt offenbar, den Beitragszuschlag für Kinderlose in der Pflegeversicherung um 0,1 Prozentpunkte auf 0,7 Prozent anzuheben. Der Gesamtbeitrag für Kinderlose beträgt derzeit 4,2 Prozent. Der Deutsche Gewerkschaftsbund lehnt das ab und bezeichnet den Ansatz als unnötige Diskriminierung. DGB-Vorstandsmitglied Anja Piel betont, höhere Beiträge für Kinderlose lösten die strukturellen Probleme der Pflegeversicherung nicht.
Spiegel Online
Die Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft weitet ihr Förderprogramm für den Arbeitsschutz aus. Neu im Katalog sind ab dem 1. Juli Drohnen, die gefährliche Kontroll- oder Reinigungsarbeiten an Dächern, Fassaden, Schächten oder Kanälen übernehmen können. Gefördert werden Anschaffung, Führerschein und Anmeldung beim Luftfahrt-Bundesamt – mit bis zu 2.000 Euro pro Jahr. Ebenfalls neu ist die Förderung für temporäre Absturz- und Durchsturzsicherungen, die bis zu 3.000 Euro, in bestimmten Fällen bis zu 10.000 Euro betragen kann. Gleichzeitig endet zum 30. Juni die Förderung für mehrere Produkte, darunter Leiter-Lift-Systeme und Dieselpartikelfilter.
Handwerk
Laut dem Global Wealth Report der Boston Consulting Group ist die Zahl der Superreichen in Deutschland im Jahr 2025 um rund 1.100 auf etwa 5.000 gestiegen. Als superreich gilt, wer mehr als 100 Millionen Dollar, umgerechnet knapp 86 Millionen Euro besitzt. Dieser Gruppe allein gehören insgesamt knapp 2,9 Billionen Euro – mehr als ein Viertel des gesamten deutschen Finanzvermögens von rund 11 Billionen Euro. Verantwortlich dafür war laut BCG die starke Entwicklung der Aktienmärkte. Auf der anderen Seite besitzt die große Mehrheit von rund 66 Millionen Menschen mit einem Vermögen rund 215.000 Euro lediglich ein Drittel des gesamten Finanzvermögens.
Zeit Online
Wegen der Folgen des Irankriegs erwartet der Sachverständigenrat für 2026 nur noch ein Wirtschaftswachstum von 0,5 Prozent – im November war noch von 0,9 Prozent die Rede. Die gestiegenen Energiepreise treiben die Inflation auf voraussichtlich 3,0 Prozent. Langfristig warnen die Fachleute zudem vor steigenden Sozialversicherungsbeiträgen: Der Gesamtbeitragssatz könnte bis 2040 auf fast 50 Prozent steigen.
Tagesschau
Der Zentralverband des Deutschen Handwerks und die EuroSkills 2027 GmbH haben ein Memorandum of Understanding unterzeichnet. Im Mittelpunkt der Kooperation stehen Berufsorientierung, politische Begleitveranstaltungen sowie gemeinsame Öffentlichkeitsarbeit rund um die Europameisterschaft der Berufe. Diese findet im September 2027 in Düsseldorf statt. Erwartet werden rund 150.000 überwiegend junge Menschen als Gäste.
ZDH
Die Tagesreinigung gilt als wirksames Mittel zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen in der Gebäudereinigung. In Berlin wird sie jedoch nur schleppend umgesetzt, wie eine Anfrage des Linken-Abgeordneten Damniano Valgolio zeigt. In den meisten Bezirken ist die Reinigung zu Randzeiten nach wie vor die Regel. 71 Prozent der Berliner Reinigungskräfte arbeiten in Teilzeit – oft in zwei getrennten Schichten am Tag, ohne auf ein auskömmliches Einkommen zu kommen. Der Senat plant vorerst nur einen weiteren Modellversuch ab 2027 und sieht keinen Bedarf für gesetzliche Änderungen.
taz
Die Zahl der Menschen mit psychischen Erkrankungen hat sich laut einer Studie des Fachjournals „The Lancet“ seit 1990 fast verdoppelt, auf rund 1,2 Milliarden Menschen im Jahr 2023. Angststörungen und Depressionen sind inzwischen die beiden häufigsten psychischen Erkrankungen weltweit. Frauen und Jugendliche im Alter von 15 bis 19 Jahren sind besonders betroffen. Die Forschenden weisen darauf hin, dass psychische Krankheiten heute deutlich häufiger diagnostiziert werden als früher – und dass der Ausbau psychiatrischer und psychotherapeutischer Angebote mit der wachsenden Nachfrage nicht Schritt hält.
Stuttgarter Zeitung
Der Stellenabbau in der deutschen Industrie setzt sich trotz steigender Umsätze fort. Im ersten Quartal lag die Zahl der Industriebeschäftigten um 127.300 bzw. 2,3 Prozent unter Vorjahresniveau. Seit 2019 sind jeder siebzehnte und damit 341.500 Industriearbeitsplätze weggefallen. Besonders hart trifft es die Autoindustrie, wo seit 2019 jeder siebte Job verloren ging. Auf der anderen Seite deutet sich beim Umsatz erstmals seit zehn Quartalen eine Trendwende an. Dieser stieg im ersten Quartal um 1,7 Prozent, getrieben vor allem von der Metallbranche mit einem Plus von 18 Prozent.
EY
Der Wirtschaftsweise Achim Truger spricht sich dafür aus, Beamte in die gesetzliche Krankenversicherung einzubeziehen. „Durch ihr gutes Gehalt könnten sie die Kassenlage der GKV durchaus stärken", sagte er der Neuen Osnabrücker Zeitung. Truger stellt zudem infrage, ob es überhaupt so viele Beamte brauche. Ohne eine stärkere Einbindung in die Solidargemeinschaft drohe langfristig ein Klassensystem. Hintergrund: Die Gesundheitskosten für Bürgergeldempfänger von rund zwölf Milliarden Euro jährlich werden bislang nur zum Teil aus dem Bundeshaushalt gedeckt. Den Großteil tragen die Beitragszahlenden der gesetzlichen Kassen.
n-tv
Die EU und Mexiko haben ein lange auf Eis liegendes Freihandelsabkommen unterzeichnet. Es erweitert die Vereinbarung aus dem Jahr 2000 und umfasst nun auch Dienstleistungen, öffentliches Beschaffungswesen, digitalen Handel, Investitionen und Agrarprodukte. Das Abkommen sieht einen zollfreien Zugang für fast alle Waren vor und soll beide Seiten gegen mögliche Zölle von US-Präsident Trump absichern. Mexiko erwartet, dass die Exporte in die EU von derzeit rund 24 Milliarden Dollar pro Jahr auf 36 Milliarden Dollar bis 2030 steigen. Der Vertrag muss noch vom Europäischen Parlament gebilligt werden.
Süddeutsche Zeitung
Nach den Rückgängen im März und April hat sich die Stimmung in der deutschen Wirtschaft im Mai leicht verbessert. Der ifo-Geschäftsklimaindex stieg auf 84,9 Punkte, da Unternehmen ihre aktuelle Lage etwas positiver bewerteten und weniger pessimistisch auf die kommenden Monate blickten. Vor allem im Dienstleistungssektor und im Handel hellte sich die Stimmung auf, während das Baugewerbe weiter skeptisch bleibt.
ifo
CDU-Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche hat in der Debatte über die Reform der Altersvorsorge einen Stopp von Programmen für Frühverrentung gefordert. Deutschland müsse über eine Steigerung des Arbeitsvolumens nachdenken, sagte sie dem Kölner Stadt-Anzeiger. Während Beschäftigte in Deutschland im Schnitt 1.337 Stunden pro Jahr arbeiteten, seien es in China rund 2.000.
Spiegel
Arbeitgeberpräsident Rainer Dulger fordert eine strukturelle Neuordnung der Pflegeversicherung. Kernpunkt: Die Höhe der Leistungen soll künftig an die demografische Entwicklung gekoppelt werden, angelehnt an den Stabilisierungsmechanismus bei der Rente. Zusätzlich plädiert Dulger dafür, versicherungsfremde Leistungen konsequent aus Steuermitteln zu finanzieren statt über immer höhere Beiträge. Hintergrund: Bei der Pflegeversicherung übersteigen die Ausgaben die Einnahmen.
n-tv
Die gemeinnützige Organisation „German Toilet Organization“, GTO, hat das kostenlose Portal „Toiletten machen Schule“ vorgestellt. Es bietet Informationen, interaktive Anwendungen, Kontrolllisten und Handlungsempfehlungen für Schulen. Ein besonderer Fokus liegt auf der Beteiligung der Schülerschaft: Durch deren aktiven Einbezug soll laut GTO das Verantwortungsgefühl steigen und Vandalismus zurückgehen. Gleichzeitig fordert die Organisation mehr finanzielle Mittel für Reinigung, Sanierung und Instandhaltung von Schultoiletten.
Die Zeit
Der gestiegene Ölpreis infolge des Iran-Konflikts treibt auch die Inflation im Euroraum in die Höhe. Waren und Dienstleistungen verteuerten sich im April um durchschnittlich 3,0 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat, wie das EU-Statistikamt Eurostat mitteilte. Haupttreiber sind die Energiekosten, die sich im April um 10,8 Prozent zum Vorjahresmonat erhöhten. Das mittelfristige Stabilitätsziel der Europäischen Zentralbank liegt bei 2,0 Prozent. Bundesbank-Präsident Joachim Nagel erklärte, Zinserhöhungen würden immer wahrscheinlicher, wenn sich die Entwicklung der Inflationsrate so fortsetze.
Wirtschaftswoche
Die deutsche Industrie hat mehr Aufträge als jemals seit Beginn der entsprechenden Statistik im Jahr 2015. Der Bestand an offenen Bestellungen wuchs im März um 1,6 Prozent im Vergleich zum Vormonat, verglichen mit dem Vorjahresmonat gab es ein Plus von 8,4 Prozent. Die Reichweite des Auftragsbestands stieg auf 8,8 Monate, ebenfalls ein Rekordwert. Fachleute warnen jedoch vor Euphorie, denn gestiegene Energiepreise und Lieferkettenproblemen bremsten die Produktion, zudem seien Teile des Auftragsanstiegs auf Hamsterkäufe zurückzuführen, die aus Sorge vor Versorgungsengpässen getätigt wurden.
Spiegel Online
Ein neues Gesetz verpflichtet Hersteller künftig, ihre Geräte so zu bauen, dass sie zu einem angemessenen Preis repariert werden können. Dies gilt unter anderem für Waschmaschinen, Kühlschränke, Staubsauger, Geschirrspüler und Smartphones. Hersteller müssen Ersatzteile und Software-Updates bereitstellen und dürfen keine Teile mehr einbauen, die eine Reparatur erschweren. Entscheidet sich ein Käufer bei einem Mangel innerhalb der Gewährleistungsfrist für eine Reparatur statt für ein Ersatzprodukt, verlängert sich die Gewährleistung um ein weiteres Jahr auf insgesamt drei Jahre.
NDR
Wegen der hohen Energiepreise infolge des Iran-Kriegs hat die Europäische Kommission ihre Wachstumsprognose für Deutschland 2026 von 1,2 auf 0,6 Prozent halbiert. Auch für die gesamte EU wurde die Prognose von 1,4 auf 1,1 Prozent gesenkt. Als Nettoenergieimporteur sei die EU besonders anfällig für den durch den Konflikt im Nahen Osten verursachten Energieschock, so die Kommission. Die Bundesregierung rechnet ihrerseits nur noch mit einem Wachstum von 0,5 Prozent, das arbeitgebernahe Institut der deutschen Wirtschaft mit 0,4 Prozent.
Handelsblatt
15 Monate nach Einführung der Empfangspflicht für E-Rechnungen verläuft die Umsetzung noch nicht reibungslos. Dies hat eine ZDH-Befragung von über 1.900 Handwerksbetrieben Anfang des Jahres gezeigt Ein Großteil der empfangenen E-Rechnungen ist entweder nicht validierbar oder die Rechnungsdaten lassen sich aufgrund uneinheitlicher Befüllung der Felder nicht zuordnen. Nur rund ein Drittel der Betriebe nutzt ein steuerrechtskonformes Archiv. Der ZDH fordert dringend weitere Maßnahmen der Finanzverwaltung – darunter verbindliche Vorgaben zur Feldbelegung und ein rechtssicheres, staatliches Validierungstool.
ZDH
In Österreich ist ein 35-jähriger Arbeiter in Groß Sankt Florian im Bezirk Deutschlandsberg von einer Leiter gefallen und hat sich schwer am linken Unterschenkel verletzt. Der Vorfall ereignete sich am Montagvormittag während Reinigungsarbeiten auf einem Glasdach. Der Verletzte wurde ins UKH Graz gebracht und die Behörde für Arbeitsschutz informiert.
ORF Steiermark
Im ersten Quartal 2026 waren rund 45,6 Millionen Menschen in Deutschland erwerbstätig – 157.000 weniger als im Vorjahreszeitraum. Saisonbereinigt sank die Zahl damit das dritte Quartal in Folge. Besonders stark schrumpfte die Beschäftigung im Produzierenden Gewerbe ohne Baugewerbe um 2,1 Prozent sowie bei den Unternehmensdienstleistern um 1,2 Prozent. Zuwächse gab es im Bereich Öffentliche Dienstleister, Erziehung und Gesundheit um 1,5 Prozent.
Statistisches Bundesamt
Vertreter des Europäischen Parlaments und des Rats der 27 EU-Länder haben sich auf die Umsetzung der Zollvereinbarung mit den USA geeinigt. Europäische Zölle auf US-Industriewaren wie Autos und Maschinen sollen abgeschafft werden – im Gegenzug halten die USA ihre Zölle auf EU-Produkte bei maximal 15 Prozent. Die Vereinbarung gilt bis Ende 2029. Trump hatte der EU eine Frist bis zum 4. Juli gesetzt und angedroht, die Autozölle von 15 auf 25 Prozent zu erhöhen. Das Gesetz enthält eine Notfallklausel, die es der EU-Kommission erlaubt, die Zollabschaffung auszusetzen, falls die USA die Zölle erhöhen.
Die Zeit
Die Bundesrepublik hat im ersten Quartal 2026 erstmals seit dem vierten Quartal 2023 wieder mehr Strom ins Ausland geliefert als eingeführt. Laut Bundesnetzagentur wurden von Januar bis März 17,9 Terawattstunden exportiert und 15,3 Terawattstunden importiert. Als Hauptgrund nannte die Behörde, dass die Großhandelspreise in Deutschland stärker gefallen seien als in den meisten Nachbarländern. Größter Stromabnehmer war demnach Österreich, die größten Zuwächse gab es bei den Exporten nach Dänemark und Norwegen. 57,1 Prozent der deutschen Stromexporte stammten aus erneuerbaren Energien.
Die Zeit
Die Grünen-Fraktion will noch in der laufenden Woche ein Gesetz zur Aussetzung der Diätenerhöhungen in den Bundestag einbringen. Zum 1. Juli wären die monatlichen Bezüge der 630 Abgeordneten automatisch um 497 Euro auf rund 12.330 Euro gestiegen. Unionsfraktionschef Jens Spahn hat sich erstmals offen dafür gezeigt, die automatische Erhöhung auszusetzen. In einer YouGov-Erhebung sprachen sich 85 Prozent der Befragten für einen Verzicht aus.
Handelsblatt
Der unabhängige Expertenrat für Klimafragen bezweifelt, dass die Anstrengungen der Bundesregierung beim Klimaschutz ausreichen. Selbst bei vollständiger Umsetzung des jüngst vorgestellten Klimaschutzprogramms werde keines der Ziele für 2040 erreicht, so das Gremium. Das Emissionsbudget für den Zeitraum 2020 bis 2030 dürfte demnach um 60 bis 100 Millionen Tonnen CO₂-Äquivalente überschritten werden. Besonders kritisch sehen die Fachleute die Projektionen für den Energie- und Gebäudesektor sowie den Bereich Landnutzung. Das Fazit: Es bestehe dringender politischer Handlungsbedarf.
Spiegel
Der Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft, Michael Hüther, hat die geplante Einführung einer Wochenarbeitszeit begrüßt. Der Acht-Stunden-Tag sei für die Industriegesellschaft wichtig gewesen, sagte Hüther im ARD-Morgenmagazin, wir seien jedoch heute in einer anderen Zeit. Es gehe nicht um mehr Arbeitszeit, sondern um eine andere Verteilung, die mehr Flexibilität für Unternehmen und Beschäftigte ermögliche. Die Koalition aus Union und SPD plant, den täglichen Rahmen durch eine Wochenarbeitszeit zu ersetzen. Der DGB lehnt die Pläne ab, SPD-Arbeitsministerin Bärbel Bas hat sich ebenfalls davon distanziert.
Tagesspiegel
Als Reaktion auf die gestiegenen Spritpreise infolge des Iran-Kriegs hat die Bundesregierung die Energiesteuersätze für Diesel und Benzin gesenkt. Der sogenannte Tankrabatt von rund 17 Cent brutto pro Liter gilt seit dem 1. Mai bis zum 30.Juni.. Ob die Mineralölkonzerne die Senkung tatsächlich an die Verbraucherinnen und Verbraucher weitergeben, untersucht das Ifo Institut mit seinem Tankrabatt-Tracker: Täglich werden die Preise für Diesel, Super E5 und Super E10 verfolgt und bewertet – ein nützliches Tool für alle, die wissen wollen, ob die Entlastung auch wirklich an der Zapfsäule ankommt.
Ifo Institut
Der Präsident des Zentralverbands des Deutschen Handwerks, Jörg Dittrich, fordert ein gesellschaftliches und politisches Umdenken bei der Bewertung beruflicher Bildung. „Wohlstand kann nicht nur über Abitur und Studium erreicht werden, sondern auch über berufliche Bildung“, sagte er. Das Handwerk verzeichnet seit drei Jahren leicht steigende Zahlen bei neuen Ausbildungsverträgen – jede dritte Ausbildung wird bundesweit im Handwerk absolviert. Gleichzeitig mahnte Dittrich höhere Investitionen in die Bildungsstätten an. Der Sanierungsstau bei den Bildungszentren des Handwerks liege inzwischen bei mehr als vier Milliarden Euro.
Berliner Morgenpost
Alexander Kühnen, Geschäftsführer des Keksherstellers Bahlsen, spricht sich klar für ein Bekenntnis zur Demokratie aus. Mit Blick auf die Werte des Unternehmens grenzt sich Kühnen deutlich von der AfD ab. Positionen wie „Remigration“ seien für Bahlsen nicht akzeptabel. Auch wirtschaftlich begründet er seine Haltung. Das Unternehmen brauche Fachkräfte, offenen Handel in Europa und stabile wirtschaftliche Rahmenbedingungen. Innerhalb des Unternehmens sollten Mitarbeitende auf der Basis von den vier Werten Neugier, Mut, Rückhalt und Ambition ausdrücklich Haltung zeigen.
T-Online
Der Krieg im Iran und seine Auswirkungen belasten die Stellenmärkte in großen Teilen Europas. Die Jobseite „Indeed“ verzeichnete einen durchschnittlichen Rückgang der Stellenausschreibungen um 5,6 Prozent in neun untersuchten Ländern. In Deutschland lag das Minus bei 4,6 Prozent. Besonders stark betroffen waren Großbritannien mit minus 7,4 Prozent, Irland mit minus 7,1 Prozent und Frankreich mit minus 5,9 Prozent. Einziger Lichtblick blieb Spanien mit einem Plus von 4,1 Prozent. Auch der Ausbildungsmarkt in Deutschland war betroffen. Das Angebot an Ausbildungsstellen sank im Jahresvergleich um 3,7 Prozent – nach einem Plus von 6,2 Prozent im Vorjahr.
Handelsblatt
Die Spitzen von Union und SPD haben sich im Koalitionsausschuss auf einen Fahrplan für die Reformprojekte der Bundesregierung geeinigt. Es sei ein „Arbeitsprozess vereinbart“ worden, um die geplanten Sozial- und Steuerreformen in den nächsten Wochen auf den Weg zu bringen. Beim CO2-Preis soll eine Stabilisierung zwischen 55 und 65 Euro sichergestellt werden, finanziert aus dem Klima- und Transformationsfonds. Offen bleiben die Gegenfinanzierung der Einkommensteuerreform sowie die Frage, wie die vom Bundesrat gestoppte Entlastungsprämie ersetzt werden soll.
ZDF heute
Der wirtschaftliche Schaden durch Schwarzarbeit ist im Jahr 2025 im Vergleich zum Vorjahr um 90 Millionen auf rund 675 Millionen Euro gesunken. Das gab Bundesfinanzminister Lars Klingbeil bei der Vorstellung des Zoll-Jahresberichts bekannt. Gleichzeitig stieg die Zahl der eingeleiteten Ermittlungsverfahren sowie der kontrollierten Arbeitgeber leicht an. Das Baugewerbe sticht besonders heraus: Mit rund 378,5 Millionen Euro entfällt mehr als die Hälfte des Gesamtschadens auf diese Branche. Schäden im zweistelligen Millionenbereich entstanden außerdem unter anderem im Gaststätten- und Beherbergungsgewerbe sowie bei der Gebäudereinigung.
RND
Nach einem überraschend guten Start ins Jahr erwartet die Bundesregierung für das zweite Quartal einen deutlichen Konjunkturrückgang. Als Hauptgrund nennt das Wirtschaftsministerium die Folgen des Konflikts im Iran und im Nahen Osten, der die Energie- und Rohstoffpreise in die Höhe treibt. Für 2026 wird nur noch ein Wachstum von 0,5 Prozent erwartet. Bis zur parlamentarischen Sommerpause Mitte Juli will die Koalition ein Reformpaket bei Rente, Steuern, Arbeitsmarkt und Bürokratieabbau auf den Weg bringen.
Die Zeit
Höhere Energiepreise treffen die energieintensive Industrie in Deutschland besonders hart. Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, ist die Produktion in diesen Branchen von Februar 2022 bis März 2026 um 15,2 Prozent gesunken – deutlich stärker als in der Gesamtindustrie mit minus 9,5 Prozent. Den stärksten Rückgang verzeichnet die Glas-, Keramik- und Steinverarbeitungsbranche mit minus 25 Prozent. Parallel dazu sank die Zahl der Beschäftigten in der energieintensiven Industrie um 6,3 Prozent – das entspricht 53.200 weniger Arbeitsplätzen.
Destatis
Die anhaltende Kerosinkrise trifft Reisende im Sommer hart: Der Flughafenverband ADV warnt, dass bis zu 20 Millionen Passagiere von Flugstreichungen betroffen sein könnten. Grund ist die blockierte Straße von Hormus, die Treibstofflieferungen unterbricht und die Preise in die Höhe treibt. Besonders Low-Cost-Airlines und touristisch weniger gefragte Destinationen drohen wegzufallen, manche Ziele ganz. Der Verband fordert kurzfristig eine Aussetzung der Luftverkehrssteuer, um den Standort Deutschland zu sichern.
n-tv
Wegen des Iran-Kriegs rechnet der Chef der Bundesnetzagentur, Klaus Müller, mit moderaten Preissteigerungen beim Gas. „Die Auswirkungen des Iran-Kriegs spüren alle, die an den Börsen Gas beschaffen müssen“, sagte er dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Für die meisten privaten Haushalte gälten hingegen Preisgarantien für zwölf Monate oder länger. Bei Anschlussverträgen könne es zu Steigerungen kommen. Beim Strom sieht es laut Müller anders aus: Die Preise sinken demnach durch einen deutlichen Anteil kostengünstiger erneuerbarer Energie.
Zeit Online
Die wirtschaftliche Lage in Deutschland bleibt angespannt. Laut der aktuellen Ifo-Konjunkturumfrage vom April sehen über acht Prozent der Unternehmen ihre Existenz bedroht. Besonders dramatisch ist die Situation im Einzelhandel, wo sich 17,4 Prozent der Betriebe gefährdet fühlen, ein neuer Höchststand. Branchenübergreifend nennen die Unternehmen vor allem drei Belastungsfaktoren: fehlende Aufträge und schwache Nachfrage, steigende Betriebs- und Energiekosten sowie wachsende Bürokratie.
ifo Institut
Im Jahr 2025 wünschten sich in Deutschland fast 4,9 Millionen Nichterwerbstätige eine Stelle – 5,2 Prozent mehr als im Vorjahr. Davon galten knapp 1,7 Millionen als erwerbslos, weitere 3,2 Millionen zählen zur sogenannten „Stillen Reserve“: Sie möchten arbeiten, suchen aber nicht aktiv. Bei Frauen sind Betreuungspflichten der häufigste Grund für die Inaktivität, bei Männern gesundheitliche Einschränkungen. Ein Großteil beider Gruppen verfügt über mittlere oder hohe Qualifikationen. So bleibt ihr Potenzial auf dem Arbeitsmarkt ungenutzt.
Statistisches Bundesamt
Die EU-Kommission hat grünes Licht für ein deutsches Förderprogramm gegeben, mit dem die Industrie beim Umstieg auf klimafreundlichere Produktionsweisen unterstützt werden soll. Über sogenannte CO2-Differenzverträge übernimmt der Staat übergangsweise die Mehrkosten, die den Unternehmen durch die Umstellung entstehen – zum Beispiel durch den Einsatz von Wasserstoff, Strom statt Gas oder CO2-Abscheidung. Geförderte Projekte müssen ihre Emissionen innerhalb von vier Jahren um mindestens 50 Prozent und bis Ende der 15-jährigen Vertragslaufzeit um 85 Prozent senken. Das Programm richtet sich vor allem an energieintensive Branchen wie Papier, Chemie, Metall, Glas und Zement.
Spiegel
Das Bundesland Hessen macht Tempo beim Vergaberecht: Mit einer umfassenden Modernisierung sollen öffentliche Ausschreibungen künftig schneller und unbürokratischer abgewickelt werden. Auch Arbeitsbedingungen sollen fairer werden. Geplant sind konkret: deutlich höhere Wertgrenzen für Direktvergaben, vereinfachte Nachweisverfahren sowie ein Bestbieterprinzip. Die Reform stößt auf breite Unterstützung aus Wirtschaft und Kommunen – und könnte zum Vorbild für andere Bundesländer werden.
