Der Sinnersche Kreis als Ausgangspunkt
Martina Schäfer, Mitglied im Bundesverband hauswirtschaftlicher Berufe, bezeichnete den Sinnerschen Kreis als ihr Mantra. Das Modell beschreibt das Zusammenspiel von Temperatur, Einwirkzeit, Mechanik und Chemie – und macht deutlich, dass Reinigungserfolg nicht von einem einzelnen Produkt abhängt, sondern immer das Ergebnis eines abgestimmten Prozesses ist.
Malte Vollmer, Leiter Anwendungstechnik bei Buzil Werk Wagner, sah das genauso. Auch er dachte sofort an den Sinnerschen Kreis und fügte die menschliche Komponente hinzu: „Der Mitarbeitende, der die Chemie korrekt anwendet, ist mit das Wichtigste für Effizienz." Das beste Produkt verliere seine Wirkung, wenn es falsch eingesetzt wird. Deshalb entwickle Buzil neue Produkte von Beginn an mit Blick auf die Seite der Nutzenden.
Michael Zehnle, Vertriebsleiter und Prokurist der Vogt GmbH, brachte die Großhandelsperspektive ein. Effizienz bedeute für ihn, dass die Prozesse stimmen und dass Kundschaft sinnvoll beraten wird, bevor Fehler entstehen. „Häufig ist am Ende weniger mehr."
Das Hotel als Praxisbeispiel
Moderator Prof. Eilts brachte ein konkretes Beispiel aus dem Alltag. Immer mehr Hotelgäste verzichten gezielt auf die tägliche Reinigung. Klingt effizient, aber ist es das auch?
Schäfer sah es gelassen: Bei wenigen Tagen sei das kein Problem, der anfallende Schmutz überschaubar. Vollmer stimmte zu, wies aber darauf hin, dass Nasszellen eine Ausnahme sein könnten. Nach mehreren Tagen brauche es dort intensivere Reinigung, die mehr Zeit und Material koste. Zehnle formulierte die Konsequenz: Wenn der Reinigungsturnus sinkt, müssen Materialauswahl und Verfahren angepasst werden. Häufigkeit und Schmutzaufkommen bestimmen letztendlich die Methode.
Dosierung als unterschätztes Thema
Auch die Dosierung ist für alle Teil der Effizienz. Schäfer machte deutlich, dass Überdosierung ein verbreitetes Problem ist. Viele würden denken, viel hilft viel, aber das stimme nicht. Es schadet der Umwelt und verschleiße Material. Vollmer ergänzte, dass aber auch Unterdosierung problematisch sei. Die Antwort bei Buzil sei ein ausgeklügeltes Dosiersystem, das anwenderfreundlich sei, Prozesse vereinfache und Arbeitssicherheit garantiere.
Schäfer betonte am Ende noch einmal die menschliche Seite. Der Faktor Mensch sei in dieser Branche sehr wichtig. Regelmäßige Fortbildungen für alle seien notwendig. Darüber hinaus müssten die Erfahrungen der Mitarbeitenden aufgenommen und in unsere Prozesse eingearbeitet werden.
Und was müsste in fünf Jahren anders sein? Die Antworten aus der Runde waren knapp, aber klar: weniger Kostendruck, mehr Wertschätzung für die Branche, mehr Transparenz – und mehr Fachwissen auf allen Ebenen.