Hessen Wirtschaft
Bereits am 10. Mai hat Deutschland seinen Erdüberlastungstag 2026 erreicht: Nach nur gut vier Monaten sind alle erneuerbaren Ressourcen rechnerisch verbraucht, die dem Land für das gesamte Jahr zustehen. Würden alle Menschen weltweit so leben wie die Deutschen, bräuchte die Menschheit 2,8 Erden. Hauptverursacher sind laut BUND energieintensive Industriebranchen, der Gebäudesektor und der Straßenverkehr. Deutschland setzt damit erneut zu stark auf fossile Energien – Umweltverbände fordern daher ein grundlegendes Umsteuern.
Der Spiegel
Der Berufsbildungsbericht 2026 zeigt ein widersprüchliches Bild: Zwar interessieren sich wieder mehr junge Menschen für eine Ausbildung, gleichzeitig wurden mit 476.000 neuen Verträgen aber rund 10.000 weniger abgeschlossen als im Vorjahr. Das Angebot an Ausbildungsplätzen sank auf 530.300. 84.400 Bewerberinnen und Bewerber suchten am Ende des Berichtszeitraums noch einen Platz, 39.900 blieben unversorgt – ein Plus von 28 Prozent. Die Bundesregierung will mit der neuen „Qualifizierungsoffensive Berufliche Bildung“ gegensteuern und die duale Ausbildung als gleichwertige Alternative zum Studium stärken.
Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend
Mit über 100 Teilnehmenden aus privaten Unternehmen, Kommunen und dem Technologiesektor hat sich der dänische Reinigung-Branchentag am 28. Mai in Odense zu einer der wichtigsten Jahresveranstaltungen der Branche entwickelt. Schwerpunktthemen sind KI, Automatisierung, Robotik und datengetriebenes Management. Neu in diesem Jahr: ein Digitalisierungspreis der Reinigungsbranche in zwei Kategorien: Führungskraft und Mitarbeiterin bzw. Mitarbeiter des Jahres. Das Fazit der Veranstaltung ist, dass Dokumentation, Transparenz und Technologie längst nicht mehr optionaler Zusatz sind, sondern essenziell.
Saubere Sache Heute
Die Auftragslage im verarbeitenden Gewerbe in Deutschland hat sich im März deutlich verbessert: Die Bestellungen stiegen gegenüber dem Vormonat um fünf Prozent, ohne Großaufträge wurde der höchste Stand seit Februar 2023 erreicht. Besonders stark legten Hersteller elektrischer Ausrüstungen zu mit einem Plus von 21,5 Prozent, Maschinenbauer mit fast sieben Prozent und Hersteller von Datenverarbeitungsgeräten mit 14,4 Prozent. Auch die Auslandsaufträge zogen um 5,6 Prozent an. Fachleute mahnen jedoch zur Zurückhaltung: Der Energiepreisschock durch den Irankrieg könnte zeitlich verzögert auf andere Güter durchschlagen. Das Geschäftsklima hat sich im April bereits wieder eingetrübt.
Zeit Online
Die geplante steuerfreie 1.000-Euro-Prämie zur Entlastung wegen hoher Energiepreise ist vorerst gescheitert, nachdem der Bundesrat die Maßnahme ablehnte. Kritisiert wurden vor allem die Kostenverteilung und die unklare Frage, welche Beschäftigten die Prämie tatsächlich erhalten würden. Stattdessen werden nun alternative Entlastungen diskutiert – etwa steuerfreie Sonderzahlungen wie Weihnachtsgeld oder eine breitere Entlastung über die geplante Einkommensteuerreform.
WiWo
Ab morgen bietet die Deutsche Bahn testweise Last-Minute-Tickets für den Fernverkehr an – jeweils samstags und sonntags für Züge der kommenden Woche. Die Tickets starten ab 6,99 Euro, Bahncard-Rabatte gelten zusätzlich und Kinder bis 14 Jahren fahren kostenlos mit. Das Angebot läuft zunächst ein halbes Jahr mit Option auf Verlängerung und ist auf Züge mit freien Sitzplätzen beschränkt.
Deutschlandfunk
Bundesarbeitsministerin Bärbel Bas hat angekündigt, im Juni einen Gesetzentwurf zur Reform des Arbeitszeitgesetzes vorzulegen. Geplant ist, die tägliche Höchstarbeitszeit durch eine wöchentliche zu ersetzen – ein Vorhaben aus dem Koalitionsvertrag. Gleichzeitig soll die elektronische Arbeitszeiterfassung gesetzlich geregelt werden, um Ausbeutung zu verhindern. Gewerkschaften lehnen das Vorhaben ab und sehen die Schutzrechte von Beschäftigten in Gefahr. In der Kritik heißt es, bei gleichbleibenden Ruhezeiten könnten Arbeitstage von bis zu 13 Stunden möglich werden.
Legal Tribune Online
Mit der Reinigungskontroll-App „KleanBerlin“ will der Berliner Senat die Qualität der Schulreinigung dauerhaft verbessern. Die App erfasst alle Schulräume, dokumentiert ihren Reinigungszustand und ermöglicht Schulhausmeistern, Mängel digital zu melden. Nach einem Piloten in Friedrichshain-Kreuzberg im Sommer 2024 wird sie seit Oktober 2025 berlinweit ausgerollt – rund 800 Tablets wurden dafür bereitgestellt. Ziel ist mehr Transparenz und eine gezieltere Steuerung der Reinigungsqualität an Berliner Schulen.
Senatsverwaltung Berlin
Der Umsatz im deutschen Dienstleistungssektor ist im Februar 2026 gegenüber dem Vormonat real um 0,3 Prozent gestiegen. Im Vorjahresvergleich lag das Plus bei 2,4 Prozent real und 4,0 Prozent nominal. Den stärksten Zuwachs verzeichneten freiberufliche, wissenschaftliche und technische Dienstleistungen mit einem Plus von 0,9 Prozent, gefolgt von Verkehr und Lagerei mit 0,4 Prozent. Auch Information und Kommunikation sowie sonstige wirtschaftliche Dienstleistungen legten zu.
Statistisches Bundesamt
Das Konsumbarometer des Handelsverbands Deutschlands, kurz HDE, verzeichnet im Mai den stärksten Rückgang seit Januar 2024 und den tiefsten Stand seit Februar 2023. Steigende Preise und Sorgen um die Konjunktur trüben die Stimmung deutlich ein. Die kürzlich beschlossenen Entlastungsmaßnahmen der Bundesregierung zeigen bislang keine positiven Effekte – zu groß ist demnach die Unsicherheit über ihre tatsächliche Wirkung. Eine spürbare Erholung des privaten Konsums ist laut HDE vorerst nicht in Sicht.
Einzelhandel
Eine Forsa-Umfrage im Auftrag von Stern und RTL zeigt: 76 Prozent der Deutschen befürworten eine höhere Besteuerung von Einkommen über 300.000 Euro jährlich. Die Zustimmung ist quer durch alle Bevölkerungsgruppen hoch. Selbst von den Haushalten mit mehr als 4.000 Euro Nettoeinkommen im Monat sprechen sich 74 Prozent für Steuererhöhungen aus. Auch CSU-Chef Markus Söder zeigte sich zuletzt offen für eine Reichensteuer.
T-Online
Die Europäische Zentralbank hat den Leitzins im April bei zwei Prozent belassen. Laut LBBW-Einschätzung entspricht dies den Erwartungen, allerdings sind die Inflationsrisiken zuletzt gestiegen. Grund sind der höhere Ölpreis infolge der gesperrten Straße von Hormus und die Erwartung, dass Unternehmen höhere Preise einkalkulieren. Expertinnen und Experten rechnen damit, dass die EZB auf der nächsten Sitzung ihre Projektionen in Richtung Stagflation nachschärfen und die Leitzinsen anheben wird.
LBBW Research
Der DAX-Konzern legt nach Jahrzehnten seinen Konzernnamen ab: Die Aktionäre stimmten auf der Hauptversammlung in Bonn mit nahezu hundert Prozent dafür, den Konzern in „DHL“ umzubenennen. Vollzogen wird der Wechsel voraussichtlich zum 1. September, die Umbenennung kostet rund 37 Millionen Euro. Ganz verschwindet der Name „Deutsche Post“ aber nicht: Er lebt als neu gegründete Tochtergesellschaft weiter, die künftig das klassische Brief- und Paketgeschäft in Deutschland verantwortet. Und das ist ein Sorgenkind: Im ersten Quartal 2026 brach die transportierte Briefmenge um 13 Prozent ein. International macht das Unternehmen längst vier Fünftel seines Geschäfts mit Logistik, Express und Fracht.
n-tv
Die Inflationsrate in Deutschland lag im April voraussichtlich bei 2,9 Prozent. Dies ist der höchste Wert seit Monaten. Haupttreiber sind die Energiekosten mit einem Anstieg von 10,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr, dem stärksten Plus seit Februar 2023. Die Kerninflation ohne Energie und Nahrungsmittel sank hingegen leicht auf 2,3 Prozent. Die endgültigen Zahlen werden am 12. Mai veröffentlicht.
Statistisches Bundesamt
Trump erhöht die Zölle auf Autos und Lastwagen aus der EU von 15 auf 25 Prozent – bereits ab kommender Woche. Ifo-Präsident Clemens Fuest warnt: Sollte die EU mit Gegenzöllen antworten, drohe Deutschland 2026 eine Rezession. Jens Südekum, Berater des Finanzministeriums, rät zunächst zum Abwarten, schließt aber angemessene Gegenmaßnahmen nicht aus. Besonders hart dürfte es Audi und Porsche treffen, die anders als BMW und Mercedes keine US-Werke betreiben.
n-tv
Die Bundesregierung will angesichts steigender Preise die steuerfreie 1.000-Euro-Prämie verlängern: Arbeitgeber können sie nun bis Juni 2027 auszahlen, statt nur im laufenden Jahr. Allerdings steht die Maßnahme in der Kritik, da viele Unternehmen finanziell nicht in der Lage seien, die Prämie zu zahlen, und sie sozial ungerecht verteilt sei. Ökonomen schlagen stattdessen zielgerichtetere Entlastungen wie eine einkommensabhängige Energiepauschale vor.
Merkur
Schmutzige Klassenzimmer, unzuverlässige Dienstleister – die Stadt Landau zieht Konsequenzen. Der Stadtrat beschloss einstimmig, acht Innenstadtschulen künftig mit eigenem Personal zu reinigen. Ab kommendem Jahr sollen acht städtische Vollzeitkräfte die Aufgabe übernehmen, aufgeteilt in zwei Pakete mit je vier bis fünf Schulen. Ziel ist neben mehr Verlässlichkeit auch ein besseres Auffangen von Personalausfällen. Die Pilotphase soll zeigen, ob die Eigenreinigung der bisherigen Fremdvergabe überlegen ist. Die beauftragte Firma lieferte laut Stadtverwaltung teils sehr schlechte, teils gar keine Leistung. Bei Erfolg könnte das Modell ausgeweitet werden.
Rheinpfalz
Eine neue Oxfam-Analyse zum Tag der Arbeit zeigt die wachsende Einkommensschere: Die Gehälter von CEOs weltweit sind zwischen 2019 und 2025 inflationsbereinigt um 54 Prozent gestiegen, von durchschnittlich 5,5 auf 8,4 Millionen US-Dollar. Ein durchschnittlicher Beschäftigter müsste dafür 490 Jahre arbeiten. Die Reallöhne von Beschäftigten sanken dagegen weltweit um zwölf Prozent. In Deutschland wuchsen die Gehälter der 25 DAX-40-CEOs um 56 Prozent, während die inflationsbereinigten Löhne von Beschäftigten immer noch unter dem Niveau von 2019 liegen. Oxfam fordert eine Besteuerung Superreicher, höhere Spitzensteuersätze sowie einen Mindestlohn von mindestens 15 Euro.
Oxfam
Das Bruttoinlandsprodukt ist im ersten Quartal 2026 gegenüber dem vierten Quartal 2025 preis-, saison- und kalenderbereinigt um 0,3 Prozent gestiegen. Sowohl private als auch staatliche Konsumausgaben wuchsen, auch die Exporte nahmen den vorläufigen Erkenntnissen nach zu. Im Vorjahresvergleich lag das BIP preisbereinigt um 0,5 Prozent höher als im ersten Quartal 2025. Für das Gesamtjahr 2025 ergaben Neuberechnungen ein Wachstum von 0,3 Prozent statt bisher 0,4 Prozent.
Statistisches Bundesamt
Benzin und Diesel sind seit der Steuersenkung zum 1. Mai günstiger – aber laut ADAC bei Weitem nicht so günstig wie sie sein müssten. Die Preise sanken nur um rund 12 Cent, obwohl die Steuern um 16,7 Cent abgesenkt wurden. Zusätzlich seien auch die Rohölpreise gefallen. Der ADAC kritisiert, dass die Preise bereits wieder angehoben würden und die Entwicklung in die falsche Richtung gehe. Das Bundeskartellamt kündigte an, die Preisentwicklung genau zu überwachen.
Spiegel
Union und SPD haben sich auf ein neues Gebäudemodernisierungsgesetz geeinigt, das das bisherige Gebäudeenergiegesetz ablöst. Künftig entfällt die 65-Prozent-Erneuerbare-Pflicht. Hauseigentümerinnen und -eigentümer dürfen demnach wieder Öl- und Gasheizungen einbauen, müssen aber ab 2029 mindestens zehn Prozent CO2-neutrale Brennstoffe beimischen. Das Handwerk begrüßt die Richtung, fordert aber Verlässlichkeit bei der Förderung und Bürokratieabbau. Das Gesetz soll im Juli 2026 in Kraft treten.
Handwerksblatt
Nur noch heute können sich Handwerkerinnen und Handwerker aus ganz Deutschland für die neue Staffel des Wettbewerbs „Miss und Mister Handwerk“ bewerben, den die Verlagsanstalt Handwerk ausrichtet. Gesucht werden Auszubildende, Gesellen oder Meister, die ihr Gewerk vertreten möchten. Bewertet werden laut Verlag Persönlichkeit, Engagement sowie eine breite regionale und berufliche Vielfalt. Nach einem Online-Voting bis zum 25. Mai bestimmt eine Jury die Teilnehmenden für ein bundesweites Kalender-Shooting, die besten zwölf ziehen ins Finale im Frühjahr 2027 ein.
Handwerk
Am 1. Juni lädt die „Netzwerkstelle für Gute Arbeit“ zur digitalen Sprechstunde zum Thema psychische Belastungen in der Interaktionsarbeit ein. Gastredner Dr. Jonas Wehrmann von der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin beleuchtet die mentalen Belastungen, die durch Arbeit mit Kundinnen, Kunden und Gästen entstehen können – insbesondere wenn Konfliktsituationen zunehmen oder Unterstützung fehlt. Die Veranstaltung richtet sich an Beschäftigte, Betriebsräte und Personalverantwortliche und findet digital über Webex statt.
Netzwerkstelle für Gute Arbeit
Zum Welttag für Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit am 28. April belegt die Suva, die Schweizer Unfallversicherung: Das Risiko, bei der Arbeit tödlich zu verunglücken, ist in der Schweiz seit den 80er-Jahren um fast 80 Prozent gesunken – von 6,7 auf 1,8 tödliche Unfälle pro 100.000 Vollbeschäftigte. Lag die durchschnittliche Zahl tödlicher Arbeitsunfälle zwischen 1986 und 1990 noch bei 207 pro Jahr, waren es zwischen 2020 und 2024 nur noch 64. Die Suva setzt künftig auf Innovationen wie Virtual-Reality-Trainings sowie auf den digitalen Sicherheitspass, der Betrieben eine vollständige Übersicht über den Ausbildungsstand ihrer Beschäftigten bietet.
Polizei News
Der Zentralverband des Deutschen Handwerks reagiert mit scharfer Kritik auf Pläne, die Steuerbegünstigung für Handwerkerleistungen im Rahmen der Haushaltskonsolidierung zu streichen. ZDH-Präsident Jörg Dittrich betont, dass es sich beim sogenannten Handwerkerbonus nicht um einen Bonus für Betriebe handelt, sondern um einen gezielten Steueranreiz für Verbraucher, der legale Aufträge stärkt und Schwarzarbeit eindämmt. Die Abschaffung würde Investitionen bremsen, Schwarzarbeit attraktiver machen und die energetische Gebäudesanierung zusätzlich belasten. Länder wie Schweden und Österreich haben vergleichbare Instrumente sogar ausgebaut.
ZDH
Die Verbraucherinnen und Verbraucher halten ihr Geld zusammen: Laut dem NIM Konsumklima powered by GfK ist der Konsumklima-Indikator für Mai auf -33,3 Punkte gesunken – ein Minus von 5,2 Punkten gegenüber dem Vormonatswert und der niedrigste Stand seit Februar 2023. Haupttreiber sind einbrechende Einkommenserwartungen, die das NIM direkt mit gestiegenen Inflationserwartungen verknüpft. Die Inflationsrate kletterte im März infolge des Iran-Kriegs von 1,9 auf 2,7 Prozent. Die Anschaffungsneigung fällt auf ein Zwei-Jahres-Tief von -14,4 Punkten, während die Sparneigung mit 16,1 Punkten hoch bleibt.
NIQ
In Deutschland stirbt statistisch an jedem vierten Werktag ein Mensch in der Bau- oder Reinigungsbranche. 2025 kamen dabei 74 Beschäftigte ums Leben, hinzu kamen 400 Todesfälle durch Berufskrankheiten. Gewerkschaften und Berufsgenossenschaft betonen, dass viele dieser Unfälle vermeidbar wären und fordern mehr Verantwortung sowie konsequenten Arbeitsschutz auf Baustellen.
Zeit online
Der neue Klimabericht der Weltmeteorologieorganisation WMO und des EU-Erdbeobachtungsprogramm Copernicus zeigt, dass sich Europa besonders schnell erwärmt und 2025 von extremen Hitzewellen, Dürren, Gletscherschmelze und Rekord-Waldbränden geprägt war. Gleichzeitig nimmt der Druck auf Ökosysteme durch Wasserknappheit und steigende Meerestemperaturen weiter zu. Zwar deckten erneuerbare Energien zuletzt rund 46 Prozent der Stromerzeugung, doch Experten warnen, dass der Ausbau nicht ausreicht und angesichts der anhaltenden Abhängigkeit von Öl und Gas deutlich beschleunigt werden muss.
T-online
Die Bundesregierung plant für 2027 eine hohe Neuverschuldung von rund 196,5 Milliarden Euro, die Finanzminister Klingbeil mit Investitionsbedarf, steigenden Verteidigungsausgaben und externen Krisen begründet. Gleichzeitig sollen Ministerien zu Einsparungen verpflichtet werden, vor allem im Sozialbereich und in der Verwaltung. Trotz zusätzlicher Einnahmen und Sparmaßnahmen bleibt bis 2030 eine große Finanzierungslücke bestehen, während die Pläne auf breite Kritik stoßen.
Wiwo
Ein selbstständiger Gebäudereiniger aus Vorarlberg ist am Landesgericht Feldkirch wegen Abgabenhinterziehung schuldig gesprochen worden. Der Unternehmer erzielte rund 550.000 Euro Umsatz, führte jedoch über zwei Jahre hinweg erhebliche Steuern nicht ordnungsgemäß ab. Der Steuerschaden beläuft sich auf rund 250.000 Euro, darunter Umsatz- und Einkommensteuer. Vor Gericht zeigte sich der Mann geständig und verwies auf Probleme mit einem Steuerberater. Das Gericht verhängte eine Geldstrafe von 100.000 Euro sowie die Nachzahlung der offenen Abgaben.
Kosmo
Der Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit weist für 2024 ein Median-Jahresgehalt von 45.800 Euro aus. Doch je nach Region, Beruf und Geschlecht ergeben sich teils deutliche Unterschiede von mehreren tausend Euro. So reicht die Spanne regional von über 54.000 Euro in Hessen bis rund 41.500 Euro in Mecklenburg-Vorpommern. Auch zwischen Männern und Frauen bleibt eine Lücke von knapp 7.000 Euro jährlich bestehen. Die Daten zeigen vor allem eines: Der deutsche Arbeitsmarkt bleibt bei den Themen Bezahlung und Transparenz stark fragmentiert.
Business Punk
Die Zwölf-Uhr-Regel für Preiserhöhungen an Tankstellen steht zunehmend in der Kritik. Laut einer Studie von ZEW Mannheim und DICE sind die Gewinnmargen bei Benzin nach Einführung im Schnitt um sechs Cent pro Liter gestiegen. Besonders deutlich zeigt sich der Effekt in Süddeutschland sowie bei kleineren und unabhängigen Anbietern. Bei Diesel sind die Ergebnisse weniger klar, deuten aber in eine ähnliche Richtung. Die Forschenden sehen Hinweise darauf, dass die Maßnahme Wettbewerbseffekte unterschätzt und Preisanpassungen eher erleichtert als begrenzt hat. Grundlage der Analyse sind Preisdaten aus den zwei Wochen vor und nach Inkrafttreten der Regel am 1. April.
Zeit Online
Die Europäische Kommission lehnt eine EU-weite Übergewinnsteuer aktuell ab und unterstützt keine entsprechenden Pläne. Bundesfinanzminister Lars Klingbeil hat sich gemeinsam mit mehreren EU-Ländern für eine Abgabe auf Krisengewinne von Energiekonzernen ausgesprochen. Während Brüssel auf fehlenden Konsens unter den Mitgliedstaaten verweist, betont die Kommission zugleich mögliche nationale Spielräume. In Deutschland hält die SPD an dem Vorstoß fest und fordert, entsprechende Modelle zumindest national zu prüfen. Auslöser der Debatte sind stark gestiegene Energiepreise infolge geopolitischer Spannungen, unter anderem des Irankriegs.
Zeit Online
Die rund 564.000 Handwerksbetriebe in Deutschland erwirtschafteten 2024 insgesamt 762 Milliarden Euro. Das ist ein Minus von 0,6 Prozent. Die Zahlen kommen vom Statistischen Bundesamt. Während größere Unternehmen ab 50 Beschäftigten ihre Umsätze um 3,4 Prozent steigern konnten, brachen sie bei Kleinstbetrieben um 15,1 Prozent ein. Besonders stark bleibt das Ausbaugewerbe, das mit 213 Milliarden Euro den größten Anteil stellt – trotz rückläufiger Entwicklung. Insgesamt waren rund sechs Millionen Menschen im Handwerk tätig. Die Zahlen zeigen eine wachsende Schieflage zwischen großen und kleinen Betrieben innerhalb der Branche.
Destatis
Die europäische Chemieindustrie steht laut Report „2025 Chemical Manufacturing EMEA“ der RS Group unter wachsendem Anpassungsdruck durch Energiepreise, Regulierung und geopolitische Unsicherheiten. Besonders in Deutschland belastet die schwächelnde Autoindustrie die Nachfrage, während Klimaziele und Forschungspolitik zusätzliche Dynamik bringen. Gleichzeitig sieht der Bericht Chancen in Digitalisierung, KI-Einsatz und effizienteren Produktionsprozessen.
Chemieindustrie Online
Die Stimmung in deutschen Unternehmen ist laut Ifo Institut auf den niedrigsten Stand seit 2020 gefallen. Der Geschäftsklimaindex sank im April auf 84,4 Punkte, besonders die Erwartungen für die kommenden Monate sind sich deutlich getrübt. Als zentraler Belastungsfaktor gilt der Irankrieg, der die Energiepreise in die Höhe treibt und die Lieferketten stört. Vor allem Industrie, Logistik, Handel und Bau melden spürbare Einbrüche und wachsende Unsicherheit. Fachleute warnen, dass anhaltende Störungen der Öllieferungen das Rezessionsrisiko weiter erhöhen.
Spiegel Online
Ein Monat nach einem Vorfall im österreichischen Voitsberg ist ein 53-Jähriger an den Folgen eingeatmeter Dämpfe gestorben. Der Mann hatte beim WC-Reinigen offenbar Abflussreiniger und eine Säure kombiniert – dabei sind giftige Gase entstanden. Solche Unfälle werden immer wieder gemeldet, meist gehen sie glimpflich aus, dieser endete tödlich. Feuerwehrkräfte versorgten den bewusstlosen Mitarbeiter und brachten ihn ins Krankenhaus, weitere Beschäftigte wurden evakuiert. Welche konkreten Stoffe beteiligt waren, ist nicht abschließend bekannt, der Fall zeigt jedoch erneut die Risiken beim Mischen von Reinigungsmitteln.
Krone
Laut einer Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft zieht es internationale Fachkräfte eher in westdeutsche Regionen und Stadtstaaten. In Berlin, Bremen und Hamburg ist rund jeder vierte Beschäftigte im Ausland geboren, in Hessen und Baden-Württemberg jeder fünfte. Im Osten dagegen kommt nicht mal jeder Zehnte aus einem anderen Land. Ein gesellschaftliches Klima, in dem die in Teilen rechtsextreme AfD in Umfragen bei deutlich über 30 Prozent liegt, kann laut Studie direkten negativen Einfluss auf den Zuzug haben. Politische Stimmen warnen, dass die fehlende Offenheit und die populistischen Tendenzen die Fachkräftegewinnung zusätzlich erschweren.
FAZ
Der Bundestag hat den Tankrabatt und die Entlastungsprämie verabschiedet, der Bundesrat stimmte dem Rabatt bereits zu, sodass er am 1. Mai startet. Die Mineralölsteuer wird vorübergehend gesenkt, während Arbeitgeber freiwillig steuerfreie Prämien bis 1.000 Euro zahlen können. Kritik gibt es von Arbeitgebern, da unklar ist, wie viele Unternehmen die Prämie tatsächlich auszahlen.
Zeit online
Der Bundestag berät über ein Gesetz zur Beschleunigung öffentlicher Vergaben, das Ausschreibungen vereinfachen und digitalisieren soll. CDU/CSU und SPD unterstützen den Entwurf, während AfD, Grüne und Linke dagegen stimmen. Kernpunkte sind höhere Wertgrenzen für Direktvergaben, weniger Bürokratie und stärkere Einbindung von Mittelstand und Start-ups. Gleichzeitig gibt es Kritik: Während die Regierung Bürokratieabbau betont, warnen Opposition und Verbände vor zu wenig Steuerung und fehlenden Zukunftsstandards. Das Gesetz gilt auch als wichtiger Hebel für einen schnelleren Einsatz von Infrastruktur- und Klimamitteln.
Deutsches Vergabenetzwerk
Zum Auftakt des Petersberger Klimadialogs meldet die Internationale Agentur für Erneuerbare Energien einen globalen Rekord beim Ausbau grüner Energie. 2025 wurden 692 Gigawatt neu installiert, die Gesamtkapazität liegt nun bei knapp 5.150 Gigawatt. Das ist fast die Hälfte der weltweiten Stromleistung. An der Spitze steht die Solarenergie mit rund 75 Prozent Anteil am Zubau, gefolgt von der Windkraft. Mehr als 85 Prozent der neuen Anlagen sind laut der Agentur günstiger als fossile Energiequellen, 74 Prozent des Zubaus fanden in Asien statt. Trotz dieses globalen Trends und steigender Investitionen steht die Bundesregierung in der Kritik, den Ausbau Erneuerbarer Energien hierzulande auszubremsen.
n-tv
Der Kreditversicherer Allianz Trade warnt, dass 2026 in Deutschland über 200.000 Arbeitsplätze durch Firmenpleiten gefährdet sein könnten. Die Zahl der Insolvenzen könnte demnach um 2,4 Prozent auf rund 24.650 Fälle steigen – der höchste Stand seit 14 Jahren. Als Gründe nennt das Unternehmen unter anderem der Krieg im Nahen Osten und anhaltende Handelskonflikte. Besonders energieintensive Branchen wie Transport, Chemie und Metall stehen unter Druck. Für 2027 erwartet Allianz Trade eine leichte Entspannung mit wieder sinkenden Insolvenzzahlen.
Die Zeit
In Deutschland arbeitet inzwischen jeder Vierte zumindest zeitweise von zu Hause aus. Mit 25 Prozent liegt der Anteil leicht über dem EU-Durchschnitt von 23 Prozent und über den Vorjahren. Vor der Pandemie waren es 2019 noch 13 Prozent – ein deutlicher Strukturwandel. Besonders verbreitet ist Homeoffice in IT, Verwaltung und Beratung sowie bei 25- bis 44-Jährigen. Spitzenreiter in Europa bleiben die Niederlande mit mehr als der Hälfte der Beschäftigten im Homeoffice.
Spiegel Online
Immer weniger Unternehmen in Deutschland setzen auf Bankkredite: Laut KfW ziehen nur noch 27 Prozent eine Finanzierung in Betracht. Das ist der niedrigste Wert seit zehn Jahren, 2017 waren es noch 66 Prozent. Viele Betriebe wollen Schulden vermeiden oder setzen stärker auf Eigenmittel. Besonders zurückhaltend sind Kleinstunternehmen und Dienstleister, letztere ziehen nur zu 21 Prozent eine Kreditaufnahme überhaupt in Betracht. Die KfW warnt, dass fehlende Kreditbereitschaft notwendige Investitionen ausbremsen könnte.
Handwerk
Vor der Beschlussfassung der Haushalts-Eckpunkte 2027 warnt Rechnungshof-Präsident Kay Scheller vor einer gefährlichen Verschuldungsdynamik. Fast jeder dritte Euro im Haushalt 2026 sei kreditfinanziert. Bis 2029 plant die Regierung über 800 Milliarden Euro neue Schulden, was den Schuldenstand auf 2,7 Billionen Euro treibt. „Der Bund lebt strukturell über seine Verhältnisse“, so Scheller. Steigende Zinslasten und ungebremste Ausgaben verschärften die Krise. Dabei seien geordnete Finanzen gerade in unsicheren Zeiten essenziell.
Spiegel Online
Die Lufthansa streicht bis Oktober rund 20.000 Flüge, vor allem auf Kurzstrecken. Hintergrund sind die gestiegenen Kerosinpreise seit dem Irankrieg sowie die Kosten durch Arbeitskämpfe. Auslöser ist auch das vorgezogene Aus der Regionaltochter Lufthansa CityLine. Betroffene Verbindungen werden teils gestrichen oder über größere Drehkreuze umgeleitet. Die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit kritisiert den Sparkurs und stellt die Begründung infrage.
Handelsblatt
In Bad Salzuflen kam es zu einem Feuerwehreinsatz, nachdem mehrere Reinigungsmittel im Abfluss chemisch reagierten und Chlorgas freisetzten. Solche Vorfälle passieren immer wieder, wenn unterschiedliche Reiniger – etwa chlorhaltige und saure Produkte – kombiniert werden. Die Familie bemerkte den stechenden Geruch, verließ das Haus und alarmierte die Feuerwehr. Einsatzkräfte gingen unter Atemschutz vor, lüfteten das Gebäude und spülten den Abfluss. Der Vorfall zeigt ein bekanntes Risiko: Reinigungsmittel sollten grundsätzlich nicht gemischt werden.
WDR
Die Bundesregierung hat ihre Wachstumserwartung für die deutsche Wirtschaft von 1,0 auf 0,5 Prozent halbiert. Hauptgrund sind steigende Energie- und Rohstoffpreise infolge des Iran-Kriegs, die Haushalte und Unternehmen stark belasten. Die weitere Entwicklung bleibt unsicher und hängt maßgeblich vom Verlauf des Konflikts ab.
Tagesschau
Ab sofort können Unternehmen zu Unrecht erhobene US-Zölle in Höhe von insgesamt mindestens 175 Milliarden Dollar zurückfordern, da ein Gericht Trumps Schutzmaßnahmen gestoppt hatte. Claus Paal von der IHK Stuttgart rät im SWR-Interview dazu, Ansprüche zu prüfen. Gleichzeitig warnt er aber vor einem US-Rückzug. Trotz sinkender Exportvolumina bleibe Amerika „Partner Nr. 1“. Kein Unternehmen könne sich einen Boykott leisten, so Paal, selbst wenn Trumps Politik für Reibungsverluste sorge.
SWR
Am 25. Juni 2026 präsentiert die SachsenClean in der Dresdner Joynext Arena auf 3.000 Quadratmeter aktuelle Trends, nachhaltige Reinigungstechnik und digitale Lösungen – von Robotik bis zu effizienten Pflegeprodukten. Mit über 90 Ausstellern aus sieben Ländern soll die Messe Produktinnovationen mit Fachdialog und Netzwerk verbinden und ein zentraler Punkt für Entscheidungsträgerinnen und -träger sein, die die Zukunft der Branche mitgestalten wollen.
SachsenClean
Der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung, Marcel Fratzscher, kritisiert die aktuellen Energiehilfen als „ineffizient und ungerecht“. Statt komplizierter Subventionen fordert er eine einmalige 300-Euro-Pauschale für alle Erwachsenen, steuerlich gestaffelt, so dass Geringverdienende voll profitieren. Die geplante steuerfreie Arbeitgeberzahlung gehe an vielen Bedürftigen vorbei. „Klimageld statt Steuersenkung“ sei dagegen der richtige Weg, um soziale Härten abzufedern und Anreize für Nachhaltigkeit zu setzen.
n-tv
Zum gestrigen Start der internationalen Leitmesse steht die deutsche Industrie vor großen Herausforderungen wie schwacher Nachfrage, hohen Kosten und wachsender internationaler Konkurrenz. Gleichzeitig setzen Unternehmen verstärkt auf Zukunftstechnologien wie Künstliche Intelligenz, Robotik und Automatisierung, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Die Messe, die noch bis zum 24. April geht, dient dabei als wichtige Plattform, um Innovationen zu präsentieren und neue Wachstumschancen auszuloten.
Handelsblatt
In der Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau wurden im vergangenen Jahr über 55.900 meldepflichtige Unfälle und 85 Todesfälle registriert, in der Bauwirtschaft waren es 2024 laut Berufsgenossenschaft 91.813 Unfälle und 78 Todesfälle. Die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung weist darauf hin, dass das Risiko schwerer Unfälle in kleinen Betrieben bis zu dreimal höher ist. Genau dort arbeitet ein großer Teil der Beschäftigten. Der Arbeitsschutz steht jedoch derzeit politisch unter Druck, etwa durch eine Reduzierung von Sicherheitsbeauftragten, die zwar kleine und mittlere Unternehmen entlasten soll, von Gewerkschaften jedoch kritisch gesehen wird. Am 28. April wird beim Workers’ Memorial Day der Verstorbenen gedacht und auf die Bedeutung von Sicherheit am Arbeitsplatz aufmerksam gemacht.
IG BAU
Vom 14. bis 17. April trafen sich rund 30.000 Fachbesucherinnen und -besucher aus 140 Ländern sowie 850 Aussteller auf der Interclean Amsterdam, um neue Technologien und Trends der Reinigungs- und Hygienebranche zu erleben. Im Mittelpunkt standen Themen wie Robotik, datenbasierte Reinigung, nachhaltige Chemie und moderne Hygienelösungen. Ergänzt wurde die Messe durch ein umfangreiches Fachprogramm mit über 100 Sessions und mehr als 75 Speakern. Die nächste Interclean Amsterdam findet 2028 statt und will ihre Rolle als globale Plattform für Innovation und Zusammenarbeit weiter ausbauen.
Interclean Show
Der Bundesinnungsverband des Gebäudereiniger-Handwerks kritisiert den Entwurf zum GKV-Beitragssatz-Stabilisierungsgesetz der Bundesregierung. Dieser sieht vor, dass die Arbeitgeberbeiträge bei Minijobs auf das Niveau des allgemeinen Beitragssatzes angehoben werden. Dadurch würden geringfügige Beschäftigte für Betriebe deutlich teurer, ohne dass sie dadurch höhere Ansprüche erhielten, so der Verband. Minijobs seien jedoch ein wichtiger Bestandteil der Branche und insbesondere für flexible Einsätze sowie bestimmte Beschäftigtengruppen wie Rentner oder Wiedereinsteiger unverzichtbar, so Bundesinnungsmeister Thomas Dietrich.
Die Gebäudedienstleister
Bundeskanzler Friedrich Merz hat angesichts der durch den Irankrieg ausgelösten Energiekrise eine Sitzung des nationalen Sicherheitsrates angekündigt. Die Versorgung mit Diesel, Benzin und Kerosin bezeichnet er als gesichert, räumte jedoch gleichzeitig eine angespannte Marktlage ein. Für den Fall einer Verschärfung stellte er Vorsorgemaßnahmen in Aussicht. Zum Thema Kerosin hat Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche bereits gestern mit Airlines, Flughäfen und Versorgern gesprochen.
Zeit Online
An den Vivantes-Kliniken in Berlin haben Beschäftigte aus den Servicebereichen von Mittwoch bis Samstag letzter Woche gestreikt. Betroffen waren unter anderem Gastronomie, Reinigung und Logistik. Hintergrund sind die laufenden Tarifverhandlungen. Die Gewerkschaft Verdi fordert eine Bezahlung nach dem Tarif des öffentlichen Dienstes für rund 2.200 Beschäftigte.
RBB24
Die Bundesregierung plant eine umfassende Reform der gesetzlichen Krankenversicherung, um steigende Beiträge zu bremsen. Gesundheitsministerin Nina Warken will dafür Maßnahmen mit Einsparungen in Höhe von rund 20 Milliarden Euro umsetzen. Geplant sind unter anderem höhere Zuzahlungen für Medikamente, Einschränkungen bei der kostenlosen Mitversicherung von Ehepartnern sowie Einsparungen im Gesundheitssektor. Krankenkassen kritisieren die Pläne als unzureichend, insbesondere fehlt ihnen die staatliche Unterstützung etwa für Bürgergeld-Empfänger.
Rheinische Post
Die Branchenmesse „Altenpflege“ soll sich ab Mai zur „Care:xpo“ weiterentwickeln. Ziel ist ein sektorenübergreifendes Format, das angesichts von Fachkräftemangel, demografischem Wandel und wachsendem Versorgungsbedarf stärker auf Vernetzung setzt. Im Mittelpunkt steht die „Nursing Journey“, die Abläufe zwischen stationärer, ambulanter und häuslicher Pflege transparenter machen soll. Die Premiere der neuen Marke ist für die Messe 2026 in Essen geplant.
RWH Online
Schleswig-Holsteins Wirtschaftsminister Claus Ruhe Madsen schlägt vor, statt einer steuerfreien 1000-Euro-Prämie bis zu 2000 Euro steuerfrei für Überstunden zu gewähren. Dies solle sowohl Arbeitnehmende motivieren als auch Unternehmen entlasten und die Wirtschaftsleistung steigern. Gleichzeitig äußert er Zweifel, dass die ursprüngliche Prämie in der Praxis tatsächlich bei den Beschäftigten ankommt.
Spiegel
Der Kostenindex des Deutschen Textilreinigungs-Verbands erreicht mit 131,2 Punkten ein Rekordniveau, gleichzeitig trüben sich die Geschäftserwartungen spürbar ein. Seit 2021 sind die Kosten um über 30 Prozent gestiegen, vor allem durch Energie-, Personal- und Finanzierungskosten. Viele Betriebe arbeiten laut Verband an ihrer Belastungsgrenze, da steigende Umsätze kaum noch Gewinne bringen. Gleichzeitig erschwerten unsichere Perspektiven notwendige Investitionen in den Klimaschutz und die Digitalisierung. Der Verband fordert daher gezielte politische Entlastungen.
Deutscher Textilreinigungs-Verband
Der Internationale Währungsfonds hat seine Wachstumsaussichten für die Weltwirtschaft sowie für Deutschland und die Eurozone nach unten korrigiert. Hauptgründe sind die Folgen des Nahostkonflikts, insbesondere die Blockade der Straße von Hormus, sowie anhaltende geopolitische Unsicherheiten. Steigende Energiepreise bremsen derzeit die wirtschaftliche Erholung – auch weltweit. Für Deutschland erwartet der IWF dieses Jahr nur noch ein Wachstum von 0,8 Prozent. Gleichzeitig bleibt die Inflation weltweit deutlich erhöht. Eine schnelle Rückkehr zu stabilen wirtschaftlichen Bedingungen ist laut IWF nicht in Sicht.
n-tv
Der Steuerzahlerbund kritisiert die geplante 1.000-Euro-Prämie für Beschäftigte als ineffizient und realitätsfern. Viele Unternehmen könnten sich die Zahlung angesichts steigender Kosten ohnehin nicht leisten. Auch Arbeitgeberverbände kritisieren, die Regierung lagere Verantwortung an die Betriebe aus. Die Maßnahme schüre Erwartungen, ohne deren Umsetzung zu sichern. Als Alternative werden gezieltere Entlastungen wie direkte Zahlungen oder eine höhere Pendlerpauschale vorgeschlagen.
Zeit Online
Die IW-Bevölkerungsprognose zeigt, dass die Bevölkerung Deutschlands bis 2045 um 2,9 Prozent auf rund 81,1 Millionen Menschen sinken dürfte. Ursachen sind ein anhaltendes Geburtendefizit sowie zuletzt eine schwächere Nettozuwanderung. Diese kann den natürlichen Rückgang nicht mehr ausgleichen. Schon 2025 starben rund 350.000 Menschen mehr als geboren wurden, gleichzeitig ging die Zuwanderung deutlich zurück. Besonders stark wirkt der Wandel auf den Arbeitsmarkt. Das Potenzial an Erwerbspersonen sinkt demnach bis 2045 um über acht Prozent. Gleichzeitig steigt der Anteil älterer Menschen deutlich, was Renten-, Gesundheits- und Wohnsysteme weiter unter Druck setzt.
IW Köln
Die Internationale Energieagentur warnt, dass der April für Energiemärkte und Weltwirtschaft deutlich schwieriger werden könnte als der März. Grund ist die anhaltende Blockade der Straße von Hormus, über die ein großer Teil der weltweiten Öl- und Gaslieferungen transportiert wird. Während im März noch zuvor verladenes Öl ankam, bleiben neue Lieferungen nun weitgehend aus. Fachleute befürchten daher zunehmende Engpässe, insbesondere bei Kerosin und Diesel. Eine schnelle Entspannung ist derzeit nicht absehbar.
Spiegel Online
Mit den laufenden Betriebsratswahlen starten viele Gremien neu – gefragt sind damit klare Strategien und Struktur. Das Programm „Qlean up“ unterstützt Betriebsräte mit Workshops und Coaching bei der konkreten Arbeitsplanung und Nutzung ihrer Mitbestimmungsrechte. Praxisbeispiele, etwa bei Piepenbrock oder Spie, zeigen: Beteiligung der Belegschaft und gute Planung führen zu messbaren Verbesserungen. Das geförderte Angebot hilft, Betriebsratsarbeit von Anfang an wirksam zu gestalten.
IG BAU
Laut einer Analyse des Instituts der deutschen Wirtschaft hat Heilbronn bundesweit die höchste Kaufkraft mit einem preisbereinigten Pro-Kopf-Einkommen von 39.424 Euro im Jahr 2023. Auf Platz zwei folgt der Landkreis Starnberg, der zwar das höchste nominale Einkommen erzielt, jedoch durch hohe Lebenshaltungskosten deutlich an Kaufkraft verliert. Insgesamt dominieren ländlich geprägte Regionen das Ranking, da dort niedrigere Preise die reale Kaufkraft erhöhen. Am unteren Ende der Skala liegen vor allem strukturschwache Städte wie Bremerhaven, Duisburg und Gelsenkirchen. Großstädte schneiden wegen hoher Wohnkosten insgesamt schlechter ab.
FAZ
Nach dem ergebnislosen Treffen zwischen den USA und dem Iran sind die europäischen Gaspreise zeitweise um bis zu 18 Prozent gestiegen, wie der TTF-Referenzpreis an der Börse in Amsterdam zeigt. Auch Öl verteuerte sich spürbar: Die Sorte Brent legte um rund neun Prozent auf über 100 US-Dollar pro Barrel zu. Auslöser sind geopolitische Spannungen und die Sorge vor einer möglichen Blockade der Straße von Hormus, die für den globalen Energiehandel zentral ist. Bereits zuvor hatte der Krieg in der Region die Preise stark schwanken lassen. Tanker meiden die wichtige Schifffahrtsroute bereits wieder, was den Markt zusätzlich verunsichert.
Zeit Online
Union und SPD beraten über Maßnahmen gegen den hohen Krankenstand, darunter eine mögliche Kürzung der sechswöchigen Lohnfortzahlung. Diskutiert wird laut Bericht auch, die Zahlung auf einmal jährlich zu begrenzen und einen Karenztag wieder einzuführen. Ziel ist es, die Kosten für Unternehmen zu senken und die Zahl der Fehltage zu reduzieren. Konkrete Ergebnisse der Koalitionsberatungen werden frühestens zu Wochenbeginn erwartet.
T-Online
Der Tarifkonflikt bei Lufthansa verschärft sich weiter: Nach dem Pilotenstreik hat heute auch das Kabinenpersonal die Arbeit niedergelegt. An den Drehkreuzen Flughafen München und Flughafen Frankfurt fallen hunderte Flüge aus, zehntausende Passagiere sind betroffen. Die Gewerkschaften Vereinigung Cockpit und UFO erhöhen mit aufeinanderfolgenden Streiks den Druck in den Verhandlungen. Zentrale Streitpunkte sind die Altersvorsorge der Piloten sowie Arbeitszeitregelungen für das Kabinenpersonal. Eine schnelle Einigung ist nicht in Sicht – der Konflikt droht sich weiter hinzuziehen.
BR24
Auf der Interclean Amsterdam 2026 wurden zum Auftakt die Amsterdam Innovation Awards verliehen, die wegweisende Entwicklungen in der Reinigungs- und Hygienebranche auszeichnen. Gesamtsieger wurde DRYFT mit einer ergonomischen Scheuersaugmaschine, daneben überzeugten Innovationen in den Bereichen Nachhaltigkeit, Digitalisierung und Hygiene, etwa von Essity, FacilityApps und Vileda Professional. Die ausgezeichneten Lösungen zeigen den starken Fokus der Branche auf Effizienz, Nutzerfreundlichkeit und gesellschaftliche Wirkung.
Saubere Sache Heute
Saubere Sache heute
Deutschlands öffentliche Verschuldung ist 2025 auf 2,66 Billionen Euro gestiegen, ein Plus von 151 Milliarden Euro und sechs Prozent gegenüber dem Vorjahr. Gegenüber dem dritten Quartal 2025 entspricht das einem Zuwachs von 50,8 Milliarden Euro oder 1,9 Prozent, wie das Statistische Bundesamt mitteilt. Vor allem die Sondervermögen des Bundes verursachten den Anstieg, darunter das für die Bundeswehr mit knapp 30 Prozent Plus auf 43 Milliarden Euro sowie das Sondervermögen für Infrastruktur und Klimaneutralität mit 24,3 Milliarden Euro Schulden. Auch Länder und Kommunen verschuldeten sich stärker, während die Sozialversicherung leicht entlastet wurde.
Wiwo
Die Energie- und Wirtschaftskrise trifft die Branche hart: Zwei Drittel der Unternehmen reduzieren laut Umfrage der Gebäudereiniger-Innung Reinigungsleistungen, 49 Prozent melden Auftragsrückgänge. 65 Prozent berichten, dass bestehende Kunden weniger Leistungen abrufen würden, um Kosten zu sparen – besonders in Industrie sowie Büro und Verwaltung. 29 Prozent haben demnach bereits Mitarbeitende entlassen, 41 Prozent planen diesen Schritt im laufenden Jahr. 88 Prozent leiden unter steigenden Mobilitätskosten durch hohe Spritpreise. Die Stimmung ist laut Bundesinnungsverband so schlecht wie nie. Nur 16 Prozent blicken optimistisch auf das Geschäftsjahr.
RDN
21 Prozent der Selbstständigen planen laut Ifo Institut, ihre Investitionen in diesem Jahr zu erhöhen, im November 2025 waren es noch 18,2 Prozent. Gleichzeitig wollen gut 47 Prozent auf Vorjahresniveau investieren, während der Anteil der Selbstständigen mit Kürzungsplänen auf knapp 32 Prozent gesunken ist. Dennoch bleibt die Investitionsbereitschaft hinter der Gesamtwirtschaft zurück. Das Geschäftsklima hat sich laut Jimdo-Ifo-Index deutlich verschlechtert, die Erwartungen fielen im März auf minus 26,0 Punkte. Trotz etwas besserem Kreditzugang wächst die Unsicherheit – 36,4 Prozent können ihre Geschäftsentwicklung demnach schwer einschätzen.
Ifo Institut
Die Koalition aus CDU/CSU und SPD will angesichts hoher Spritpreise die Energiesteuer auf Diesel und Benzin für zwei Monate um rund 17 Cent pro Liter senken. Bundeskanzler Friedrich Merz erwartet, dass die Mineralölbranche die Entlastung vollständig weitergibt. Insgesamt sollen Verbraucher und Unternehmen so um etwa 1,6 Milliarden Euro entlastet werden. Hintergrund sind stark gestiegene Energiepreise infolge des Iran-Kriegs und blockierter Öltransporte durch die Straße von Hormus. Ergänzend sind steuerfreie Krisen-Boni von bis zu 1.000 Euro für Beschäftigte geplant. Die Gegenfinanzierung soll unter anderem über höhere Tabaksteuern sowie mögliche Maßnahmen gegenüber Mineralölunternehmen erfolgen, wie aus dem Beschlusspapier hervorgeht.
n-tv
Nach Einführung neuen 12-Uhr-Regel für Spritpreiserhöhungen infolge des Iran-Konflikts hat das Bundeskartellamt erste Verstöße festgestellt. Dabei handle es sich vor allem um technische Verzögerungen bei den Preisanpassungen, die nun automatisiert überwacht werden. Gleichzeitig betont das Kartellamt, dass steigende Preise allein noch keinen Wettbewerbsverstoß darstellen. Trotz Regulierung klettern die Preise weiter: Diesel erreichte neue Höchststände, Benzin nähert sich Rekordwerten. Weitere Entlastungsmaßnahmen sind derzeit nicht geplant, die Lage bleibt angespannt.
Tagesspiegel
Die Zahl der Firmenpleiten in Deutschland ist laut Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung Halle im März deutlich gestiegen. Sie erreichte im ersten Quartal 2026 den höchsten Stand seit über 20 Jahren. Insgesamt wurden 4.573 Insolvenzen registriert, mit einem Plus von 17 Prozent zum Vormonat und 71 Prozent gegenüber dem Vor-Corona-Niveau. Besonders betroffen sind Bau, Handel und wirtschaftliche Dienstleistungen. Rund 54.000 Arbeitsplätze hängen an den Insolvenzen, vor allem in der Industrie. Frühindikatoren deuten laut Institut auf anhaltend hohe Zahlen im zweiten Quartal hin.
IWH
Von morgen an findet bis zum 17. April die Interclean Amsterdam statt. Die internationale Fachmesse für Reinigung und Hygiene präsentiert ein erweitertes Ausstellungsangebot mit zahlreichen Ausstellern und neuen Themenbereichen. Im Fokus stehen innovative und evidenzbasierte Lösungen aus der Branche. Ein Programmpunkt ist unter anderem der Amsterdam Innovation Award.
Interclean
Die Spitzen der schwarz-roten Regierung berieten am Wochenende in Berlin über Entlastungen angesichts hoher Spritpreise und mögliche Sozialreformen. Dabei prallen innerhalb der Koalition die Positionen von Finanzminister Lars Klingbeil und Wirtschaftsministerin Katherina Reiche wie etwa zu Übergewinnsteuer, Preisdeckel oder Pendlerpauschale hart aufeinander. Die anhaltenden Streitigkeiten stoßen auf breite Kritik und verstärken den Eindruck einer handlungsunsicheren Regierung. Mögliche Ergebnisse werden erst für heute erwartet.
BR
Nach der Verkündung einer zweiwöchigen Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran sind die Ölpreise deutlich gesunken: Brent fiel um rund 16 Prozent auf etwa 92 US-Dollar pro Fass, WTI ähnlich. Die Öffnung der Straße von Hormus soll Öl- und Gaslieferungen wieder ermöglichen, wodurch sich auch der europäische Erdgaspreis um bis zu 20 Prozent auf 44,13 Euro pro Megawattstunde reduzierte – der größte Tagesverlust seit mehr als zwei Jahren. Die Börsen reagierten entsprechend mit starken Kursgewinnen Die Waffenruhe soll vorerst zwei Wochen gelten.
Zeit Online
Das Kabinenpersonal der Lufthansa legt heute von 00.01 bis 22.00 Uhr die Arbeit nieder, betroffen sind zentrale Drehkreuze wie Frankfurt und München sowie zahlreiche weitere Standorte. Dies teilt die Gewerkschaft UFO mit. Hintergrund sind festgefahrene Tarifverhandlungen für rund 19.000 Beschäftigte, bei denen es unter anderem um Arbeitsbedingungen und soziale Absicherung geht. Eine große Mehrheit hatte laut Urabstimmung für den Streik votiert, nachdem Gespräche gescheitert waren. Die Gewerkschaft betont, die Osterfeiertage bewusst ausgespart zu haben und sieht die Verantwortung für die Eskalation beim Unternehmen.
Spiegel Online
Die deutsche Industrie zeigt weiter einen vorsichtigen Aufwärtstrend, mit einem Auftragsplus von 0,9 Prozent im Februar, bereinigt sogar 3,5 Prozent, wie das Statistische Bundesamt berichtet. Allerdings bleibt die Entwicklung fragil. Fachleute hatten deutlich mehr erwartet, der Anstieg erfolgte noch vor der Eskalation im Iran-Konflikt. Steigende Energiepreise und Unsicherheit bremsen demnach bereits die Auftragseingänge und zwingen Unternehmen zu neuen Kalkulationen. Gleichzeitig gibt es leichte Signale der Stabilisierung, etwa bei Exporterwartungen und Beschäftigung in der Autoindustrie.
T-Online
Beim Branchentreff „Club Future“ 2026 der RAL Gütegemeinschaft Gebäudereinigung stehen am 10. und 11. Juni in Fürth Austausch, Praxisnähe und Zukunftsfragen der Gebäudedienstleistung im Fokus. Unter dem Leitthema „Smart Work“ rücken Themen wie Digitalisierung, Robotik und Fachkräfteattraktivität in den Mittelpunkt. Statt klassischer Vorträge setzt das Format auf interaktive Sessions in drei Content-Hubs zu Qualität, Vernetzung und Wissen. Als prominenter Impulsgeber tritt Gerald Asamoah auf, der für gesellschaftliches Engagement und Haltung steht.
Saubere Sache Heute
Ab Juli fördert der Bund unter Bauministerin Verena Hubertz den Umbau von Büro- und Gewerbegebäuden zu Wohnungen mit 300 Millionen Euro. Pro neuer Wohnung soll es bis zu 30.000 Euro Zuschuss geben, maximal 300.000 Euro je Unternehmen. Ziel des Programms „Gewerbe zu Wohnen“ ist die Bekämpfung von Leerstand, Schaffung von Wohnraum und klimagerechte Sanierung. Experten schätzen, dass ungenutzte Büros in sieben Großstädten Platz für bis zu 60.000 Wohnungen bieten könnten. Der Umbau lohnt sich allerdings nicht immer, wegen hoher Kosten und fehlender Infrastruktur. Die Förderung soll Investoren dennoch motivieren.
T-Online
Verdi setzt die Warnstreiks im kommunalen Nahverkehr fort: Vorgestern traf es Augsburg, gestern Nürnberg und Landshut, weitere Städte folgen. Die S-Bahnen sind meist ausgenommen, Fahrgäste müssen jedoch auf Busse und Straßenbahnen verzichten. In München soll der ÖPNV größtenteils weiterfahren, um laufende Bauarbeiten nicht weiter zu verschärfen. Die Arbeitgeber kritisieren die Streiks als Belastung für Bürgerinnen und Bürger, obwohl ein Angebot über Lohnerhöhungen und kürzere Arbeitszeit vorläge. Weiterverhandelt wird am 15. April in Nürnberg.
BR24
Das frühere Karstadt-Nebengebäude in der Kleinen Rosenstraße in Hamburg wird 2027 abgerissen. Investor Norman Schaaf von der Cells Group plant ein 5-Sterne-Hotel mit 150 Zimmern und Dachterrasse mit Blick auf die Binnenalster. Auf 22.000 Quadratmetern Mietfläche entstehen vor allem Büros. Die oberen drei Etagen werden dazu 20 Wohnungen umfassen. Die Fertigstellung ist für 2028 vorgesehen.
NDR
Die Mehrheit der deutschen Betriebe rechnet in den kommenden sechs Monaten mit einer Verschlechterung der Wirtschaftslage. 63 Prozent erwarten einen Abschwung, nur sechs Prozent eine Verbesserung, 29 Prozent gehen von keiner Veränderung aus, so das Arbeitgeber-Barometer des BDA. Bürokratie und Vorschriften belasten 83 Prozent der Unternehmen am stärksten, die eigene Lage bewerten 62 Prozent als gut oder sehr gut, 37 Prozent als weniger gut oder schlecht. Die Zufriedenheit mit der Bundesregierung sinkt weiter auf 19 Prozent. Arbeitgeberpräsident Rainer Dulger warnt vor einem weiteren Abrutschen der Konjunktur und fordert dringend ein Reformpaket.
n-tv
Der Ifo Geschäftsklimaindex Ostdeutschland ist im März leicht von 89,3 auf 88,9 Punkte gesunken, wie das Ifo Institut berichtet. Unternehmen bewerten ihre aktuelle Lage in Industrie, Dienstleistungen, Handel und Bau überwiegend besser als im Vormonat. Gleichzeitig gehen die Erwartungen an die kommenden Monate in allen Branchen deutlich zurück. Besonders im Bau und in der Industrie zeigt sich ein spürbar vorsichtiger Ausblick. Insgesamt wächst die Diskrepanz zwischen einer stabilen Gegenwart und einer unsicheren Zukunft.
Ifo Institut
Deutschlands Kommunen haben 2025 ein Rekorddefizit von fast 32 Milliarden Euro verzeichnet, obwohl die Steuereinnahmen laut Statistischem Bundesamt um 3,4 Prozent gestiegen sind. Haupttreiber sind demnach stark wachsende Ausgaben für Personal und Sozialleistungen, während 7,5 Prozent der Ausgaben nicht gedeckt sind. Der Deutsche Städtetag fordert eine Neuordnung der Finanzstrukturen sowie Soforthilfen von mindestens 30 Milliarden Euro jährlich.
Tagesschau
Hamburg will erstmals eine verbindliche Tariftreueregelung im Vergaberecht einführen. Sie soll Lohndumping bei öffentlichen Aufträgen verhindern. Dann müssen auch nicht tarifgebundene Unternehmen tariforientierte Entgelte sowie Arbeitsbedingungen einhalten und nachweisen. Die Reform stärkt die Tarifbindung und erweitert zugleich Nachweis- und Dokumentationspflichten für Auftragnehmer. Parallel plant der Senat Vereinfachungen im Vergaberecht, etwa mehr Flexibilität im Unterschwellenbereich. Die Bürgerschaft muss dem Gesetz noch zustimmen.
Vergabeblog
Seit dem 1. April läuft die Bewerbungsphase für den Deutschen Arbeitsschutzpreis 2027, Einsendeschluss ist der 30. Juni 2026. Ausgezeichnet werden vorbildliche Lösungen in folgenden Kategorien: strategisch, betrieblich, kulturell und persönlich. Sie sind jeweils mit 10.000 Euro Preisgeld dotiert. Bewerben können sich Unternehmen aller Branchen sowie Einzelpersonen mit innovativen Konzepten für Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz. Die Preisverleihung findet im April 2027 in Berlin unter der Schirmherrschaft von Bundesarbeitsministerin Bärbel Bas statt.
Deutscher Arbeitsschutzpreis
Die Zahl der Arbeitslosen ist im März um 49.000 auf etwas über 3 Millionen gesunken, liegt damit aber weiter über dem Vorjahresniveau, wie die Bundesagentur für Arbeit berichtet. Die Arbeitslosenquote beträgt 6,4 Prozent und entspricht dem Wert des Vorjahres. Saisonbereinigt zeigt sich kaum Bewegung, die Frühjahrsbelebung fällt laut Bundesagentur ungewöhnlich schwach aus. Gleichzeitig bleibt die Nachfrage nach Arbeitskräften mit 638.000 gemeldeten Stellen niedrig und der Einstieg in Beschäftigung schwierig. Auf dem Ausbildungsmarkt besteht weiter eine Lücke zwischen Angebot und tatsächlicher Besetzung, trotz rechnerischem Überhang an Stellen.
n-tv
Bei bundesweit über 70 Aktionen demonstrierten Friedensaktivisten an den Ostertagen gegen Kriege, Aufrüstung und eine mögliche Rückkehr zur Wehrpflicht. Die Proteste standen im Zeichen der Konflikte in Nahost und der Ukraine und forderten verstärkte diplomatische Lösungen. Die Beteiligung bewegt sich laut Veranstaltern auf dem Niveau der Vorjahre mit zehntausenden Teilnehmenden.
Zeit online
Eine Regierungskommission hat 66 Maßnahmen zur Stabilisierung der gesetzlichen Krankenversicherung vorgeschlagen, mit einem Entlastungsvolumen von 42,3 Milliarden Euro bis 2027. Diskutiert werden unter anderem höhere Zuzahlungen, das Aus der beitragsfreien Mitversicherung für Ehepartner sowie Einsparungen bei Vergütungen im Gesundheitswesen. Auch Steuerinstrumente wie eine Zuckersteuer sowie höhere Abgaben auf Tabak und Alkohol stehen im Raum. Ziel ist es, steigende Beiträge zu vermeiden und das erwartete Defizit von bis zu 40 Milliarden Euro bis 2030 zu begrenzen. Die Vorschläge dienen als Grundlage für politische Entscheidungen und gelten teilweise als konfliktträchtig.
Spiegel Online
Die führenden Wirtschaftsinstitute haben ihre Prognose für 2026 angesichts gestiegener Energiepreise infolge des Iran-Kriegs von 1,3 Prozent auf 0,6 Prozent mehr als halbiert, für 2027 werden 0,9 Prozent erwartet. Gleichzeitig rechnen sie mit steigender Inflation von 2,8 Prozent im laufenden Jahr und 2,9 Prozent im Folgejahr, was den Konsum dämpfen dürfte. Staatliche Eingriffe zur Senkung der Energiepreise lehnen die Institute ab und plädieren stattdessen für gezielte soziale Ausgleichsmaßnahmen. Laut Frühjahrsgutachten erhöht sich damit der Druck auf strukturelle Reformen in Deutschland.
Deutschlandfunk
Mit der neuen „Qualifizierungsoffensive Berufliche Bildung“ will das Bundesbildungsministerium seit Februar mehr Menschen für eine Ausbildung gewinnen und bestehende Strukturen modernisieren. Hintergrund sind sinkende Zahlen bei den Ausbildungsverträgen und rund 2,7 Millionen junge Erwachsene ohne Berufsabschluss, während Betriebe gleichzeitig Schwierigkeiten bei der Besetzung offener Stellen melden. Die Initiative spricht gezielt unterschiedliche Gruppen an – von Ausbildungsinteressierten bis zu Ungelernten mit Berufserfahrung – und setzt auf bessere Passung, zweite Chancen und zukunftsrelevante Kompetenzen.
Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend
Der Bundestag hat beschlossen, dass Unternehmen künftig erst ab 50 Beschäftigten einen Sicherheitsbeauftragten bestellen müssen. Damit hebt er die bisherige Grenze von 20 Mitarbeitenden deutlich an. Die Änderung setzt eine EU-Verordnung zu Notfallverfahren für Gasgeräte und Persönliche Schutzausrüstung um. BG BAU, ZDB, HDB und IG BAU begrüßen die Regelung und betonen, dass der Einsatz von Sicherheitsbeauftragten stärker an den tatsächlichen Gefährdungen ausgerichtet sein sollte. In der Bauwirtschaft allerdings können besondere Risiken weiterhin die Bestellung bereits ab 20 Beschäftigten erforderlich machen.
Basi
Rund 90 Prozent der Industrieunternehmen rechnen damit, dass der Iran-Krieg ihre Geschäfte beeinträchtigt, nur neun Prozent sehen sich aktuell nicht betroffen. Dies zeigt die aktuelle Ifo-Konjunkturumfrage. Als wichtigste Gründe nennen 78 Prozent die gestiegenen Energiepreise, 36 Prozent Lieferengpässe bei Vorprodukten und Rohstoffen sowie Einschränkungen in der Schifffahrt, 16 Prozent befürchten Probleme im Luftfrachtverkehr und 24 Prozent eine sinkende Nachfrage auf den Exportmärkten. Viele Unternehmen erwarten zudem finanzielle Risiken durch unsichere Logistikkosten, steigende Versicherungsprämien und erhöhte Zahlungsrisiken.
Ifo Institut
Wirtschaftsministerin Katherina Reiche plant die deutsche Gasversorgung durch langfristige Lieferverträge mit möglichst vielen Partnern abzusichern, um potentielle Unterbrechungen im Nahen Osten abzufedern und Preissprünge zu vermeiden. Der bundeseigene Gasversorger Sefe kündigt Ausschreibungen für LNG-Lieferungen nach Deutschland, Frankreich, die Niederlande und Belgien an, während VNG seine Pipeline-Lieferungen aus Algerien ausbaut. Auch wenn die Auswirkungen des Iran-Kriegs Europa bisher weniger treffen, warnt Reiche vor wirtschaftlichen Folgen, die mit einer Inflationsrate von 2,7 Prozent bereits sichtbar würden. Kritisch gesehen wird ihr Vorstoß, EU-Klimaschutzregeln für Gasimporte aufzuweichen.
Zeit Online
Trotz über drei Millionen arbeitsloser Menschen bleiben in Mitteldeutschland tausende Stellen unbesetzt, etwa in Logistik, Gebäudereinigung und Gastronomie. Die Bundesagentur für Arbeit betont, dass Arbeitssuchende nicht zu faul seien. Viele wollen demnach arbeiten, finden aber keinen passenden Job. Häufig fehlen formale Berufsabschlüsse, Teilqualifikationen oder Mobilität, besonders bei Langzeitarbeitslosen und Zugewanderten. Auch vermeintlich einfache Helferjobs sind körperlich und organisatorisch anspruchsvoll. Fachleute sehen Bildung, gezielte Qualifizierung und Zuwanderung als Schlüssel, um Angebot und Nachfrage besser zusammenzuführen und den drohenden Fachkräftemangel abzufedern.
MDR
Die KfW hat 2025 ihr Inlandsfördergeschäft nach eigenen Angaben um ein Drittel auf 61 Milliarden Euro ausgeweitet. Besonders der Mittelstand und Gründungen profitierten, mit einem Anstieg der Förderung um über 75 Prozent auf 23,5 Milliarden Euro. Zudem wurden 750.000 Wohneinheiten unterstützt und weltweit 11.000 Megawatt neue Kapazitäten aus erneuerbaren Energien geschaffen. Das ökonomische Ergebnis lag bei 2,0 Milliarden Euro, die Bank bleibt also stabil und leistungsstark. Vorstandsvorsitzender Stefan Wintels betont, dass die KfW auch 2026 wichtige Impulse für den Wirtschaftsstandort Deutschland setzen wird.
KfW
Ultraviolette Strahlung ist auch jetzt im Frühling schon gesundheitsgefährdend. Unternehmen sollten daher prüfen, ob ihre Gefährdungsbeurteilung auch UV-Risiken abdeckt und entsprechende Schutzmaßnahmen für die Beschäftigten vorgesehen sind. Dazu gehören technische Maßnahmen wie Sonnenschirme oder andere Abschirmungen, organisatorische wie die Anpassung der Arbeitszeiten, und persönliche Maßnahmen wie Sonnencreme und Schutzkleidung. Ab einer UV-Belastung von einer Stunde pro Tag ist zudem eine arbeitsmedizinische Vorsorge verpflichtend. Betriebe können für die Umsetzung bewährter Schutzmaßnahmen Fördermöglichkeiten von der BG BAU in Anspruch nehmen.
BG BAU
Die Inflationsrate liegt im März 2026 voraussichtlich bei 2,7 Prozent und damit leicht höher als zuletzt. Im Monatsvergleich stiegen die Verbraucherpreise laut Statistischem Bundesamt um 1,1 Prozent Die Kerninflation ohne Energie und Nahrungsmittel betrug 2,5 Prozent. Hervorzuheben ist aktuell der Anstieg der Energiepreise um 7,2 Prozent erstmals seit Ende 2023. Für Unternehmen bleibt das Preisumfeld damit spürbar angespannt, vor allem bei den Betriebskosten.
Destatis
Die neuen Preisregeln für Tankstellen treten erst ab morgen in Kraft, nachdem das Wirtschaftsministerium eine kurzfristige Verzögerung durchgesetzt hat. Künftig ist nur noch eine Preiserhöhung pro Tag erlaubt, zudem erhält das Bundeskartellamt mehr Eingriffsmöglichkeiten. Die Verzögerung erfolgte laut Wirtschaftsministerium auf Wunsch der beteiligten Akteure, um eine reibungslose Umsetzung sicherzustellen. Hintergrund sind stark gestiegene Spritpreise infolge geopolitischer Spannungen und gestörter Öltransporte. Bundestag und Bundesrat hatten dem Maßnahmenpaket zuvor bereits zugestimmt.
Zeit Online
Nur vier Prozent der Firmen planen neue Wohnungen für ihre Beschäftigten, obwohl diese bei der Gewinnung und Bindung von Fachkräften unterstützen. Laut einer Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft bieten neun Prozent bereits Wohnraum an, weitere 21 Prozent unterstützen Mitarbeitende indirekt, etwa über Wohnungsbörsen oder Zuschüsse. Haupthemmnisse sind ungünstige Rahmenbedingungen, fehlendes Know-how, mangelnde Partner sowie hoher finanzieller und organisatorischer Aufwand. Besonders kleinere Betriebe zögern, obwohl Kooperationsmodelle und die Nutzung von Betriebsflächen zusätzliche Möglichkeiten eröffnen könnten.
IW Köln
Vollzeitbeschäftigte mit Ausbildung verdienen im Schnitt 4.125 Euro brutto, viele Handwerksberufe liegen jedoch darunter, zum Beispiel Maurer mit 3.910 Euro oder Friseure mit nur 2.470 Euro. Dies zeigt eine Auswertung des Statistischen Bundesamts. Einzelne technische Berufe wie Werkzeugmechaniker erreichen mit 4.179 Euro leicht überdurchschnittliche Werte. Insgesamt zeigt sich, dass der Verdienst stark vom Abschluss abhängt – von 3.432 Euro ohne Ausbildung bis zu 5.405 Euro mit Meister oder Techniker. Neben der Qualifikation beeinflussen auch Branche und Berufserfahrung die Einkommenshöhe erheblich.
Destatis
Eine DIW-Studie zeigt, dass 93 Prozent der Selbstständigen bereits für das Alter vorsorgen, oft mit mehreren Bausteinen wie Kapitalanlagen, Immobilien oder Versicherungen. Im Schnitt fließt mehr als ein Fünftel des Nettoeinkommens in die Altersabsicherung. Gleichzeitig bleibt eine kleinere Gruppe ohne Vorsorge, während sich rund 20 Prozent nicht ausreichend abgesichert fühlen, vor allem wenn sie ein niedriges Einkommen haben. Diskutiert werden daher gezielte Modelle wie eine Vorsorgepflicht für bislang Unversorgte und staatliche Zuschüsse für Geringverdienende.
Handwerk
Die „Altenpflege 2026“ vom 21. bis 23. April rückt mit dem Forum „Verpflegung, Hauswirtschaft & Wohnen“ zentrale Zukunftsfragen der Branche in den Fokus, vom KI-Einsatz bis zu nachhaltigen Versorgungskonzepten. Im Mittelpunkt stehen in Essen praxistaugliche Lösungen für mehr Effizienz bei gleichzeitig gesicherter Versorgungsqualität, ergänzt durch Dialogformate und Live-Demonstrationen. Geführte Messerundgänge zu Reinigung, Wäschekreislauf und Speisenversorgung bieten Führungskräften gezielte Einblicke in Prozessoptimierung, Ressourcenschonung und moderne Technologien.
Altenheim
Das Bundeskabinett hat einen Gesetzentwurf beschlossen, der Verbraucherinnen und Verbrauchern ein Recht auf Reparatur von Geräten wie Waschmaschinen, Kühlschränken und Smartphones einräumt. Hersteller sollen verpflichtet werden, Produkte über mehrere Jahre hinweg zu einem „angemessenen Preis“ zu reparieren und entsprechende Ersatzteile bereitzuhalten. Vorgesehen sind Fristen von bis zu zehn Jahren bei Haushaltsgeräten und sieben Jahren bei Smartphones, jeweils ab Produktionsende. Zudem soll sich das Gewährleistungsrecht von zwei auf drei Jahre verlängern, wenn eine Reparatur statt eines Austauschs gewählt wird.
Zeit Online
Die Ökostrom-Branche reagiert mit deutlicher Kritik auf die energiepolitischen Vorstöße des Bundeswirtschaftsministeriums und warnt vor einem massiven Rückschlag für den Ausbau erneuerbarer Energien. Stimmen aus der Branche sprechen vom „größten Angriff seit 15 Jahren“ und sehen Investitionen sowie Planungssicherheit gefährdet. Besonders umstritten sind geplante Änderungen wie ein Einspeisungsstopp ohne Entschädigung, ein mögliches Ende der Förderung kleinerer Solaranlagen und angepasste Ausbauziele. Aus der Solarwirtschaft kommt die Warnung vor einem möglichen Markteinbruch von bis zu 90 Prozent bei Wegfall der Einspeisevergütung für kleinere Photovoltaik-Anlagen. Insgesamt befürchtet die Branche eine stärkere Abhängigkeit von fossilen Energien statt einer beschleunigten Transformation.
Handelsblatt
Eine Auswertung von SWR Data Lab und MDR Data zeigt, dass zahlreiche große Arbeitgeber in Rheinland-Pfalz, aber auch bundesweit, die gesetzliche Beschäftigungsquote für schwerbehinderte Menschen von fünf Prozent nicht erreichen. Von 53 befragten Organisationen erfüllen nur 22 die Vorgabe. Die anderen, darunter auch das Land selbst, nutzen stattdessen die Ausgleichsabgabe. Als Gründe werden unter anderem demografische Effekte, fehlende Bewerbungen und strukturelle Unterschiede zwischen den Branchen genannt. Expertinnen verweisen darauf, dass viele Behinderungen erst im Laufe des Erwerbslebens entstehen und Betriebe stärker auf Weiterbeschäftigung setzen könnten. Kritik gibt es zudem am Werkstattsystem, das laut Fachleuten keine echte Integration in den regulären Arbeitsmarkt ermöglicht.
SWR
2025 wurde beim Europäischen Patentamt EPA mit knapp 202.000 Anmeldungen ein neuer Rekord erreicht. Das Plus gegenüber 2024 betrug 1,4 Prozent, besonders stark aus Nicht-Europa. 42,9 Prozent der Patente stammen aus den EPA-Mitgliedstaaten. Die USA führen mit 23,3 Prozent, Deutschland liegt auf Platz zwei mit 12,1 Prozent, China erstmals auf Rang drei mit 10,9 Prozent. Weiterhin die meisten Anmeldungen gab es im Bereich Computertechnik inklusive KI, Quantentechnologie sowie digitale Kommunikation wie Mobilfunknetze. Samsung, Huawei und LG stellen die meisten Anträge, Nokia verzeichnet mit 89,4 Prozent mehr das stärkste Wachstum unter europäischen Unternehmen. Siemens ist führend aus Deutschland.
Stern
Union und SPD haben sich auf eine neue staatlich geförderte Altersvorsorge geeinigt, die vor allem Menschen mit niedrigem Einkommen und Selbstständige stärker unterstützen soll. Geplant sind einfach verständliche Standardprodukte mit maximal einem Prozent Kosten, dazu Varianten mit voller, 80-prozentiger oder keiner Auszahlungsgarantie für höhere Renditen. Die staatliche Grundzulage wird gestaffelt: Kleine Sparbeträge profitieren stärker, Kinderzulagen bleiben erhalten. Das Gesetz soll noch im März beschlossen werden, neue Verträge können ab Januar 2027 abgeschlossen werden. Ziel ist eine transparentere, flexiblere Vorsorge für die rund 15 Millionen bestehenden Riester-Verträge in Deutschland.
Zeit Online
2024 arbeiteten rund vier Millionen Erwerbstätige in Deutschland nachts, das sind neun Prozent aller Beschäftigten. Männer waren mit 12 Prozent deutlich häufiger nachts aktiv als Frauen mit 6,5 Prozent, jüngere Beschäftigte bis 34 Jahre häufiger als Ältere ab 55 Jahren. Besonders verbreitet ist Nachtarbeit in der Luftfahrt mit 43 Prozent, bei Wach- und Sicherheitsdiensten mit 40 Prozent sowie in der Metallverarbeitung mit 31 Prozent. Weitere Branchen mit viel Nachtarbeit sind Lagerei und Verkehr, Gesundheitswesen und Gastronomie. Mit der Umstellung auf die Sommerzeit am 29. März verlieren Nachtarbeitende eine Stunde Arbeitszeit.
Destatis
2025 investierten Unternehmen, Staat und Privatpersonen so wenig wie seit 1990 nicht mehr. Die Nettoanlageninvestitionsquote lag bei minus 0,23 Prozent der Wirtschaftsleistung. Nach Zahlen des Statistischen Bundesamtes stammen mehr als 80 Prozent der Investitionen aus dem Privatsektor. Echte Wachstumsimpulse fehlen demnach, während Ersatzinvestitionen dominieren. Politikerinnen und Fachleute warnen, dass Deutschland auf Verschleiß fahre. Marode Schulen, kaputte Straßen und eine schwache Infrastruktur spiegelten den Trend wider. Gefordert werden eine Investitionsoffensive und zusätzliche Finanzierungsmaßnahmen, etwa über eine Vermögensteuer.
Wirtschaftswoche
Die EU und Australien haben nach acht Jahren Verhandlungen ein umfassendes Freihandelsabkommen beschlossen. Zölle auf über 99 Prozent der EU-Exporte sollen entfallen, was laut EU-Kommission jährliche Einsparungen von rund einer Milliarde Euro ermöglicht und ein Wachstum von bis zu 33 Prozent bei den Ausfuhren bringen könnte. Besonders profitieren dürften Branchen wie Fahrzeugbau, Chemie und Maschinenbau. Parallel stärken beide Seiten ihre Kooperation bei Sicherheit, Cyberabwehr und Lieferketten. Ziel ist es, Abhängigkeiten zu reduzieren und resilienter zu wirtschaften.
Spiegel Online
Im Sozialpartnerdialog Gebäudereinigung haben sich Arbeitgeber- und Arbeitnehmerseite darauf verständigt, die Tagesreinigung aktiv als gemeinsamen Branchenstandard voranzubringen. Ziel ist es, die Arbeitsbedingungen spürbar zu verbessern und dem Fachkräftemangel strukturell zu begegnen. Die Verlagerung in reguläre Arbeitszeiten soll attraktivere Jobs schaffen, die Bindung der Beschäftigten stärken und damit die Fluktuation reduzieren. Davon profitieren ebenfalls die Auftraggeber, indem die Qualität stabiler und die Abläufe im Betrieb effizienter werden.
Arbeit: sicher + gesund
In der Chemie- und Pharmabranche ringen Arbeitgeber und Gewerkschaft um neue Tarifabschlüsse für rund 585.000 Beschäftigte. Überschattet werden die Verhandlungen von Konjunkturflaute und geopolitischen Spannungen. Die steigenden Energiepreise infolge der Konflikte im Nahen Osten verschärfen die Lage zusätzlich. Während die Arbeitgeber Zurückhaltung fordern, möchte die Gewerkschaft IG BCE Einkommenszuwächse über der Inflationsrate und mehr Jobsicherheit erreichen. Die Branche kämpft mit hohen Kosten, schwacher Nachfrage und globalem Wettbewerbsdruck, ist aber mit rund 220 Milliarden Euro Umsatz nach wie vor ein zentraler Industriepfeiler in Deutschland.
Stern
Beschäftigte in neun Bundesländern erhalten 6,4 Prozent mehr Lohn, in Baden-Württemberg und Hessen 7,8 Prozent, über die nächsten zwei Jahre. Erstmals wurden mehrere Tarifgebiete zusammengelegt, was einen Schritt hin zu einheitlichen Rahmen- und Entgelttarifverträgen deutschlandweit bedeutet. Die IG BAU betont den Erfolg trotz hoher Energiepreise und steigender Inflation und würdigt die Arbeit von Zierpflanzen-, Obst- und Gemüsebauern. Rund 110.000 Beschäftigte profitieren direkt von dem Abschluss, der faire Löhne für harte Arbeit bei Wind und Wetter sicherstellen soll. Das Ziel bleibt weiterhin eine tarifliche Gleichstellung in allen Bundesländern und ein bundesweit einheitlicher Gartenbau-Tarif.
IG BAU
Knapp 49 Prozent aller Beschäftigten in Deutschland arbeiteten 2025 laut Statistischem Bundesamt in tarifgebundenen Betrieben. Der Wert blieb damit im Vergleich zu 2024 stabil. Die Branchenunterschiede sind jedoch groß. Während die öffentliche Verwaltung 100 Prozent Tarifbindung erreicht, sind es in der Energieversorgung 84 Prozent, bei Erziehung und Bildung 79 Prozent, in den Finanzdienstleistungen 68 Prozent. Eine nur geringe Tarifbindung herrscht in Land- und Forstwirtschaft mit zehn Prozent, in Kunst und Unterhaltung mit 21 Prozent sowie im Gastgewerbe mit 23 Prozent. Auch zwischen den Bundesländern gibt es Unterschiede.
Destastis
Der Chef der Internationalen Energieagentur IEA, Fatih Birol, sieht im Iran-Krieg „zwei Ölkrisen und einen Gaskollaps in einem“ und spricht von der größten Bedrohung für die Energiesicherheit überhaupt. Durch die Blockade der Straße von Hormus geraten rund 20 Prozent des weltweiten Öl- und Flüssiggastransports unter Druck, die Preise steigen deutlich. Nach Angaben der IEA sind bereits rund elf Millionen Barrel pro Tag vom Markt verschwunden, mehr als bei zwei Ölkrisen zusammen. Die Agentur reagierte mit der Freigabe von 426 Millionen Barrel aus strategischen Reserven, der größten Maßnahme seit ihrer Gründung. Birol kritisiert politische Fehleinschätzungen und warnt, dass kein Land von den Folgen verschont bleiben werde.
Frankfurter Rundschau
Das Freihandelsabkommen zwischen der EU und den Mercosur-Staaten tritt zum 1. Mai vorläufig in Kraft und zahlreiche Zölle entfallen. Nach Zustimmung aller Mitgliedsländer fehlt nur noch die formale Bestätigung Paraguays, während die finale Prüfung im Europäischen Parlament noch läuft. Die Freihandelszone betrifft über 700 Millionen Menschen und ist damit nach mehr als 25 Jahren Verhandlung eine der größten weltweit. Gehandelt werden vor allem Autos und Chemieprodukte aus Europa sowie Agrargüter und Rohstoffe aus Südamerika. Kritik kommt unter anderem von europäischen Landwirten und Umweltinitiativen, die Risiken für den Wettbewerb sowie für die Standards befürchten.
Zeit Online
Für 44 Prozent der (werdenden) Selbstständigen ist Bürokratieabbau die wichtigste Forderung an die Politik, so das Ergebnis einer KfW-Research-Umfrage. Weitere Anliegen sind finanzielle Entlastungen sowie mehr Gleichstellung und gesellschaftliche Wertschätzung. Trotz bestehender Herausforderungen blicken 61 Prozent der Befragten optimistisch auf das Jahr 2026 und damit etwas positiver als die Gesamtbevölkerung. Gleichzeitig bewerten mehr Gründerinnen und Gründer als im Vorjahr ihre wirtschaftliche Lage rückblickend kritisch. Die nicht repräsentative Erhebung basiert auf einer Befragung von Nutzenden der Gründerplattform im Februar 2026.
KfW
Der stationäre Einzelhandel in Deutschland schrumpft weiter und könnte laut Handelsverband Deutschland 2026 erstmals unter 300.000 Geschäfte fallen. Das wäre ein Rückgang von rund 70.000 seit 2015. Der Onlinehandel und die Kaufzurückhaltung setzen der Branche demnach zu, die Innenstädte sind zunehmend von Leerständen geprägt. Besonders mittelständische Händler kämpfen mit schwierigen Rahmenbedingungen und schwacher Konsumlaune. Die Zahl der Insolvenzen steigt außerdem und erreicht laut Allianz Trade den höchsten Stand seit zehn Jahren.
Spiegel Online
Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche will laut Reform-Entwurf zum Erneuerbare-Energien-Gesetz die Förderung für neue kleine Solaranlagen streichen. Ihre Begründung: Viele Anlagen rechneten sich bereits durch den Eigenverbrauch, staatliche Zuschüsse seien daher nicht mehr nötig. Der Koalitionspartner SPD äußert Kritik an den Plänen innerhalb der Bundesregierung. Auch der Bundesverband Solarwirtschaft warnt vor einem deutlichen Rückschlag für die Energiewende. Bislang erhalten Betreiber für eingespeisten Solarstrom 20 Jahre lang eine feste Vergütung pro Kilowattstunde.
Tagesspiegel
Die Bundesregierung will steigende Lebensmittelpreise infolge des Iran-Kriegs ins Visier nehmen. Eine Taskforce von CDU, CSU und SPD will über „inflationsbremsende Maßnahmen“ beraten, darunter mögliche Steuererleichterungen. Hintergrund sind steigende Kosten für Energie, Dünger und Transport, die sich auf die Produktion auswirken. Fachleute erwarten Preissteigerungen vor allem bei energieintensiven und verarbeiteten Lebensmitteln wie Milchprodukten, bei Produkten mit langen Lieferwegen sowie Getreide. Auch Fleisch könnte teurer werden, da Futtermittel wie Mais und Soja von höheren Düngerkosten betroffen sind.
ZDF heute
Die intensive Nutzung sozialer Medien kann die Lebenszufriedenheit junger Menschen deutlich senken, besonders bei Mädchen, berichtet der World Happiness Report 2026. Laut den Forschern liegt das Wohlbefinden am höchsten, wenn TikTok und Co. weniger als eine Stunde täglich genutzt werden. Im Schnitt beschäftigen sich Jugendliche jedoch rund 2,5 Stunden am Tag mit sozialen Netzwerken. Die Studie zeigt zugleich regionale Unterschiede, etwa stabilere Werte in Teilen Südamerikas und des Nahen Ostens. Finnland bleibt das glücklichste Land, während Deutschland sich auf Rang 17 verbessert. Grundlage sind Befragungen von rund 100.000 Menschen weltweit, durchgeführt mit Unterstützung von Gallup und UN-Organisationen.
Deutsche Welle
Die Europäische Zentralbank belässt den Leitzins bei zwei Prozent und setzt damit ihre Zinspause fort – trotz der Unsicherheiten durch derzeit steigende Energiepreise. Sie könnten infolge des Nahostkonflikts die Inflation wieder anheizen. Für 2026 erwarten die Währungshüter nun eine Teuerung von 2,6 Prozent, nach zuvor niedrigeren Prognosen. Gleichzeitig betont die EZB ihre Flexibilität und will bei Bedarf reagieren, ohne sich auf einen festen Zinspfad festzulegen. Ökonomen warnen vor Risiken für Wachstum und Inflation bis hin zu einer möglichen Stagflation.
Spiegel Online
Nach einem Raketenangriff auf Flüssiggasanlagen in Katar sind die Gaspreise in Europa deutlich gestiegen, berichtet die Börse in Amsterdam. Der TTF-Terminkontrakt legte zeitweise um 24,5 Prozent auf 67,89 Euro je Megawattstunde zu und liegt damit deutlich über dem Vorkriegsniveau. Während Haushalte kurzfristig noch eher wenig betroffen sind, spüren Unternehmen die Entwicklung bereits stärker. Da Gaspreise auch den Strompreis beeinflussen, wächst die Sorge vor steigenden Energiekosten. Politisch werden Entlastungsmaßnahmen diskutiert, während die Lage im Nahen Osten weiter angespannt bleibt.
T-Online
Nach über 35 Jahren verliert die SPD in Rheinland-Pfalz die Macht an die CDU. Dieser historische Einschnitt scheint jedoch keine klare Wechselstimmung widerzuspiegeln. Entscheidend waren weniger die Kandidaten als Themen wie Wirtschaft und Sicherheit, bei denen die CDU mehr Vertrauen genießt, während die SPD zusätzlich unter bundespolitischem Gegenwind und strukturellem Wählerschwund leidet. Das Ergebnis zeigt vor allem politische Unsicherheit. Die AfD wächst, bleibt isoliert, und viele Wähler entscheiden eher aus Abwägung als aus Überzeugung.
SWR
Die Bundesregierung will das Kindergeld ab 2027 schrittweise ohne Antragstellung auszahlen und damit Familien entlasten, berichtet das Bundesfinanzministerium. Grundlage ist ein Datenaustausch nach dem Once-Only-Prinzip, bei dem Behörden vorhandene Informationen nutzen, statt neue Anträge zu verlangen. Die Einführung erfolgt in zwei Stufen: zunächst für bestehende Fälle ab Frühjahr 2027, später auch für Familien mit erstem Kind. Voraussetzungen sind unter anderem ein Wohnsitz und eine Erwerbstätigkeit im Inland sowie eine hinterlegte IBAN. Die Prüfung des Anspruchs bleibt bestehen, um Missbrauch zu verhindern.
Die Bundesregierung
Die EU-Kommission will mit der neuen Unternehmensform „EU Inc.“ Firmengründungen deutlich vereinfachen und Startups in Europa halten. Künftig sollen Unternehmen innerhalb von 48 Stunden online und für maximal 100 Euro gegründet werden können, ohne Mindestkapital. Einheitliche Regeln in allen 27 Mitgliedstaaten sollen die Expansion im Binnenmarkt erleichtern und bürokratische Hürden abbauen. Digitale Prozesse sollen auch Investitionen, Anteilsübertragungen und Insolvenzen vereinfachen. Kritik gibt es von Gewerkschaften, die Risiken für Arbeitnehmerrechte sehen, während Wirtschaftsverbände die Pläne überwiegend begrüßen.
n-tv
Die hessische Landesregierung plant eine Reform des Vergaberechts, um Investitionen zu beschleunigen und Bürokratie abzubauen, so das Wirtschaftsministerium. Künftig sollen öffentliche Aufträge bis 100.000 Euro für Lieferungen und Dienstleistungen sowie 750.000 Euro für Bau ohne formale Verfahren vergeben werden. Gleichzeitig sollen faire Arbeitsbedingungen stärker gewichtet werden, um Lohndumping zu verhindern. Während die Regierung von einem Ausgleich zwischen Effizienz und sozialer Verantwortung spricht, begrüßt die FDP die höheren Schwellenwerte, kritisiert jedoch offene Fragen bei der Tariftreue. Ziel ist ein Inkrafttreten noch vor der Sommerpause.
Süddeutsche Zeitung
An der Universitätsklinik Rostock streiken Beschäftigte der Tochtergesellschaft UMR Logistik gGmbH seit Mittwoch für drei Tage, berichtet die Gewerkschaft Verdi. Rund 70 Mitarbeitende fordern unter anderem sieben Prozent mehr Gehalt. Dies lehnt die Klinikleitung mit Verweis auf die wirtschaftliche Lage ab. Der Ausstand wirkt sich spürbar auf Reinigung und Müllentsorgung aus, während die kritischen Bereiche durch Notdienste gesichert bleiben. Die nächste Verhandlungsrunde im Tarifkonflikt ist für den 27. März geplant.
NDR
Derzeit revolutioniert die Schufa ihr Bonitätssystem: Statt undurchsichtiger Prozentwerte gibt es nun einen klaren Punktescore. 18- bis 25-Jährige beispielsweise starten mit 655 „akzeptablen“ Punkten, nach drei Jahren sind 789 „hervorragende“ Punkte möglich. Dieser Score basiert auf nur noch 12 nachvollziehbaren Kriterien, als Reaktion auf jahrelange Kritik von Verbraucherschützern und Gerichten. Vorsicht ist dennoch geboten, denn wer zu oft Kreditanfragen stellt, den Dispo dauerhaft stark nutzt oder Rechnungen verzögert, riskiert Abzüge, während Ältere mit langjähriger Finanzhistorie profitieren. Dieses System begünstige junge Menschen zwar formal, aber strukturelle Ungleichheiten baue es kaum ab, so die Kritik.
BR24
Fast die Hälfte der Langzeitarbeitslosen sieht keine Verbesserung ihrer Jobchancen durch Jobcenter-Termine, obwohl 72 Prozent ihre Beraterinnen und Berater als kompetent bewerten. Das zeigt eine Bertelsmann-Studie mit 1.000 Befragten. Während 60 Prozent eine gezielte Unterstützung bestätigen, klagen 40 Prozent über reine Forderungskultur und 39 Prozent über schlechte Erreichbarkeit. Besonders alarmierend: Bei 46 Prozent der Bürgergeld-Beziehenden mit Mehrfachhemmnissen wie Krankheit oder Qualifikationslücken versagen Vermittlung und Beratung oft komplett, kritisiert Experte Tobias Ortmann. Ab Juli verschärft sich die Lage, wenn Kürzungen in der neuen Grundsicherung schneller greifen.
BR24
Seit Beginn des Iran-Kriegs hat Europa sechs Milliarden Euro zusätzlich für fossile Importe ausgegeben. Jetzt legt EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen einen Notfallplan vor. Um die Strompreise zu senken, setzt sie auf drei Hebel. Erstens soll der Ausbau erneuerbarer Energien und Stromnetze die Notwendigkeit von Gas verringern, unterstützt durch langfristige Stromabnahmeverträge und den Erhalt bestehender Kernkraftwerke. Zweitens plant sie, Netzentgelte für energieintensive Industrien zu senken und die Besteuerung von Strom fairer zu gestalten, da dieser aktuell bis zu fünfzehnmal höher belastet ist als Gas. Drittens bleibt zwar das Emissionshandelssystem bestehen, doch die Regeln für kostenlose CO₂-Zertifikate sollen angepasst werden, um Wettbewerbsnachteile abzufedern.
Tagesspiegel
Deutschland hat seine Klimaziele 2025 laut Umweltbundesamt und Bundesumweltministerium nur knapp erreicht. Die Emissionen sanken um lediglich 0,1 Prozent auf rund 650 Millionen Tonnen CO₂-Äquivalente. Der Rückgang verlangsamt sich damit deutlich, auch wenn der zulässige Rahmen noch eingehalten wurde. Positiv bewertet die Politik eine steigende Akzeptanz für Technologien wie Wärmepumpen und den Ausbau der Windkraft. Gleichzeitig sehen Umweltverbände erhebliche Risiken für die Ziele bis 2030, vor allem in den Bereichen Gebäude und Verkehr. Kritik kommt insbesondere am geplanten Gebäudemodernisierungsgesetz auf, das laut Berechnungen hohe Klimafolgekosten verursachen und Fortschritte im Gebäudesektor bremsen könnte.
Zeit Online
Die Bundesregierung will nach österreichischem Vorbild steigende Kraftstoffpreise stärker regulieren. Tankstellen sollen ihre Preise demnach nur noch einmal täglich erhöhen dürfen, Senkungen sind jederzeit erlaubt. Zudem soll laut Gesetzentwurf die Beweislast umgekehrt werden, sodass Mineralölkonzerne Preiserhöhungen künftig sachlich begründen müssen. Gleichzeitig erhält das Kartellamt mehr Befugnisse, um Wettbewerbsverstöße schneller zu ahnden und Verfahren zu beschleunigen. Hintergrund sind die stark gestiegenen Preise infolge des Irankriegs, während sinkende Einkaufspreise oft verzögert weitergegeben werden. Das zunächst befristete Gesetz soll kurzfristig Entlastung schaffen und wird nach dem Sommer neu geprüft.
n-tv
Die Gewerkschaft Verdi hat für Donnerstag erneut Warnstreiks im Nahverkehr angekündigt. Betroffen sind unter anderem Bayern, Nordrhein-Westfalen und Hamburg. Weitere Bundesländer könnten folgen, während in einigen Regionen bereits gestern und vorgestern gestreikt wurde. Hintergrund sind stockende Tarifverhandlungen, bei denen es vor allem um bessere Arbeitsbedingungen und teils auch höhere Löhne geht. Laut Vize-Chefin Christine Behle soll der Druck auf Arbeitgeber erhöht werden, um Lösungen zu erzwingen. Ziel ist es, die hohe Belastung zu senken und den Personalmangel im ÖPNV langfristig zu bekämpfen. Fahrgäste müssen sich erneut auf erhebliche Einschränkungen einstellen.
ZDF heute
Ein Jahr nach dem Beschluss des Sondervermögens für Infrastruktur und Klimaneutralität fällt die Bilanz laut Institut der deutschen Wirtschaft und Ifo Institut deutlich ernüchternder aus als erwartet. Nach IW-Berechnungen wurden rund 86 Prozent der Mittel zweckentfremdet, häufig durch Umschichtungen statt zusätzlicher Investitionen. Die tatsächlichen Investitionen stiegen 2025 nur minimal und blieben teils sogar hinter dem Vorjahr zurück. Auch das Ifo Institut sieht den Großteil der neuen Schulden nicht in neue Infrastruktur geflossen. So drohe statt echter Transformation ein ineffizienter Verschiebebahnhof mit spürbaren Folgen für Modernisierung und Klimaziele.
T-Online
2025 registrierten deutsche Amtsgerichte über 24.000 Unternehmensinsolvenzen. Das sind 10,3 Prozent mehr als im Vorjahr und markiert den höchsten Stand seit 2014. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts setzt sich damit der deutliche Trend der vergangenen Jahre fort, auch wenn die Forderungssummen der Gläubiger auf knapp 48 Milliarden Euro sanken. Grund ist demnach vor allem die geringere Zahl großer Firmenpleiten, während kleinere Unternehmen häufiger betroffen sind. Besonders hoch ist die Insolvenzhäufigkeit in Verkehr und Lagerei, gefolgt von Gastgewerbe und Bau. Auch bei Verbraucherinsolvenzen zeigt die Kurve nach oben. 2025 gab es über 77.200 Fälle, ein Anstieg von 8,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.
Destatis
Iranische Staatsangehörige sind im deutschen Arbeitsmarkt überdurchschnittlich gut angekommen. Laut Bundesagentur für Arbeit waren im November 2025 rund 58,6 Prozent der Iranerinnen und Iraner im erwerbsfähigen Alter sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Dies sind deutlich mehr als bei allen Ausländern in Deutschland insgesamt mit 52,5 Prozent. Auffällig ist auch das hohe Qualifikationsniveau. Gut 73 Prozent arbeiten als Fachkräfte, fast ein Drittel sogar als Spezialisten oder Experten. Besonders häufig sind sie im Gesundheitswesen sowie in wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen tätig, besonders selten in Branchen wie Bau, Industrie oder sonstigen Dienstleistungen. Insgesamt lebten Ende 2024 laut Statistischem Bundesamt rund 162.000 iranische Staatsangehörige in Deutschland.
IW Köln
Immer mehr deutsche Mittelständler ziehen sich aus dem Geschäft mit den Vereinigten Staaten zurück. Laut einer Sonderbefragung von KfW Research berichten 52 Prozent der Unternehmen mit US-Beziehungen über negative Auswirkungen der aktuellen amerikanischen Wirtschafts- und Handelspolitik. Der Anteil der kleinen und mittleren Unternehmen mit Geschäftsbeziehungen in die USA sank zwischen 2019 und Januar 2026 deutlich von 18,7 Prozent auf 11,3 Prozent. Besonders stark ging der direkte und indirekte Export zurück, wogegen nur rund sieben Prozent der Firmen profitierten. KfW Research führt die Entwicklung vor allem auf die Zollpolitik und die große Unsicherheit über den künftigen Kurs der USA zurück.
KfW
Die deutsche Chemie- und Pharmaindustrie bleibt wirtschaftlich unter Druck. Laut dem Verband der Chemischen Industrie, VCI, gingen Produktion, Preise und Umsatz in der Chemie zuletzt weiter zurück, während die Pharmaindustrie mit ihrem Wachstum stabilisierte. Insgesamt sank der Branchenumsatz 2025 auf 220 Milliarden Euro, ein Minus von 1,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Belastend wirken die schwache Industriekonjunktur, der hohe Importdruck und ein intensiver Preiswettbewerb. Zusätzliche Risiken entstehen laut VCI durch den Irankrieg und mögliche Lieferkettenprobleme bei wichtigen Rohstoffen.
VCI
Die stark gestiegenen Rohölpreise aufgrund des US-israelischen Konflikts mit dem Iran setzen die Märkte unter Druck. Die Internationale Energieagentur prüft eine Freigabe strategischer Ölreserven, die die 182 Millionen Barrel von 2022 deutlich übertreffen könnte, um die Versorgung zu stabilisieren. Mit 1,2 Milliarden Barrel Staatsreserven plus 600 Millionen Barrel industrieller Vorräte stünden genügend Kapazitäten bereit, um Krisen abzufedern, betont IEA-Chef Fatih Birol. Bisher gab es seit 1974 nur fünf koordinierte Freigaben, zuletzt nach dem Angriff auf die Ukraine. Fachleute sehen die Reserven als wichtigen Puffer gegen Preisschocks. Eine Entscheidung der 32 Mitgliedsländer wird in den kommenden Tagen erwartet, während die G7-Staaten bislang zögerlich agieren.
n-tv
Die wichtige Bahnverbindung zwischen Hamburg und Berlin kann erst sechs Wochen später als geplant wieder in Betrieb genommen werden. Laut Deutsche Bahn sollen Züge nun erst ab 14. Juni wieder durchgehend fahren. Grund sind laut Bahn unter anderem Frostperioden im Winter, die bestimmte Bauarbeiten verzögert hätten, etwa an den Bahnsteigen in Wittenberge. Der Fernverkehr wird bis dahin über Uelzen umgeleitet, Pendlerinnen und Pendler sind weiter auf Ersatzbusse angewiesen. Gleichzeitig startet Anfang Mai bereits die Sanierung der Strecke Hamburg–Hannover, allerdings ohne vollständige Sperrung, um doppelte Belastungen zu vermeiden.
NDR
Trotz politischer Versprechen sehen viele Firmen bisher kaum Entlastung. Laut einer Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft berichten 80 Prozent der Unternehmen von gestiegenem Aufwand für Berichts- und Dokumentationspflichten in den vergangenen drei Jahren. Rund 70 Prozent halten Verwaltungsverfahren zudem für zu langsam, viele kritisieren fehlende Kapazitäten und Expertise in Behörden. Als wichtigsten Hebel für weniger Bürokratie nennen über 90 Prozent geringere EU-Vorgaben sowie eine stärker digitalisierte Verwaltung. Offizielle Zahlen des Statistischen Bundesamts zeigen zwar leicht sinkende Bürokratiekosten auf aktuell 62,5 Milliarden Euro jährlich, aus Sicht vieler Betriebe ist die Entlastung jedoch kaum spürbar.
Heise
Der Krieg im Nahen Osten und die daraus resultierenden steigenden Energiepreise dämpfen laut Prognose des Ifo Instituts die konjunkturelle Erholung in Deutschland. Demnach könnte das Wachstum 2026 je nach Verlauf des Konflikts nur zwischen 0,6 und 0,8 Prozent liegen, während gleichzeitig die Inflation zeitweise auf bis zu drei Prozent steigen könnte. Getragen wird der Aufschwung derzeit vor allem durch staatliche Investitionen in Infrastruktur, Klimaschutz und Verteidigung, nicht durch den Export, der weiter schwächelt. Selbst bei einem anhaltenden Konflikt erwarten Fachleute jedoch keinen Stillstand der Konjunktur, sondern lediglich eine verlangsamte Erholung.
Zeit Online
Nur noch 13 Prozent der deutschen Unternehmen zählen zur innovationsstarken Spitze, während der Anteil innovationsschwacher Firmen auf fast 40 Prozent gestiegen ist, zeigt eine Studie der Bertelsmann Stiftung. 2019 lag der Anteil der besonders innovativen Unternehmen noch bei rund einem Viertel. Laut Studienautor Armando Garcia Schmidt droht Deutschland damit ein nachhaltiger Verlust technologischer Wettbewerbsfähigkeit. Während IT-Firmen und wissensintensive Dienstleister an Bedeutung gewinnen, verlieren klassische Industriebranchen an Innovationskraft. Die Studie „Innovative Milieus 2026“ sieht deshalb Politik und Unternehmen gleichermaßen gefordert, Innovationen stärker zu fördern und Zukunftstechnologien schneller umzusetzen.
Zeit Online
Die Bundesregierung will Tankstellen künftig nur noch einmal täglich ihre Preise anheben lassen, Senkungen bleiben dagegen jederzeit möglich. Dies erklärte Wirtschaftsministerin Katherina Reiche. Das Modell orientiert sich am österreichischen System, soll Preisspitzen bremsen sowie Pendlerinnen und Pendler entlasten. Es erfordert allerdings Änderungen im Kartellrecht. Der ADAC warnt vor Gegenwirkungen: Unternehmen könnten Preise bereits im Vorhinein stärker erhöhen, sodass der Durchschnittspreis steigt. In Österreich seien vor allem Steuerunterschiede der Hauptgrund für niedrigere Preise.
Focus Online
Im Februar stiegen die Verbraucherpreise in Deutschland um 1,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr und um 0,2 Prozent zum Vormonat, meldet das Statistische Bundesamt. Energieprodukte wurden 1,9 Prozent günstiger, Strom 4,1 Prozent und Erdgas 4,4 Prozent, Kraftstoffe dagegen stiegen leicht um 0,3 Prozent. Nahrungsmittel verteuerten sich um 1,1 Prozent. Dienstleistungen zogen um 3,2 Prozent an, vor allem in sozialen Einrichtungen, in der Personenbeförderung und Fahrzeugwartung. Die Kerninflation ohne Energie und Nahrungsmittel blieb bei 2,5 Prozent.
Destatis
Arbeitgeber in der Gebäudereinigung müssen Minijobber vor Arbeitsbeginn per Sofortmeldung an die Datenstelle der Rentenversicherung melden, zusätzlich zur normalen Anmeldung bei der Minijob-Zentrale. Diese Pflicht gilt in Branchen mit erhöhtem Risiko für Schwarzarbeit und betrifft sowohl Minijobs mit Verdienstgrenze als auch kurzfristige Beschäftigungen. Die reguläre Anmeldung kann bis zur ersten Abrechnung (maximal bis sechs Wochen nach Beschäftigungsbeginn) erfolgen, die Sofortmeldung muss jedoch spätestens unmittelbar vor Arbeitsbeginn erfolgen.
Minijob Zentrale
Die Bundesregierung will den Mikrokreditfonds Mitte 2026 auslaufen lassen. Neue Kredite bis 25.000 Euro sollen laut Antwort auf eine Anfrage der Grünen nur noch bis 30. Juni bewilligt werden. Seit 2010 wurden rund 38.000 Kredite mit einem Volumen von über 400 Millionen Euro vergeben, viele kleine Betriebe erhielten so Zugang zu Finanzierung jenseits klassischer Bankkredite. Kritikerinnen wie Finanzpolitikerin Katharina Beck warnen, gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten sei das ein falsches Signal für den Mittelstand. Die Regierung verweist auf höhere Ausfallquoten, strengere Regulierung und Haushaltszwänge. Weitergeführt wird dagegen der Mikromezzaninfonds III, der stille Beteiligungen für kleine Unternehmen bis 2029 bereitstellt.
Zeit Online
Haushalte in Ostdeutschland hatten 2025 im Schnitt rund 5.800 Euro weniger Nettojahreseinkommen als im Westen, wie Daten des Statistischen Bundesamts zeigen. Demnach lag das mittlere Haushaltseinkommen im Westen bei knapp 39.600 Euro, im Osten bei 33.800 Euro. Gegenüber 2024 wuchs die Differenz zwar um 540 Euro, langfristig ist die Lücke aber leicht kleiner geworden. Seit 2022 sank sie prozentual von 16,2 auf 14,7 Prozent. Unterschiede innerhalb der Regionen bleiben jedoch groß – so lag das Einkommen in Thüringen zuletzt über dem in Bremen. Laut Statistischem Bundesamt spielen neben Arbeitsmarktentwicklungen auch unterschiedliche Lebenshaltungskosten eine Rolle.
MDR
Das Geschäftsklima im Einzelhandel ist im Februar auf minus 27,7 Punkte gefallen, nach einem Minus von 24,1 im Januar, wie das Ifo Institut berichtet. Händler bewerten vor allem ihre aktuelle Lage schlechter, aber auch die Erwartungen bleiben gedämpft. Besonders Möbel- und Bekleidungshandel melden eine negativere Stimmung, während Lebensmittelhandel und Autohäuser leicht zulegen konnten. Laut Ifo-Experte Patrick Höppner könnten steigende Energiepreise und geopolitische Risiken zusätzlich auf die Verbraucherstimmung drücken. Gleichzeitig planen mehr Händler Preiserhöhungen und bauen eher Stellen ab, wodurch sich der Fachkräftemangel etwas entspannt.
Ifo Institut
Bei der Lufthansa hat ein zweitägiger Streik der Gewerkschaft Vereinigung Cockpit begonnen, der vor allem an den Drehkreuzen Flughafen München und Flughafen Frankfurt zu Flugausfällen führt. Rund 300 Flüge pro Tag könnten ausfallen, dennoch sollen mindestens die Hälfte der Flüge und etwa 60 % der Langstrecken stattfinden. Hintergrund sind Tarifkonflikte über Gehälter und Betriebsrenten.
WiWo
Trotz wachsender Geldvermögen in Deutschland bleibt das Sparen für viele Haushalte schwierig. Laut Ipsos-Umfrage für die Bank „ING“ haben 27 Prozent der Befragten keinerlei Ersparnisse. Fast die Hälfte von ihnen verdient nach eigenen Angaben zu wenig, um Geld zurückzulegen, während 22 Prozent gestiegene Lebenshaltungskosten als Hauptgrund nennen. Gleichzeitig grübeln 17,9 Prozent nachts über ihre Finanzen, und 36,5 Prozent glauben, sich zentrale Lebenswünsche nie leisten zu können. Paradox ist, dass nach Daten der Deutschen Bundesbank das Geldvermögen der privaten Haushalte im dritten Quartal 2025 fast 9.400 Milliarden Euro erreichte, mit Prognosen von über 10,5 Billionen Euro für 2026. Allerdings konzentriert sich das Vermögen vor allem auf die reichsten zehn Prozent der Haushalte.
Mindener Tagblatt
Laut Umfrage der KfW waren 2025 nur noch 34,3 Prozent der Führungspositionen in kleinen und mittleren Unternehmen mit Frauen besetzt, während es 2023 noch 40 Prozent waren. Ganz an der Spitze von Firmen stehen Frauen weiterhin selten, ihr Anteil liegt bei rund 16 Prozent beziehungsweise 621.000 von 3,87 Millionen Unternehmen. Gleichzeitig zeigt die Studie, dass dort, wo Frauen führen, der Frauenanteil im Management deutlich steigt. Dann sind 76 Prozent der Führungsrollen weiblich, während männergeführte Unternehmen im Schnitt nur 14 Prozent erreichen. Von Frauen geleitete Mittelständler beschäftigen insgesamt rund 3,3 Millionen Menschen und erwirtschaften 435 Milliarden Euro Umsatz, so die KfW.
Zeit Online
Die Hoffnung auf ein mögliches Ende des Iran-Krieges hat die Energiemärkte kurzfristig beruhigt. Der Preis für die Rohölsorte Brent Crude rutschte am Montag auf rund 89,20 US-Dollar pro Fass ab, nachdem er zuvor zeitweise über 120 Dollar gestiegen war. Auslöser war ein Interview mit Donald Trump, der den Krieg „so gut wie beendet“ nannte. Gleichzeitig bleibt die Lage angespannt, da die strategisch wichtige Straße von Hormus im Konflikt weitgehend blockiert ist und damit zentrale Öltransporte aus dem Persischen Golf beeinträchtigt. An den Börsen sorgte die Aussicht auf Entspannung für Auftrieb, während steigende Energiepreise Sorgen um Inflation und Konjunktur befeuern. In Deutschland stehen zudem die Mineralölkonzerne wegen hoher Spritpreise unter politischem Druck.
Süddeutsche Zeitung
Die deutsche Industrie ist mit einem deutlichen Dämpfer ins Jahr 2026 gestartet. Die Aufträge brachen im Januar um über elf Prozent gegenüber dem Vormonat ein, deutlich stärker als von Ökonomen erwartet, so das Statistische Bundesamt. Gleichzeitig sank die Produktion in Industrie, Bau und Energie um weitere 0,5 Prozent und damit bereits den zweiten Monat in Folge. Besonders stark ging die Nachfrage aus dem Inland zurück, aber auch die Bestellungen aus dem Ausland sanken deutlich. Fachleute sehen vor allem ausbleibende Großaufträge als Grund, warnen aber vor zusätzlichem Druck durch steigende Energiepreise im Zuge des Nahostkonflikts.
WiWo
Viele Städte und Gemeinden stehen finanziell massiv unter Druck und fordern vom Bund eine Soforthilfe für ihre Altschulden. Laut Deutschem Landkreistag verzeichneten die Kommunen allein 2025 ein Defizit von mehr als 30 Milliarden Euro. Länder und kommunale Spitzenverbände argumentieren, ein Großteil der Belastung entstehe durch Bundesgesetze und steigende Sozialausgaben. Gefordert wird daher das Prinzip „wer bestellt, bezahlt“, also eine vollständige Finanzierung neuer Aufgaben durch den Bund. Andernfalls drohten Einschnitte bei zentralen Leistungen der Daseinsvorsorge wie beim Nahverkehr oder der Gesundheitsversorgung.
Süddeutsche Zeitung
Beim Kongress „Zukunft Handwerk“ letzte Woche in München diskutierten 2.600 Teilnehmende aus Betrieben, Politik und Organisationen über zentrale Zukunftsthemen wie Digitalisierung, Künstliche Intelligenz, Fachkräftesicherung und Unternehmensnachfolge. Insgesamt 56 Speaker, 30 Workshops und mehrere Networking-Formate boten praxisnahe Einblicke und Austausch für die Branche. Politisch eröffnet wurde die Veranstaltung unter anderem von Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche und ZDH-Präsident Jörg Dittrich. Neben Fachthemen standen auch Auszeichnungen für Innovation und Engagement im Handwerk im Mittelpunkt.
Zukunft Handwerk
Immer mehr Unternehmen investieren in eine eigene Stromproduktion aus erneuerbaren Energien, vor allem aus wirtschaftlichen Gründen. Photovoltaik, Batteriespeicher oder Windkraft sollen Betriebe unabhängiger von Energiepreisen machen und langfristige Planung ermöglichen. Gleichzeitig sorgen die Pläne des Bundeswirtschafts- und Energieministeriums für Kritik. Neue Regeln bei Netzanschlüssen und mögliche Einschränkungen bei Entschädigungen könnten den Ausbau bremsen. Branchenvertreter warnen vor wachsender Unsicherheit für Investitionen in erneuerbare Energien. Energieexpertinnen sehen vor allem ein Risiko für die Energiewende und langfristig auch für stabile Strompreise.
Tagesschau
Der Arbeitgeberverband Gesamtmetall rechnet 2026 mit dem Verlust von bis zu 150.000 Arbeitsplätzen in der Metall- und Elektroindustrie. Die Branche spricht von der größten Krise seit Gründung der Bundesrepublik und verweist auf hohe Energiepreise, Steuern, Sozialabgaben und Bürokratie. Bereits seit 2018 sind laut Verband rund 270.000 Stellen weggefallen. Staatliche Rüstungsaufträge sorgten zuletzt zwar für mehr Bestellungen, verdecken nach Ansicht der Branche aber die weiterhin schwache Nachfrage. Gesamtmetall fordert daher politische Maßnahmen zur Entlastung des Industriestandorts Deutschland.
Spiegel Online
Der Bundestag hat nach monatelangen Debatten die Umgestaltung des Bürgergelds zu einer neuen Grundsicherung beschlossen. 321 Abgeordnete stimmten dafür, 268 dagegen. Ab 1. Juli sollen für rund 5,5 Millionen Beziehende strengere Regeln gelten, der Name „Bürgergeld“ verschwindet. Die Vermittlung in Arbeit bekommt Vorrang, während bei Pflichtverletzungen Kürzungen bis hin zu Totalsanktionen möglich werden. Zugleich fällt die Schonfrist für Vermögen weg, und Wohnkosten sollen nur noch bis zu Obergrenzen übernommen werden. Kritiker warnen vor mehr Druck auf Betroffene, während Union und SPD vor allem mehr Arbeitsanreize und langfristig Einsparpotenzial sehen.
T-Online
Auf dem Kongress „Zukunft Handwerk“ in München sind Bestattermeisterin Emily Maichle aus Geislingen zur Miss Handwerk 2026 und der Stuckateur Maximilian Buerger aus Wetter zum Mister Handwerk 2026 gewählt worden, berichtet das Deutsche Handwerksblatt. Die beiden setzten sich im Finale gegen zehn weitere Kandidatinnen und Kandidaten durch und sollen das Handwerk ein Jahr lang bundesweit vertreten. Der Wettbewerb will die Vielfalt, Modernität und Karrierechancen der Branche sichtbar machen. Insgesamt hatten sich mehr als 75 Handwerkerinnen und Handwerker aus verschiedenen Gewerken beworben. Auch ein Gebäudereiniger schaffte es unter die zwölf Finalisten.
Miss & Mister Handwerk
Die Facility-Service-Branche in Deutschland hat ihren Umsatz im vierten Quartal 2025 um 7,4 Prozent gesteigert und blickt laut Konjunkturindex von Lünendonk & Hossenfelder weiter optimistisch auf 2026. Für das erste Quartal erwarten die Dienstleister bereits ein Plus von 5,5 Prozent, für das Gesamtjahr rund 6,6 Prozent Wachstum. Größtes Hemmnis bleibt der Fachkräftemangel, den 82 Prozent der befragten Unternehmen nennen. Gleichzeitig setzen viele Anbieter stärker auf Digitalisierung und KI, um Prozesse effizienter zu steuern. Parallel gewinnt laut der Analyse die internationale Rekrutierung an Bedeutung.
Lünendonk
Führende Wirtschaftsverbände fordern von der Bundesregierung deutlich mehr Reformen, um die anhaltende Stagnation der deutschen Wirtschaft zu überwinden. Die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände, der Bundesverband der Deutschen Industrie, die Deutsche Industrie- und Handelskammer sowie der Zentralverband des Deutschen Handwerks erklärten gemeinsam, 2026 müsse zum „Jahr der Reformen“ werden, da der Standort Deutschland stark unter Druck stehe. Gefordert werden unter anderem weniger Bürokratie, niedrigere Unternehmens- und Stromsteuern sowie eine Anhebung des Renteneintrittsalters. Viele angekündigte Maßnahmen der Regierung reichten bislang nicht aus, kritisieren die Verbände.
Zeit Online
Die Grünen gewinnen die Landtagswahl in Baden-Württemberg mit 30,2 % knapp vor der CDU (29,7 %), nachdem sie kurz vor der Wahl eine starke Aufholjagd hingelegt hatten. Wahrscheinlich wird Cem Özdemir neuer Ministerpräsident und bietet der CDU eine Fortsetzung der Zusammenarbeit an. Während die AfD stark zulegt, stürzt die SPD auf ein historisches Tief, und FDP sowie Linke scheitern an der Fünf-Prozent-Hürde.
Tagesschau
Auch wenn derzeit die längste Wirtschaftskrise seit der Nachkriegszeit anhält, bleibt der Fachkräftemangel im Handwerk gravierend. Rund 200.000 Arbeitskräfte fehlen laut dem Zentralverband des Deutschen Handwerks. Bei der Bundesagentur für Arbeit waren zuletzt 119.565 offene Stellen gemeldet, tatsächlich dürfte der Bedarf höher liegen. Gleichzeitig erwarten Branchenvertreter für 2026 nur ein Umsatzplus von rund einem Prozent. Viele Betriebe verlieren Personal vor allem durch Renteneintritte und fehlende Nachfolgen, während weiterhin jeder neunte Ausbildungsplatz unbesetzt bleibt. Politik und Verbände diskutieren über Entlastungen und Reformen, Unternehmen drängen auf schnelleres Handeln.
Stern
Der österreichische Handelsökonom Gabriel Felbermayr soll nach Medienberichten neues Mitglied im Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung werden und die Ökonomin Ulrike Malmendier ersetzen, deren Mandat Ende Februar ausgelaufen ist. Die Bundesregierung will die Nachbesetzung offenbar zügig klären, nachdem frühere Personalentscheidungen den Rat zeitweise handlungsunfähig machten. Felbermayr leitet seit 2021 das Österreichische Institut für Wirtschaftsforschung in Wien und war zuvor Präsident des Instituts für Weltwirtschaft in Kiel.
Wiwo
Die Blockade der Straße von Hormus durch den Iran lässt die Gaspreise in Europa stark steigen, obwohl nur rund 3,5 Prozent des europäischen LNG aus Katar stammen. Da Flüssigerdgas global gehandelt wird, wirken sich Lieferausfälle weltweit auf die Preise aus. Besonders die Industrie spürt die Entwicklung bereits, weil sie einen Teil ihres Gasbedarfs kurzfristig am Spotmarkt deckt. Für Haushalte könnten höhere Kosten zeitverzögert folgen, etwa wenn Preisbindungen auslaufen. Laut Energieexperte Jakob Schlandt zeigt die Entwicklung erneut, wie verwundbar fossile Energieimporte bleiben.
n-tv
Die EU-Kommission will öffentliche Fördergelder stärker an eine europäische Produktion binden. Künftig sollen etwa Stahl, Zement, saubere Technologien oder Elektroautos bevorzugt aus europäischer Herstellung stammen. Ziel ist es, die Nachfrage nach klimafreundlichen Industriegütern aus der EU zu stärken und die Wettbewerbsfähigkeit der Industrie zu sichern. Deutschland zeigt sich jedoch zurückhaltend und warnt vor neuen bürokratischen Hürden, besonders für kleine und mittlere Unternehmen. Auch die DIHK sieht zusätzliche Dokumentationspflichten und Vergaberegeln kritisch.
Heise
Laut Statistischem Bundesamt ist in nur 9,9 Prozent der heterosexuellen Paarhaushalte die Frau Haupteinkommensperson, während in 55,8 Prozent der Fälle der Mann mindestens 60 Prozent zum Nettoeinkommen beiträgt. Bei gut 34 Prozent liegen beide etwa gleichauf. Besonders ausgeprägt ist das Gefälle, wenn Kinder da sind. Dann sind nur 7,7 Prozent der Mütter Hauptverdienerinnen, in 64,6 Prozent der Familien liegt die Einkommensverantwortung überwiegend beim Mann. Die Veröffentlichung anlässlich des Internationalen Frauentags am 8. März zeigt, dass strukturelle Unterschiede fortbestehen, auch weil Mütter deutlich häufiger in Teilzeit arbeiten. Bettina Kohlrausch vom Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Institut kritisiert eine anhaltende Lohnlücke von 16 Prozent.
Spiegel Online
Die Arbeitslosigkeit ist im Februar laut Bundesagentur für Arbeit geringfügig auf 3,07 Millionen gesunken. Die Quote liegt bei 6,5 Prozent und damit um 0,1 Prozentpunkte höher als im Vorjahr. Vorstandsvorsitzende Andrea Nahles erklärte, der Arbeitsmarkt komme auch zum Ende der Winterpause nicht in Schwung. 638.000 offene Stellen sind gemeldet, 1.000 weniger als vor einem Jahr. Auf dem Ausbildungsmarkt sind aktuell 345.000 Stellen registriert, das sind 52.000 weniger als im Vorjahr, während die Zahl der Bewerber um 4.000 auf 298.000 gestiegen ist. Kurzarbeit spielt derzeit eine untergeordnete Rolle: Für 35.000 Personen wurde im Februar konjunkturelle Kurzarbeit angezeigt.
Zeit Online
Die Teilzeitquote ist im ersten Quartal 2025 laut des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung auf den Rekordwert von 39,8 Prozent gestiegen und liegt damit 0,4 Prozentpunkte über dem Vorquartal. Im Jahresvergleich wuchs die Zahl der Teilzeitbeschäftigten um 190.000 auf 16,75 Millionen, während die Vollzeitbeschäftigung um 0,6 Prozent auf 25,35 Millionen zurückging. IAB-Forscher Enzo Weber betonte, dass zugleich auch die durchschnittliche Arbeitszeit von Teilzeitkräften weiter steigt und inzwischen bei 18,54 Stunden pro Woche liegt. Insgesamt sank die Zahl der Erwerbstätigen leicht auf 45,82 Millionen.
IAB
Der Industriesachversicherer FM Global hat den „FM Resilience Index 2026“ veröffentlicht und bewertet zum 13. Mal 130 Länder nach der Widerstandsfähigkeit ihres Wirtschaftsumfelds. Dies gibt eine wichtige Orientierung in Zeiten von Inflation, Klima- und Cyberrisiken. Neun der Top Ten liegen in Europa, angeführt von Dänemark auf Rang eins. Deutschland erreicht Platz sechs und punktet bei Energieeffizienz und Cybersicherheit. US-Regionen landen nur auf Rang 11 bis 16, während Indien und mehrere afrikanische Staaten aufholen. Ghana zum Beispiel verbesserte sich über fünf Jahre um 18 Plätze. Laut Studie erholen sich Standorte in Top-50-Ländern nach Schäden deutlich schneller als niedriger platzierte.
FM Global
Auf der „Real Future Conference“ im Rahmen der Immobilienmesse „Real Estate Arena“ diskutieren im Juni internationale Expertinnen und Experten die neuen Spielregeln zwischen KI, Regulierung und geopolitischer Sicherheit. In Hannover zeigen Keynotes von Nato-Sicherheitsexpertin Florence Gaub, Bundeswehr-Oberst im Generalstab Armin Schaus und Zukunftsforscher Max Thinius, warum Immobilien zunehmend als kritische Infrastruktur verstanden werden. Kapitalströme verschieben sich in Richtung resiliente Standorte, energieintegrierte Gebäude und digitale Betriebsmodelle.
Real Estate Arena
Die Inflationsrate in Deutschland ist im Februar überraschend auf 1,9 Prozent gesunken, nach 2,1 Prozent im Januar, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Fachleute hatten 2,0 Prozent erwartet. Während die Energiepreise um 1,9 Prozent unter Vorjahr lagen, verteuerten sich Dienstleistungen erneut um 3,2 Prozent. Dies gilt als Signal für anhaltenden Kostendruck, etwa bei personalintensiven Services. Nahrungsmittel stiegen um 1,1 Prozent, die Kerninflation ohne Energie und Lebensmittel verharrte bei 2,5 Prozent. Die nach EU-Standard berechnete Rate lag bei 2,0 Prozent und damit am Ziel der Europäische Zentralbank von zwei Prozent.
Spiegel Online
Rund 100 Containerschiffe stecken in der Straße von Hormus fest, nachdem die Iranischen Revolutionsgarden die Meerenge gesperrt und mit Angriffen auf durchfahrende Schiffe gedroht haben. Die Passage transportiert rund 20 Prozent des weltweit gehandelten Öls. Das Rohöl Brent verteuerte sich daraufhin deutlich und Versicherer haben ihre Deckungen ausgesetzt. Insgesamt seien zehn Prozent der globalen Containerflotte blockiert, was die Versorgungssicherheit und globale Lieferketten erheblich belastet. Die Kraftstoffpreise steigen bereits spürbar, Experten raten zur Diversifikation der Lieferanten und den Ausbau der eigenen Energieversorgung.
Tagesschau
Der Kongress „Zukunft Handwerk“ findet am 4. und 5. März 2026 in München statt und widmet sich zentralen Branchenthemen wie Fachkräftesicherung, Unternehmensnachfolge, Künstlicher Intelligenz, Nachhaltigkeit und neuen Technologien. Am ersten Tag stehen eine politische Podiumsdiskussion mit Jörg Dittrich und Markus Söder sowie mehrere Keynotes und Panels im Mittelpunkt, bevor eine Netzwerkparty den Abend abrundet. Der zweite Tag beleuchtet unter anderem Nachhaltigkeitsberichterstattung, KI als Zukunftschance und Betriebsübergaben, zudem werden Preise wie „Miss und Mister Handwerk“ sowie „Der Pitch im Handwerk“ verliehen.
Zukunft Handwerk
Die Wirtschaftsweise Monika Schnitzer sieht im neuen Heizungsgesetz erhebliche Risiken und spricht laut Funke Mediengruppe von neuen Unsicherheiten durch die Öffnung für Gas- und Ölheizungen. Klimafreundliche Brennstoffe seien preislich kaum kalkulierbar, zugleich verteuere der europäische Emissionshandel fossiles Heizen deutlich – Investitionen könnten sich langfristig als Kostenfalle erweisen. Schnitzer fordert stattdessen weniger Bürokratie und verlässliche Förderung, um Skaleneffekte zu ermöglichen und klimafreundliche Technologien schneller wettbewerbsfähig zu machen. Hintergrund ist die Einigung von SPD und CDU/CSU auf eine Lockerung der 65-Prozent-Vorgabe zugunsten einer Grüngasquote.
Zeit Online
Die Verdienstlücke zwischen Frauen und Männern bleibt hoch: Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, lag der „Gender Gap Arbeitsmarkt 2025“ erneut bei 37 Prozent. Frauen verdienen pro Stunde 16 Prozent weniger, arbeiten häufiger in Teilzeit und leisten im Schnitt 18 Prozent weniger bezahlte Wochenstunden. Hauptgrund ist laut Expertinnen die ungleiche Verteilung von Sorgearbeit. Der bereinigte Gender Pay Gap verharrt bei sechs Prozent – selbst bei vergleichbarer Qualifikation und Tätigkeit. Für Führungskräfte bedeutet das, sie sollten Entgelttransparenz, faire Arbeitszeitmodelle und strategische Personalentwicklung als zentrale Stellschrauben im Wettbewerb um Fachkräfte einsetzen.
ZDF heute
Mit dem neuen Bundestariftreuegesetz verpflichtet der Deutsche Bundestag Bundesauftragnehmer zu tariflichen Arbeitsbedingungen. Aus Sicht der Arbeitgeber ist dies ein massiver Eingriff in den Wettbewerb. Der Verband Gesamtmetall spricht von einem verfassungsrechtlich fragwürdigen Gesetz, das Bürokratie aufbaue und die versprochene Entlastung der Wirtschaft konterkariere. Hauptgeschäftsführer Oliver Zander warnt angesichts hoher Energiepreise, Steuern und Abgaben vor weiteren Belastungen und verweist auf monatlich tausende verlorene Industriearbeitsplätze.
Frankfurter Rundschau
Mehr als 220 Einsatzkräfte der Finanzkontrolle Schwarzarbeit und der Staatsanwaltschaft Frankfurt am Main haben in sieben Bundesländern fast 20 Wohn- und Geschäftsräume durchsucht und sechs Tatverdächtige festgenommen. Im Fokus steht ein mutmaßlicher Kettenbetrug mit fingierten Rechnungen, über den mehr als 3,1 Millionen Euro an Steuern und Sozialabgaben hinterzogen worden sein sollen – unter anderem in der Sicherheitsbranche. Das Geld soll zur illegalen Entlohnung von Personal genutzt worden sein. Vermögenswerte von rund 2,7 Millionen Euro wurden zur Sicherung staatlicher Ansprüche sichergestellt.
n-tv
Der Bundestag hat entschieden, dass Unternehmen bei Aufträgen des Bundes künftig tarifvertragliche Arbeitsbedingungen einhalten müssen. Das Gesetz wurde von SPD, CDU/CSU und Grünen getragen und geht maßgeblich auf Initiative von Bärbel Bas zurück. Es gilt ab einem Auftragswert von 50.000 Euro, Lieferdienste und Beschaffungen der Bundeswehr sind ausgenommen. Der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau warnt vor zusätzlicher Bürokratie, während die IG Metall den Schwellenwert als zu hoch kritisiert. Der Bundesrat muss dem Gesetz noch zustimmen.
Berliner Morgenpost
Erstmals seit 2018 haben sich die Deutsche Bahn und die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer nach fünf Verhandlungsrunden ohne Arbeitskämpfe geeinigt. Unter dem neuen GDL-Chef Mario Reiß setzte die Gewerkschaft auf einen sachlicheren Kurs, zudem galt eine verlängerte Friedenspflicht. Vereinbart wurden fünf Prozent mehr Entgelt in zwei Stufen, 700 Euro Einmalzahlung und eine zusätzliche Erfahrungsstufe. Auch beim Tarifeinheitsgesetz gab es einen Kompromiss, unter anderem mit notarieller Mitgliederzählung. Der Tarifvertrag läuft bis Ende 2027, die zentralen Regelungen gelten für DB Regio, DB Cargo und DB Fernverkehr.
WiWo
Das Arbeitsinspektorat Vorarlberg führt 2026 Schwerpunktkontrollen in der Hausbetreuung und Gebäudereinigung durch, um Gefährdungsbeurteilungen, Unterweisungen und Schutzmaßnahmen stärker in den Fokus zu rücken. Typische Risiken sind der Umgang mit Chemikalien, Arbeiten in der Höhe, körperliche Belastungen und der Maschineneinsatz. Gemeinsam mit der Innung der Chemischen Gewerbe sowie der Denkmal-, Fassaden- und Gebäudereiniger Vorarlberg setzt die Behörde auf Prävention und praxisnahe Unterstützung. Klare Zuständigkeiten, Schulungen und sichere Abläufe sollen Unfälle vermeiden und Standards nachhaltig verbessern.
WKO
Mit der Richtlinie 2023/970 verpflichtet die EU ihre Mitgliedstaaten, bis 7. Juni strengere Regeln zur Entgeltgleichheit umzusetzen. Künftig müssen Arbeitgeber bereits im Bewerbungsprozess Gehaltsspannen offenlegen, dürfen keine früheren Gehälter mehr abfragen und müssen Stellen geschlechtsneutral ausschreiben. Beschäftigte erhalten ein Auskunftsrecht über ihr eigenes Entgelt sowie Durchschnittsgehälter vergleichbarer Tätigkeiten, Unternehmen ab 100 Mitarbeitenden unterliegen gestaffelten Berichtspflichten. Bei einem Lohngefälle von mehr als fünf Prozent sind gemeinsame Entgeltbewertungen vorgesehen, zudem drohen bei Verstößen Schadensersatzansprüche mit Beweislastumkehr.
IHK Nordwestfalen
Der Ausschuss für Biozidprodukte der Europäischen Chemikalienagentur empfiehlt, Ethanol weiterhin für Hand- und Flächendesinfektionsmittel zuzulassen, wie die Behörde mitteilte. Hintergrund ist die Biozidverordnung, wonach Wirkstoffe vor Marktzugang wissenschaftlich bewertet werden. Die Stellungnahme geht nun an die Europäische Kommission. Sofern diese und die Mitgliedstaaten folgen, sind nationale oder EU-weite Produktzulassungen möglich. Ein breites Bündnis von der Deutschen Krankenhausgesellschaft bis zur Bundesärztekammer hatte bei einem Verbot vor Risiken für den Infektionsschutz gewarnt. Auch der Bundesverband Medizintechnologie begrüßte das Votum als Signal für Versorgungssicherheit und Prävention.
Deutsches Ärzteblatt
Der Ausbildungsberuf Landschaftsgärtnerin und -gärtner bleibt gefragt: Wie der Bundesverband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau und das entsprechende Ausbildungsförderwerk mitteilen, stieg die Zahl der Auszubildenden bundesweit um 1,1 Prozent auf 8.089. Im Jahr 2025 starteten 3.221 Azubis neu, also 1,5 Prozent mehr als 2024. Mit 89 Prozent ist der Männeranteil wieder angestiegen, nur 11 Prozent sind weiblich – ein Rückgang um drei Prozentpunkte. Die Branche verweist auf ihre Schlüsselrolle bei Klimaanpassung, Schwammstadt-Prinzip und urbaner Resilienz und positioniert sich damit als Gestalterin grüner Infrastruktur.
Gabot
Wie die GfK und das Nürnberg Institut für Marktentscheidungen mitteilen, sank der Konsumklima-Index für März um 0,5 Punkte auf minus 24,7 Punkte. Zwar legten die Einkommenserwartungen leicht zu, doch die Anschaffungsneigung nahm ab und Konjunkturprognosen fielen pessimistischer aus. Die Sparneigung erreichte den höchsten Stand seit der Finanz- und Wirtschaftskrise 2008. Gründe für die zurückhaltende Verbraucherstimmung in Deutschland sind hohe Preise sowie wirtschaftliche und politische Unsicherheit.
Stern
Die Einstellungsbereitschaft der Unternehmen in Deutschland sinkt erneut. Das Beschäftigungsbarometer des Ifo Instituts fiel im Februar auf 93,1 Punkte nach 93,4 im Januar. Vor allem in der Industrie dominiert demnach der Stellenabbau. Insbesondere in der Automobilindustrie bleibt der Anpassungsdruck hoch. Auch im Handel überwiegen Sparpläne, während einzelne Dienstleistungsbereiche wie IT sowie Rechts- und Steuerberatung derzeit Personal suchen. Im Baugewerbe hellte sich die Lage leicht auf, hier planen Unternehmen wieder etwas mehr Einstellungen.
Ifo Institut
Das Europäische Parlament legt die Umsetzung des Zollabkommens mit den USA erneut auf Eis, nachdem US-Präsident Trump neue Sonderzölle von bis zu 15 Prozent angekündigt hat. Zuvor hatte der Oberste Gerichtshof der Vereinigten Staaten die meisten seiner bisherigen Zölle für rechtswidrig erklärt, was zusätzliche Unsicherheit schafft. Für exportorientierte Branchen drohen damit neue Kalkulationsrisiken. Stimmen aus SPD, Grünen und Liberalen fordern ein selbstbewusstes, rechtssicheres Auftreten Europas und klare Wettbewerbsbedingungen. Die Zölle könnten auch Thema bei der von Bundeskanzler Merz geplanten USA-Reise nächste Woche sein.
BR24
Der Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung, auch bekannt als die „Wirtschaftsweisen“, steht vor einer personellen Weichenstellung: Der Vertrag der Ökonomin Ulrike Malmendier soll nach fünf Jahren nicht verlängert werden, obwohl ihre wissenschaftliche Reputation außer Frage steht. Hintergrund sind unterschiedliche Vorstellungen innerhalb der Koalition über die künftige Ausrichtung des Gremiums, insbesondere mit Blick auf internationale Handels- und Finanzfragen. Als möglicher Nachfolger wird unter anderem Gabriel Felbermayr gehandelt, der im Moment das Österreichische Institut für Wirtschaftsforschung leitet.
Zeit Online
Die Gewerkschaft Verdi ruft für morgen und teils auch Samstag erneut zu bundesweiten Warnstreiks im öffentlichen Nahverkehr auf. In fast allen Bundesländern dürften Busse und Bahnen weitgehend stillstehen. Hintergrund sind festgefahrene Tarifverhandlungen mit den kommunalen Arbeitgeberverbänden, bei denen es um bessere Arbeitsbedingungen, kürzere Wochenarbeitszeiten und höhere Zuschläge geht. Betroffen wären unter anderem große Betriebe wie die Berliner Verkehrsbetriebe, während in Niedersachsen wegen der Friedenspflicht vorerst nicht gestreikt werden darf. Bereits Anfang Februar hatte ein Streiktag den Verkehr spürbar belastet, mit mehr Staus und starker Taxinachfrage.
n-tv
Trotz eines Zuwachses des Bruttoinlandsprodukts von 0,2 Prozent 2025 und eines starken Schlussquartals bleibt die Haushaltslage in Deutschland angespannt. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts lag das Staatsdefizit bei 2,7 Prozent der Wirtschaftsleistung statt der zunächst gemeldeten 2,4 Prozent. Mit gut 119 Milliarden Euro überstiegen die Ausgaben die Einnahmen deutlich, getrieben von höheren Sozial- und Zinsausgaben sowie Investitionen. Die Deutsche Bundesbank erwartet bis 2027 einen Anstieg der Defizitquote auf bis zu 4,5 Prozent, da Milliarden in Infrastruktur und Verteidigung fließen sollen. Zugleich wirken staatliche Ausgaben zunehmend als Konjunkturstütze, insbesondere durch höheren privaten und öffentlichen Konsum sowie anziehende Bauinvestitionen.
Handelsblatt
Trotz Konjunkturflaute hat Deutschland seine Position als drittgrößte Volkswirtschaft behauptet: Laut Institut der deutschen Wirtschaft Köln summierte sich das Bruttoinlandsprodukt 2025 auf 5.052 Milliarden Dollar, vor Japan mit 4.431 Milliarden Dollar, während USA und China mit deutlichem Abstand führen. Das reale Wachstum lag bei 0,2 Prozent, für dieses Jahr wird rund ein Prozent erwartet – unter anderem getragen von staatlichen Investitionen. Deutschland und Japan laufen laut Experten jedoch Gefahr, technologisch den Anschluss an die dynamisch wachsenden USA und China zu verlieren, insbesondere bei Hochtechnologie und Künstlicher Intelligenz. Mittelfristig könnte Indien auf den dritten Platz vorrutschen.
Wirtschaftswoche
In Wiesbaden läuft die zweite Verhandlungsrunde für rund 585.000 Beschäftigte der Chemie- und Pharmaindustrie. Die IG BCE fordert Jobsicherung und spürbare Entgelterhöhungen über der Inflationsrate, während der Arbeitgeberverband BAVC angesichts des Produktionsrückgangs und hoher Kosten zur Zurückhaltung mahnt. Die klassische Chemie steckt in der Krise, die Pharmasparte wächst hingegen. Die Branche setzte 2025 laut VCI rund 220 Milliarden Euro um und zählt zu den größten Industriezweigen Deutschlands.
T-Online
Der Ifo-Geschäftsklimaindex ist im Februar von 87,6 auf 88,6 Punkte gestiegen und signalisiert eine vorsichtige wirtschaftliche Erholung. Vor allem im Verarbeitenden Gewerbe verbesserte sich die Bewertung der Lage, auch wenn die Erwartungen etwas nachgaben. Der Dienstleistungssektor zeigt sich demnach optimistischer, insbesondere in der Logistik. Im Handel bleibt die Stimmung gemischt, während sich im Bauhauptgewerbe die langsame Erholung fortsetzt.
Ifo Institut
Union und SPD wollen ihren Streit über das Gebäudeenergiegesetz beilegen und zeitnah Eckpunkte für eine Reform vorlegen. Laut Jens Spahn von der CDU und Matthias Miersch von der SPD ist es das Ziel, Bezahlbarkeit, Planbarkeit und Klimaschutz besser miteinander zu vereinen und die Akzeptanz in der Bevölkerung zu stärken. Diskutiert werden insbesondere Förderkonzepte, Fristen für den Heizungstausch sowie die 65-Prozent-Vorgabe für erneuerbare Energien. Ein Kompromiss zeichne sich ab, konkrete Details sollen in Kürze folgen.
Zeit Online
Die Finanzkontrolle Schwarzarbeit hat 2025 laut Generalzolldirektion rund 25.800 Arbeitgeber sowie knapp 300.000 Personen geprüft und dabei einen Schaden von 675 Millionen Euro aufgedeckt. Insgesamt wurden mehr als 98.000 Strafverfahren eingeleitet, mit Freiheitsstrafen von zusammen rund 1.200 Jahren sowie über 52.000 Ordnungswidrigkeitenverfahren. Auch 950 Gebäudereinigungsbetriebe standen im Fokus der Kontrollen. Die Behörden setzen verstärkt auf risikoorientierte Prüfungen und nehmen organisierte Strukturen ins Visier.
Handwerksblatt
Im Tarifkonflikt beim Berliner Klinikverbund Vivantes ruft Verdi die Beschäftigten mehrerer Tochtergesellschaften von morgen, dem 25. Februar, bis zum 28. Februar zum Streik auf. Betroffen sind unter anderem Bereiche wie Reinigung, Speiseversorgung und Zentralsterilisation. Verdi kritisiert nach der zweiten Verhandlungsrunde fehlende Fortschritte und spricht von einer zementierten Zwei-Klassen-Belegschaft. Vivantes verweist auf ein Angebot zur stufenweisen Angleichung an den TVöD bis Januar 2030 und kündigt eine weitere Verhandlungsrunde für den 6. März an. Parallel laufen Gespräche über eine Notdienstvereinbarung zur Sicherung der Patientenversorgung.
Berliner Morgenpost
Im Tarifkonflikt des ÖPNV ruft Verdi heute zu ganztägigen Warnstreiks in mehreren Städten auf, darunter Frankfurt am Main, Wiesbaden, Kassel, Marburg und Gießen. Betroffen sind unter anderem VGF, Kasseler Verkehrsgesellschaft und ESWE Verkehr. Die Gewerkschaft kritisiert geplante Einsparungen bei tariflichen Zulagen und beim Krankengeldzuschuss. Die Arbeitgeber wollen eine Zulage zur Mitarbeitergewinnung mit künftigen Tariferhöhungen verrechnen. Besonders in Kassel werden erhebliche Einschränkungen erwartet, teils fahren weder Busse noch Straßenbahnen.
n-tv
EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen drängt auf schnellere Fortschritte bei Energiepreisen, Bürokratieabbau und Kapitalmarktunion, notfalls über eine „verstärkte Zusammenarbeit“ von mindestens neun Staaten. Impulse kommen von der neuen „E6“-Runde mit Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien, Niederlande und Polen. Bundesfinanzminister Lars Klingbeil bezeichnet die Kapitalmarktunion als „Gamechanger“ und will auch den digitalen Euro vorantreiben. Skepsis kommt etwa aus Irland, das die Stärke gemeinsamer Lösungen aller 27 Länder betont. Experten wie Nicolai von Ondarza sehen in flexibleren Formaten Chancen, mahnen aber Transparenz und Offenheit an.
Tagesschau
Der US-Supreme Court hat die meisten der von Trump verhängten Zölle für unrechtmäßig erklärt. Betroffen ist unter anderem der 15 Prozent-Basiszoll auf EU-Importe, nicht aber Stahl- und Aluminiumaufschläge. Deutsche Wirtschaftsverbände warnen trotz des Urteils vor anhaltender Unsicherheit. Rückzahlungen seien rechtlich und administrativ komplex, betont BGA-Präsident Dirk Jandura. Christoph Wenk-Fischer vom Bundesverband E-Commerce und Versandhandel sieht in der Entscheidung ein Signal für Recht und Gewaltenteilung, während BDI-Vertreter Wolfgang Niedermark auf die Fragilität internationaler Handelsbeziehungen hinweist. Die EU will weiter für niedrige Zölle kämpfen, um Stabilität für Unternehmen zu sichern, ergänzt ein Sprecher der Kommission.
Zeit Online
EZB-Präsidentin Christine Lagarde widerspricht Berichten über einen möglichen vorzeitigen Rücktritt und betont in einem Interview mit dem „Wall Street Journal“, dass sie ihre Amtszeit bis Oktober 2027 vollständig absolvieren will. Sie verweist auf die Erfolge ihrer bisherigen Politik und die Notwendigkeit, diese Stabilität im Euro zu konsolidieren. Lagarde sieht ihre Kernaufgabe weiterhin in Preis- und Finanzstabilität sowie im Schutz des Euro für die Zukunft Europas. Vorabberichte der „Financial Times“ über einen Rücktritt zum Vorteil des französischen Präsidenten Emmanuel Macron bezeichnet sie als Spekulation.
Manager Magazin
Der reale Auftragsbestand im Verarbeitenden Gewerbe stieg im Dezember 2025 um 1,2 Prozent gegenüber November, kalenderbereinigt lagen die Werte 7,0 Prozent über dem Vorjahresmonat, meldet das Statistische Bundesamt. Treiber des Anstiegs waren vor allem der Sonstige Fahrzeugbau mit 4,5 Prozent und die Herstellung von Metallerzeugnissen mit 5,4 Prozent, während die Automobilindustrie mit minus 2,9 Prozent zurückfiel. Inlandsaufträge wuchsen um 3,0 Prozent, Auslandsaufträge blieben stabil. Die Reichweite des Auftragsbestands stieg auf 8,2 Monate, bei Investitionsgütern auf 11,2 Monate. Dies deutet auf eine solide Auftragslage bei gleichbleibendem Umsatz hin.
Destatis
Die Stimmung im Handwerk hat sich zum Jahresende deutlich aufgehellt. Insbesondere Bauhaupt- und Ausbaugewerke sowie Kfz-Handwerke melden bessere Geschäfte und steigende Erwartungen. Der Geschäftsklimaindex erreicht 107 Punkte, den höchsten Wert seit 2019. Auch die Auftragslage stabilisiert sich, die Reichweite liegt bei 8,5 Wochen, und die Investitionsbereitschaft nimmt leicht zu. Trotz dieser positiven Impulse bleiben Umsätze insgesamt rückläufig und die Beschäftigung sinkt weiter, vor allem im Bau und gewerblichen Bedarf, da Fachkräfte knapp sind. Für 2026 wird ein moderates Umsatzwachstum von etwa einem Prozent erwartet, gestützt durch Bauaktivitäten, handwerkliche Vorleistungen, Pkw-Absatz und privaten Konsum, während strukturelle Herausforderungen bestehen bleiben.
ZDH
Knapp vier Jahre nach Beginn des Ukraine-Kriegs ist rund die Hälfte der Ukrainerinnen und Ukrainer im erwerbsfähigen Alter, die in den ersten Monaten nach Deutschland geflüchtet sind, beschäftigt. Damit liegt ihre Beschäftigungsquote weiterhin unter der der Gesamtbevölkerung mit rund 68 Prozent, steigt jedoch kontinuierlich. Besonders Mütter mit kleinen Kindern haben es schwer: Nur 21 Prozent der Ukrainerinnen mit Kindern unter drei Jahren und ohne Partner sind erwerbstätig. Viele arbeiten in Teilzeit, 41 Prozent der Erwerbstätigen beziehen ergänzend staatliche Leistungen. Insgesamt verläuft die Arbeitsmarktintegration schneller als bei früheren Fluchtbewegungen.
Focus Online
Reinigungskräfte an Schulen und der Universität Kassel arbeiten oft unter hohem Zeitdruck, niedrigen Löhnen und unsicheren Vertragsbedingungen. Viele sind bei externen Firmen angestellt und müssen bei Neuvergaben des Auftrags regelmäßig den Arbeitgeber wechseln. Der Lohn liegt nur knapp über dem Mindestlohn, häufig kommt unfreiwillige Teilzeit hinzu, Weihnachtsgeld gibt es nicht. Die IG BAU und ein Arbeitskreis der Universität fordern daher bessere Arbeitsbedingungen und mehr Kontrolle gesetzlicher Vorgaben. Eine Postkarten-Kampagne mit 500 Unterschriften soll nun den Dialog mit der Hochschulleitung voranbringen.
HNA
Die deutsche Industrie verzeichnete 2025 erneut einen Rückgang: Der Umsatz schrumpfte um 1,1 Prozent, im vierten Quartal sogar um 1,4 Prozent. Gleichzeitig sank die Zahl der Beschäftigten um 2,3 Prozent, sodass seit 2019 rund 266.000 Industriearbeitsplätze verloren gingen. Besonders stark betroffen ist die Automobilbranche, in der seit 2019 jeder siebte Job wegfiel. Zudem erreichte die Zahl der Industrieinsolvenzen den höchsten Stand seit zwölf Jahren. Grundlage der Zahlen ist das aktuelle Industriebarometer von EY auf Basis von Daten des Statistisches Bundesamts.
EY
SPD und Grüne werben ein Jahr vor dem Ende von Frank-Walter Steinmeiers zweiter Amtszeit für eine Frau im höchsten Staatsamt. Entscheidend seien Haltung und Integrationskraft, nicht unbedingt eine Politikkarriere, sagen Dirk Wiese von der SPD und Grünen-Fraktionschefin Britta Haßelmann. Auch Friedrich Merz sieht eine Frau an der Staatsspitze ab 2027 als möglich. Als Kandidatin wird Bundesfrauenministerin Karin Prien von der CDU gehandelt, Merkel lehnt eine Bewerbung ab. Die Bundesversammlung entscheidet spätestens am 16. Februar 2027 über die Nachfolge.
Zeit Online
Die Rentenkommission der Bundesregierung will sich Ende Februar mit einer möglichen Anhebung des Renteneintrittsalters auf 70 Jahre befassen. Fachleute vom Institut der deutschen Wirtschaft, vom Kieler Institut für Weltwirtschaft und vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung verweisen angesichts der Verrentung der Babyboomer auf wachsende Finanzierungslasten. Die durchschnittliche Rentenbezugsdauer hat sich in den vergangenen 50 Jahren von 10 auf 20 Jahre verdoppelt, während die Erwerbsquote der 60- bis 64-Jährigen von 21 Prozent im Jahr 2000 auf 69 Prozent im Jahr 2024 gestiegen ist. Diskutiert werden flexible Modelle, etwa eine Kopplung des Rentenalters an die Lebenserwartung, begleitet von klar definierten Härtefall- und Übergangsregelungen Härtefall- und Übergangsregelungen.
n-tv
Die Generalsanierung der 280 Kilometer langen Bahnstrecke zwischen Hamburg und Berlin verzögert sich auf unbestimmte Zeit, wie die Deutsche Bahn mitteilt. Der stärkste Wintereinbruch seit 15 Jahren mit bis zu 70 Zentimeter tief gefrorenen Böden habe Kabelarbeiten und Signaltechnik um Wochen zurückgeworfen. Statt der geplanten Wiederaufnahme am 30. April liegt das Projekt rund sechs Wochen hinter dem Zeitplan. Pendlerinnen und Pendler in Westmecklenburg und Ostholstein bleiben länger auf Ersatzbusse angewiesen, Fernzüge werden weiterhin umgeleitet und benötigen mindestens 45 Minuten mehr, einzelne Halte entfallen. Ein neuer Zeitplan soll am 13. März vorgelegt werden.
NDR
Marcel Fratzscher, der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung, rechnet damit, dass die Bundesregierung die Mehrwertsteuer um zwei Punkte auf 21 Prozent anheben wird, um ein Haushaltsloch von über 130 Milliarden Euro zwischen 2027 und 2029 zu schließen. Eine solche Maßnahme würde laut seiner Einschätzung rund 30 Milliarden Euro zusätzlich einbringen, träfe jedoch Menschen mit geringem Einkommen besonders stark. Hintergrund sind verhärtete Positionen zwischen Union und SPD, die Steuererhöhungen beziehungsweise Einschnitte beim Sozialstaat ablehnen. Fratzscher plädiert stattdessen für einen breiteren Maßnahmenmix, darunter den Abbau klimaschädlicher Subventionen, eine Reform der Grundsteuer, Veränderungen bei Minijobs sowie die Umstellung des Ehegattensplittings.
BR24
Die Inflationsrate in Deutschland lag im Januar 2026 bei 2,1 Prozent und damit über dem Wert von 1,8 Prozent im Dezember 2025, wie das Statistische Bundesamt mitteilt. Im Monatsvergleich stiegen die Verbraucherpreise um 0,1 Prozent. Treiber der Entwicklung waren vor allem wieder stärker steigende Nahrungsmittelpreise sowie ein anhaltender Preisauftrieb bei Dienstleistungen. Parallel wurden im Harmonisierten Verbraucherpreisindex methodische Änderungen umgesetzt, darunter die Erweiterung des Warenkorbs. Die Anpassungen dienen der besseren internationalen Vergleichbarkeit der Preisstatistik.
Destatis
Deutschlands Maschinen- und Anlagenbau hat 2025 rund 2,2 Prozent beziehungsweise 22.000 Stellen abgebaut, insgesamt sind noch gut eine Million Menschen beschäftigt, wie der VDMA in Frankfurt mitteilte. Gründe sind die Konjunkturflaute, US-Zölle und die wachsende Konkurrenz aus China. Für 2026 rechnen mehr Unternehmen mit weiterem Stellenabbau als mit -aufbau. Der Verband spricht vom dritten Produktionsrückgang in Folge, zuletzt keimte mit steigenden Aufträgen im Schlussquartal Hoffnung auf. Branchenexperte Fabian Seus fordert politische Entlastungen, etwa bei Sozialbeiträgen, sowie ein zeitgemäßes Arbeitszeitgesetz mit Wochen- statt Tageshöchstarbeitszeiten.
Frankfurter Rundschau
In der aktuellen Folge des Podcasts „Glanzstück“ kündigt der BIV den Auftakt seiner Kongressreihe zur öffentlichen Vergabe am 24. Februar in Stuttgart an und wirbt bei Kommunen für einen Wechsel vom reinen Preis- hin zu einem qualitätsorientierten Wettbewerb. 56 Prozent der Mitgliedsbetriebe beteiligen sich laut Verband an öffentlichen Ausschreibungen, fast 40 Prozent berichten von einer ausschließlichen Preisvergabe. Unternehmer Oliver Knedlich kritisiert im Podcast diese Praxis als ungeeignet und fordert eine stärkere Gewichtung von Nachhaltigkeit, Qualitätssicherung und Personalmanagement. Mit Kongressen, Publikationen und Arbeitskreisen will der BIV den Austausch mit öffentlichen Auftraggebern intensivieren.
Die Gebäudedienstleister
Die Grünen legen eine scharfe Kritik an der Energiepolitik von CDU-Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche vor und bezeichnen sie im Papier als „Gaslobbyistin“, die Deutschland in neue Abhängigkeiten führe. Kern des vorgestellten Zehn-Punkte-Plans ist ein beschleunigter Ausbau der Erneuerbaren, etwa durch 15 statt zehn Gigawatt Windkraft an Land pro Jahr sowie einen staatlich vorangetriebenen Netz- und Speicherausbau. Gefordert werden zudem generell niedrigere Stromsteuern, Smartmeter, ein „Recht auf Solar“ und 600 Stunden kostenloser Strom als „Solarbonus“. Scharfe Kritik richtet sich gegen ein geplantes „Netzpaket“, das Netzbetreibern mehr Einfluss auf Anschlüsse und Entschädigungen einräumen würde. Grünen-Chef Felix Banaszak kündigt an, das Vorhaben stoppen zu wollen.
Zeit Online
Die Stimmung im Wohnungsbau hat sich zu Jahresbeginn etwas verbessert, wie das Geschäftsklima im Januar zeigt. Es stieg von minus 22,7 auf minus 20,9 Punkte, wie das Ifo-Institut mitteilt. Laut Klaus Wohlrabe, Leiter der Ifo-Umfragen, bleiben viele Unternehmen jedoch in einer „Warteschleife“, da sich höhere Genehmigungszahlen erst verzögert in Aufträgen niederschlügen. Der Anteil der Firmen mit Auftragsmangel erhöhte sich von 47,7 auf 49,8 Prozent, während der Anteil gemeldeter Projektabsagen leicht von 11,5 auf 11,1 Prozent sank. Zusätzlich bremste eisiges Wetter vielerorts die Bauaktivitäten.
Ifo Institut
Laut einer Marktstudie von Branchenradar.com stagnierte der österreichische Markt für gewerbliche Gebäudereinigung 2025 real, während das Umsatzplus von 2,7 Prozent ausschließlich aus höheren Stundensätzen resultierte. Zusätzlich verschärften Personalmangel, zunehmender Preisdruck und Probleme bei öffentlichen Ausschreibungen den Wettbewerb, wobei man auf Entlastung durch Qualitätsanpassungen und den künftigen Einsatz von Reinigungsrobotern hofft.
Branchenradar
Gewerkschaften und Arbeitgeber einigten sich auf 5,8 Prozent mehr Gehalt für die Tarifbeschäftigten der Länder. Die Erhöhung erfolgt in drei Schritten, Nachwuchskräfte erhalten 150 Euro zusätzlich pro Monat, so Verdi. Die Arbeitsbedingungen in Ostdeutschland werden zudem an West-Standards angeglichen. Der neue Tarifvertrag läuft 27 Monate bis Januar 2028, weitere Streiks sind damit vom Tisch. Rund 2,2 Millionen Beschäftigte, von Universitätskliniken bis Straßenmeistereien, profitieren von der Einigung.
FAZ
Die Finanzkontrolle Schwarzarbeit prüfte 2025 knapp 25.800 Arbeitgeber, fast jeder vierte entdeckte Verstoß betraf das Mindestlohngesetz. Besonders häufig war dies im Gast- und Hotelgewerbe der Fall, aber auch bei Speditionen, Baufirmen, Friseur- und Kosmetikstudios, Taxis, Getränkeshops und Sicherheitsdiensten. Die Kontrollen decken nur einen kleinen Teil der 4,8 Millionen Mindestlohn-Jobs ab. Übliche Verstöße dabei sind zu geringe Löhne, zu lange Arbeitszeiten, fehlende Stundenzettel oder Abzüge für Arbeitsmittel. Linken-Politiker Cem Ince fordert mehr Kontrollen und zusätzliches Personal für die Finanzkontrolle Schwarzarbeit.
Spiegel Online
Nach zwei Rezessionsjahren stieg das Bruttoinlandsprodukt 2025 erstmals wieder um 0,2 Prozent, teilte das Bundeswirtschaftsministerium mit. Industrieaufträge und Unternehmensstimmung deuteten auf eine allmähliche Belebung hin, auch die Verbraucherstimmung verbessere sich langsam. Für 2026 erwarten Fachleute rund ein Prozent Wachstum. Die DIHK warnt jedoch, dass hohe Kosten für Arbeit, Energie und Bürokratie viele Betriebe, vor allem im Mittelstand, weiterhin belasten. Erste Ergebnisse der Konjunkturumfrage basieren auf 26.000 Antworten aus allen Regionen und Branchen.
Zeit Online
Ab April übernimmt Apleona die Reinigung am Flughafen Hannover. Damit droht den rund 50 Beschäftigten der bisher beauftragten Firma Klüh die Kündigung, obwohl sie über die nötigen Sicherheitsüberprüfungen verfügen. Die IG BAU kritisiert, dass Firmenwechsel in der Branche oft auf dem Rücken der Beschäftigten ausgetragen würden, und fordert einen Betriebsübergang nach §613a BGB, um Arbeitsplätze unbefristet zu sichern. Während Klüh „zuversichtlich“ von einer Weiterbeschäftigung spricht, prüft Apleona noch „Personalkonzepte“. Konkrete Zusagen gibt es jedoch noch nicht. Die Gewerkschaft betont, dass gerade in Zeiten des Fachkräftemangels Unternehmen Planungssicherheit bieten müssten, statt prekäre Bedingungen zu normalisieren.
AZ Online
Mit nur noch 27 Prozent Füllstand im Februar – vor genau einem Jahr waren es fast 50 Prozent – drohen höhere Gaspreise im Sommer und Engpässe bei neuen Krisen. Die Politik ist derweil uneins über Lösungen. Sebastian Heinermann, Geschäftsführer der „Initiative Energien Speichern e.V.“, kritisiert fehlende Anreize für die Speicherbefüllung und fordert eine nationale Gasreserve, um die Versorgung abzusichern. Die Grünen warnen vor einer möglichen Abhängigkeit von US-Flüssiggas und mahnen die schnellere Unabhängigkeit von fossilen Energien an. Das Wirtschaftsministerium sieht dagegen keine akute Gefahr, mit dem Verweis auf gesunkenen Verbrauch und neue Importkapazitäten.
Augsburger Allgemeine
Friedrich Merz erklärte in seiner Eröffnungsrede auf der Münchner Sicherheitskonferenz am Freitag, das transatlantische Verhältnis zu den USA sei tief gestört und Europa müsse ein selbsttragender Pfeiler der NATO werden. Dazu schloss er auch Gespräche über eine stärkere europäische nukleare Abschreckung, etwa mit Frankreichs Präsidenten Emmanuel Macron, nicht aus und betonte die Notwendigkeit einer neuen, gleichberechtigteren transatlantischen Partnerschaft.
Tagesschau
Laut Statistischem Bundesamt stiegen die beantragten Unternehmensinsolvenzen im November 2025 um 0,4 Prozent auf knapp 1.800 Fälle, die Gläubigerforderungen fielen dagegen von 2,8 auf 1,5 Milliarden Euro. Grund hierfür ist, dass weniger Großunternehmen betroffen waren. Besonders hoch war die Insolvenzrate in Verkehr und Lagerei mit elf Fällen pro 10.000 Unternehmen, gefolgt von Baugewerbe mit 8,1 und Dienstleistungen mit 7,7 Fällen. Von Januar bis November 2025 gab es zehn Prozent mehr Unternehmensinsolvenzen sowie 7,3 Prozent mehr Verbraucherinsolvenzen, auf insgesamt knapp über 6.400.
Destatis
Deutschland sieht sich zunehmend digitalen und klassischen Angriffen ausgesetzt. Eine Umfrage von rund 600 Unternehmen im Auftrag des Digitalverbands Bitkom zeigt, dass Betriebe bei einem Internetausfall den Geschäftsbetrieb im Schnitt nur 20 Stunden aufrechterhalten könnten, jeder fünfte müsste sogar sofort schließen. Drei Viertel der Firmen bewerten die Gefahr durch die Spannungen mit Russland als hoch, acht von zehn erwarten eine ernsthafte Krise. Besonders kritisch sind Energieversorgung, Banken, Versicherungen und IT. Trotz der Bedrohung fühlen sich nur wenige Unternehmen gut vorbereitet. Schutzmaßnahmen bleiben meist Chefsache, Backups, alternative Kommunikationswege und Homeoffice sind oft nur unzureichend gesichert.
Bitkom
Beim informellen EU-Gipfel gestern betonte ZDH-Generalsekretär Holger Schwannecke, dass der Mittelstand im Zentrum der Wirtschaftspolitik stehen müsse. Rund 26 Millionen Handwerks- und KMU-Betriebe tragen demnach entscheidend zur europäischen Wirtschaftsleistung und zum gesellschaftlichen Zusammenhalt bei. Er forderte weniger Regulierung, Bürokratieabbau und ein verbindliches „Think Small First“-Prinzip bei neuen Gesetzen. Ein fairer Wettbewerb im Binnenmarkt soll laut Schwannecke durch den unveränderten Data Act und die Einhaltung europäischer Sicherheits- und Umweltstandards gesichert werden. Nur so könne Europas Wirtschaft nachhaltig gestärkt und resilient gemacht werden.
ZDH
Die Finalisten für den Interclean Amsterdam Innovation Award 2026 wurden von der unabhängigen Jury in vier Kategorien gewählt. In Nachhaltigkeit, Smart Technology, Gesundheit & Hygiene sowie Arbeitsumfeld & Ergonomie bestimmte sie die innovativsten Produkte aus über 90 Einreichungen. Nominiert sind unter anderem autonome Reinigungsmaschinen von Kärcher, VR-Schulungen für Reinigungskräfte von Facility-Apps sowie nachhaltige Papierprodukte von Essity und Lucart. Die Gewinner der vier Kategorien, ein Gesamtsieger sowie Besucher- und Reinigungskräfte-Preise werden bei der Eröffnung am 14. April bekanntgegeben.
European Cleaning Journal
Die Koalition plant eine Änderung des Behindertengleichstellungsgesetzes, die die Privatwirtschaft stärker in die Pflicht nimmt. Unternehmen sollen künftig bei Bedarf Barrieren beseitigen, etwa durch Rampen oder Vorlesen von Speisekarten, sofern dies keine unverhältnismäßige Belastung darstellt. Behörden müssen bis 2035 bauliche Barrieren abbauen und ein Bundeskompetenzzentrum für Leichte Sprache und Gebärdensprache einrichten. Mit der Novelle reagiert die Regierung auch auf eine Rüge der UN, die mehr Schutz vor Benachteiligung durch private Anbieter gefordert hatte. Betroffene erhalten künftig Anspruch auf Unterlassung und Beseitigung von Diskriminierungen.
n-tv
Die Kapazitätsauslastung der deutschen Wirtschaft stieg im Januar laut Ifo Institut auf 83,6 Prozent und bestätigt den Erholungstrend seit Mitte 2025, auch wenn sie noch unter dem Langfristwert von 85,8 Prozent liegt. Während die Industrie mit 77,5 Prozent und das Bauhauptgewerbe mit 66,6 Prozent unter dem Schnitt bleiben, was zum Teil mit der Witterung erklärt wird, erreichen Dienstleister starke 89,5 Prozent. Nach 0,3 Prozent Wachstum im Schlussquartal 2025 und 0,2 Prozent im Gesamtjahr rechnen die ifo-Ökonomen für 2026 mit rund einem Prozent Plus, getragen von staatlichen Investitionen in Infrastruktur und Verteidigung.
Ifo Institut
Bislang erhalten Betreiber von Wind- und Solaranlagen Entschädigungen, wenn ihre Anlagen wegen überlasteter Netze zeitweise abgeschaltet werden müssen – also für Strom, der produziert, aber nicht eingespeist werden darf. Laut Gesetzentwurf aus dem Wirtschaftsministerium sollen neue EE-Projekte in Engpassregionen künftig bis zu zehn Jahre auf diese Ausgleichszahlungen verzichten und sich teils an Netzausbaukosten beteiligen. Als Engpass gilt ein Gebiet, wenn im Vorjahr mindestens drei Prozent des Stroms abgeregelt wurden. Zudem sollen Netzbetreiber Anträge priorisieren dürfen, statt nach Eingangsdatum zu entscheiden. Branchenvertreter warnen eindringlich vor einem „Energiewendestopp durch die Hintertür“, da Investitionen unkalkulierbarer und Projekte wirtschaftlich deutlich riskanter würden.
Zeit Online
Seit gestern und noch bis morgen verhandeln Gewerkschaften und die Tarifgemeinschaft deutscher Länder, die TdL, in dritter Runde über den Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst der Länder. Die TdL stellt rund fünf Prozent mehr Gehalt in drei Stufen bei 29 Monaten Laufzeit sowie einzelne Verbesserungen für Auszubildende und Zulagen in Aussicht und ist optimistisch, was eine Einigung angeht. Die Gewerkschaften kritisieren das Angebot jedoch als zu vage und fordern sieben Prozent Lohnerhöhung innerhalb von zwölf Monaten. Verdi, GEW und DBB kritisieren ein fehlendes konkretes Angebot, zu lange Laufzeiten sowie ungelöste Strukturfragen und erhöhen mit der Androhung von Warnstreiks den Druck.
Öffentlicher Dienst News
Vor dem heute stattfindenden EU-Gipfel hat Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen die 27 Mitgliedstaaten zu schnelleren Wirtschaftsreformen aufgefordert, um Europa zu einem „globalen Riesen“ zu machen. Sie kritisierte den zersplitterten Finanzmarkt mit 27 nationalen Finanzaufsichten sowie unterschiedlichen Steuer- und Insolvenzregeln, die grenzüberschreitende Investitionen erschweren. „Plan A“ sei eine Einigung aller Staaten, notfalls solle jedoch eine kleinere Gruppe vorangehen. Widerstand kommt unter anderem aus Luxemburg und Irland, die die Vorteile ihres Steuersystems gefährdet sehen.
Deutschlandfunk
Deutschland hat seit 2020 rund 940 Milliarden Euro an Wertschöpfung eingebüßt. Das sind über 20.000 Euro pro erwerbstätiger Person und etwa 20 Prozent einer durchschnittlichen Jahresleistung, so das Institut der deutschen Wirtschaft Köln. Auf pandemiebedingte Einbußen von fast 300 Milliarden Euro folgten ab 2022 der Energiepreisschock und der Ukraine-Krieg mit weiteren massiven Verlusten. 2025 summierten sich die Einbußen durch neue US-Zölle auf 235 Milliarden Euro – der höchste Jahreswert im Krisenzeitraum. Laut Institut bleiben stabile Institutionen und Fachkräfte ein Standortvorteil, doch hohe Energiepreise, steigende Sozialabgaben und Bürokratie bremsen die Erholung.
IW Köln
Die erratische Zollpolitik von US-Präsident Trump bremst das US-Geschäft des deutschen Mittelstands. Laut der DZ Bank sind zwar nur zwölf Prozent direkt von Zöllen betroffen, aber 44 Prozent spüren indirekte Folgen über Kunden und Zulieferer. 23 Prozent klagen über mangelnde Planungssicherheit. Besonders stark trifft dies Metall-, Automobil- und Maschinenbau sowie Elektro- und Chemieindustrie. Als Reaktion setzen viele Unternehmen auf Diversifizierung und eine stärkere Ausrichtung auf Europa und den Heimatmarkt. Jedes zweite Unternehmen plant zudem, Einkauf und Absatz regionaler aufzustellen. Die USA und China verlieren an Investitionsattraktivität, während Indien durch geplante EU-Handelserleichterungen an Bedeutung gewinnt.
n-tv
Deutschland könnte sein Klimaziel für 2030 verfehlen, heißt es im Entwurf des Klimaschutzprogramms 2026 des Umweltministeriums. Geplant ist ein Rückgang der Treibhausgas-Emissionen um 65 Prozent gegenüber 1990, realistisch dürften aber nur 63 Prozent erreicht werden. Besonders der Verkehrssektor liegt mit 169 Millionen Tonnen CO₂-Äquivalenten über dem Ziel, auch Gebäude verfehlen mit rund 110 Millionen die Vorgaben. Energie, Industrie, Landwirtschaft und Abfallwirtschaft dagegen übertreffen ihre Reduktionsziele deutlich und könnten die Lücke teilweise kompensieren. Bis 2040 sollen die Emissionen um mindestens 88 Prozent sinken, doch ohne stärkere politische Instrumente bleibt dies fraglich.
ZDF heute
Zwischen 2018 und 2023 sank der Anteil der kleinen und mittleren Unternehmen in Deutschland um rund vier Prozent an Umsatz und Beschäftigung, während die Zahl der Unternehmen um 22 Prozent auf 3,16 Millionen wuchs. Dies zeigt die aktuelle Auswertung von DATEV Spotlight. Steigende Arbeitskosten verschärfen Liquiditätsrisiken und Restrukturierungen. 2025 erreichten die Insolvenzen einen Rekord, besonders bei Kleinstbetrieben und Unternehmen mit über 100 Mitarbeitenden. Regional verlagert sich der Schwerpunkt von Osten nach Westen, parallel entstehen neue Firmen. Baugewerbe, verarbeitendes Gewerbe und Gastgewerbe kämpfen mit Rekordinsolvenzen, Preisdruck und Personalmangel.
Datev
Rund 330 Aussteller und volle Hallen machen die Maintenance Dortmund am 25. und 26. Februar gemeinsam mit der Pumps & Valves zu ihrer bisher größten Ausgabe. Mehr als 80 Vorträge zu KI, Nachhaltigkeit, Asset Management und Robotik unterstreichen, wie stark Effizienz, Ressourcenschonung und zukunftsfähige Servicepartnerschaften die industrielle Instandhaltung prägen. Für Führungskräfte in Reinigung und Facility-Management möchte die Messe strategische Impulse entlang der gesamten industriellen Prozesskette bieten.
Produktion
Trotz höherer US-Zölle und wachsender Konkurrenz aus China legten die deutschen Ausfuhren im Dezember 2025 um vier Prozent auf 133,3 Milliarden Euro zu. Dies ist der stärkste Anstieg seit Oktober 2021, so die aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamts. Für das Gesamtjahr ergibt sich ein Plus von 0,9 Prozent auf über 1.500 Milliarden Euro, bei einem Exportüberschuss von gut 200 Milliarden Euro. China löste mit 251,8 Milliarden Euro Handelsvolumen die USA als wichtigsten Partner ab, während die Exporte in die USA im Dezember um 8,9 Prozent stiegen. Das Ifo-Barometer verbesserte sich im Januar auf minus 1,2 Punkte. Laut dem Institut bleibt die Unsicherheit jedoch hoch und ein klarer Aufwärtstrend für das erste Quartal 2026 aus.
Süddeutsche Zeitung
Laut einer repräsentativen Studie der IU Internationalen Hochschule bewerten 73,5 Prozent eine 48-Stunden-Woche als negativ für ihr Leben, insbesondere wegen fehlender Zeit für Familie und gesundheitlicher Risiken. 84,8 Prozent gehen davon aus, dass bei bis zu zwölf Stunden täglicher Arbeitszeit mehr Fehler aufgrund sinkender Konzentration passieren würden. 44,7 Prozent halten Vollzeit für angemessen, doch bereits 33,9 Prozent würden eine 4-Tage-Woche bevorzugen. Von ihr versprechen sich 83,2 Prozent positive Effekte, 38 Prozent sogar steigende Produktivität an den Arbeitstagen.
IU Internationale Hochschule
Die Europäische Zentralbank hat den Einlagenzins wie erwartet bei zwei Prozent belassen, obwohl die Inflation im Januar von 2,3 auf 1,7 Prozent gesunken ist. Die Notenbank sieht darin noch keinen belastbaren Trend und verweist auf anhaltende Unsicherheiten sowie die schwache Konjunktur im Euroraum. Auch internationale Faktoren – etwa die unveränderte Zinspolitik der US-Fed und die Nominierung von Kevin Warsh – dämpfen den Spielraum für Kursänderungen. Für Sparende und Kreditnehmende bedeutet das vorerst stabile, aber kaum günstigere Konditionen. Insbesondere bei Baufinanzierungen bleiben Kapitalmarktzinsen entscheidend.
Focus Online
Die Interclean Amsterdam 2026 positioniert sich vom 14. bis 17. April erneut als globaler Taktgeber der Reinigungs- und Hygienebranche und bringt Führungskräfte, Hersteller und Innovatoren zusammen. Im Fokus stehen Automatisierung, autonome Robotik und nachhaltige Lösungen, erlebbar in vier Themenwelten für Gesundheitswesen, Hotellerie, Außenreinigung und Robotik. Wissensbühnen und Live-Demos zeigen, wie Technologie, Daten und neue Arbeitsmodelle Effizienz steigern und gleichzeitig Menschen im Arbeitsalltag entlasten. Den Abschluss bildet der „Feel Good Friday“ mit Awards und Networking, der bewusst einen offenen Rahmen für Austausch, Vielfalt und frische Perspektiven bieten soll.
Interclean
Am vergangenen Freitag hat die Deutsche Bahn die rund 65 Kilometer lange Strecke Hagen–Wuppertal–Köln im Zuge der Generalsanierung vollständig bis zum 10. Juli gesperrt. Fernzüge fallen auf diesem Abschnitt komplett aus, ICE-Verbindungen werden umgeleitet und verlängern sich um bis zu 40 Minuten, zahlreiche Regional- und S-Bahn-Linien entfallen zeitweise. Die Bahn investiert rund 800 Millionen Euro in Gleise, Weichen, Oberleitungen, Bahnhöfe und zusätzliche Barrierefreiheit. Für Pendlerinnen und Pendler bedeutet das über Monate längere Fahrzeiten und umfangreichen Ersatzverkehr mit rund 200 Bussen. Ziel der Vollsperrung ist es, die hochbelastete Strecke künftig verlässlicher zu machen und Einschränkungen durch Baustellen bei Bahnreisen auf Jahre zu vermeiden.
Rheinische Post
Die Bruttostundenlöhne in Deutschland sind im zweiten Halbjahr 2025 im Schnitt auf 25,88 Euro gestiegen, ein Plus von 3,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr, so das Nürnberger Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung. Besonders stark legte der Medianlohn zu, der um 5,2 Prozent wuchs, während hohe Einkommen nur um 3,7 Prozent zulegten. Damit hat sich die Lohnschere zwischen Topverdienenden und mittleren Einkommen etwas geschlossen. Auffällig ist die Entwicklung nach Qualifikation: Akademikerlöhne stagnierten nahezu, während Beschäftigte ohne Berufsabschluss von Mindestlohnerhöhungen deutlich profitierten. Das stärkt viele Erwerbstätige im Dienstleistungssektor, wirft aber neue Fragen zu Ausbildung, Fachkräftesicherung und langfristiger Produktivität auf.
Spiegel Online
Die deutschen Industrieaufträge stiegen im Dezember saisonbereinigt um 7,8 Prozent und im Jahresvergleich um 13 Prozent, meldet das Statistische Bundesamt. Inlandsaufträge wuchsen um 10,7 Prozent, Auslandsaufträge um 5,6 Prozent. Ohne Großaufträge läge der Zuwachs allerdings nur bei 0,9 Prozent. Besonders hohe Nachfrage verzeichneten Metallerzeugnisse, Maschinenbau sowie elektronische und optische Produkte. Analysten zeigten sich von der positiven Entwicklung überrascht, nachdem sie im Schnitt einen Rückgang von 2,2 Prozent erwartet hatten. Sie sehen darin ein Signal für eine mögliche Trendwende und eine Belebung der Industrieproduktion in den kommenden Monaten.
Spiegel Online
Am 4. und 5. März trifft sich das Handwerk in München zum Kongress „Zukunft Handwerk“ mit Fokus auf Fachkräfte, Nachfolge, KI und Nachhaltigkeit. Politische Debatten, Keynotes und Panels sollen strategische Fragen mit praktischen Impulsen für moderne Unternehmensführung verbinden. Besonderes Gewicht liegt auf Technologie als Entlastung im Betrieb und auf neuen Perspektiven für die nächste Generation von Führungskräften. Preisverleihungen, Netzwerkformate und vielfältige Rollenbilder sollen zeigen, wie das Handwerk seine wirtschaftliche Stärke mit gesellschaftlicher Verantwortung verbindet.
Handwerk
Wer Produkte als umweltfreundlich oder klimaneutral bewirbt, muss diese Aussagen künftig belegen können, ansonsten drohen Abmahnungen und Schadenersatz. Bundestag und Bundesrat haben ein Gesetz beschlossen, das irreführende Nachhaltigkeitswerbung deutlich schärfer sanktioniert und Verbraucherinnen und Verbraucher schützen soll. Auch Siegel dürfen nur noch verwendet werden, wenn sie auf anerkannten Zertifizierungssystemen oder staatlichen Vorgaben beruhen. Trotz Kritik an Bürokratie und knapper Übergangszeit gelten die neuen Regeln verbindlich ab dem 27. September 2026.
GVPraxis
Nach der Klinikreform von 2024 arbeitet Gesundheitsministerin Nina Warken bereits an einer Anpassung, die ihr Vorgänger Karl Lauterbach scharf kritisiert. Er warnt vor einer Verwässerung der Qualitätsstandards, die laut dem Wirtschaftsforschungsinstitut RWI jährlich bis zu neun Milliarden Euro an Einsparungen kosten und die Versorgung gefährden könnte. Kritisch gesehen werden vor allem Ausnahmen für Länder, flexible Qualitätskriterien und Kooperationen, die Spezialisierung eher bremsen als fördern. Während Lauterbach auf klare Strukturreformen setzt, spricht Warken von einer „praxistauglicheren Umsetzung”.
Spiegel Online
Mit einer neuen KI-Fabrik im Münchner Tucherpark nimmt die Deutsche Telekom ihr erstes speziell für Künstliche Intelligenz ausgebautes Rechenzentrum in Betrieb. Das mit SAP und Nvidia realisierte Projekt umfasst rund 10.000 Hochleistungsprozessoren, ist bereits zu mehr als einem Drittel ausgelastet und kostete etwa eine Milliarde Euro. Positioniert wird der Standort als sicherer KI-Hub für Industrie, kritische Infrastruktur und regulierte Bereiche, mit Datenhaltung ausschließlich in Deutschland. Energieeffizienz, Betrieb mit erneuerbaren Energien und die Nutzung von Abwärme fürs Quartier sollen zeigen, wie digitale Spitzenleistung und Nachhaltigkeit zusammenspielen können.
Zeit Online