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aktuelle politische Entscheidungen, Neuigkeiten aus Unternehmen und andere spannende Themen
aktuelle politische Entscheidungen, Neuigkeiten aus Unternehmen und andere spannende Themen
Ein Urteil des Landgerichts Hannover stärkt selbstständige Frauen. Sogenannte „Betriebsausfallversicherungen“ müssen künftig auch zahlen, wenn die Inhaberin wegen Schwangerschaft, Fehlgeburt, Schwangerschaftsabbruch oder Mutterschutz ausfällt. Geklagt hatte eine Kosmetikerin, der die Police solche Ausfälle verweigern wollte. Das Gericht sah darin eine Diskriminierung nach dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz und sprach der Klägerin 6.000 Euro Schadenersatz zu. Versicherungen dürfen Schwangere also nicht länger benachteiligen, Ansprüche bestehen schon jetzt. Betroffene sollten ihre Versicherer anschreiben und ihre Ansprüche notfalls rechtlich durchsetzen, auch vor Eintritt einer Schwangerschaft.
Handwerk
Handwerkliche Teams werden heterogener, wodurch Konflikte mit diskriminierenden Aussagen leider zunehmen. Führungskräfte müssen daher klare Regeln und Werte vermitteln und sich nicht scheuen, einzuschreiten. Schweigen wirkt in solchen Fällen wie Zustimmung. Gespräche mit Betroffenen und Verursachern sind entscheidend, um Unterstützung zu bieten und Grenzen aufzuzeigen. Dabei sollte es immer um die konkreten Aussagen gehen und nicht um allgemeine politische oder gesellschaftliche Themen. Eine grundsätzlich offene Kommunikationskultur ermöglicht frühzeitiges Eingreifen und schützt Mitarbeitende schon im Vorfeld. Das Verhalten von Chefinnen und Chefs prägt die Teamatmosphäre und kann verhindern, dass Diskriminierung von den Beschäftigten toleriert wird.
Handwerk
Die geplante Arbeitszeitreform ersetzt den starren Acht-Stunden-Tag durch eine wöchentliche Obergrenze von 48 Stunden, diese allerdings gekoppelt an eine verpflichtende elektronische Zeiterfassung. Das neue Mutterschutzanpassungsgesetz gewährt Frauen nach einer Fehlgeburt gestaffelte Schutzfristen und Selbstbestimmung beim Wiedereinstieg. Mindestlohn und Minijob-Grenzen steigen, während Betriebsratswahlen und die Aktivrente zusätzliche organisatorische Aufgaben für Unternehmen bedeuten. Arbeitgeber müssen jetzt Gehaltsstrukturen anpassen, Zeiterfassungssysteme prüfen und Führungskräfte für sensible Situationen schulen. Insgesamt fordert 2026 von Firmen Flexibilität, Aufmerksamkeit für Compliance und die Integration sozialer Schutzregelungen.
Ad Hoc News
Millionen Deutsche müssen alte Papierführerscheine bis 2033 in das EU-einheitliche Scheckkartenformat umtauschen, gestaffelt nach Ausstellungsjahr. Die Fristen enden jeweils am 19. Januar. Aktuell sind Führerscheine dran, die zwischen 1999 und 2001 ausgestellt wurden. Wer die Frist verpasst, begeht eine Ordnungswidrigkeit, die Fahrerlaubnis an sich gilt jedoch weiterhin. Der Umtausch erfordert den Personalausweis, ein Foto und Gebühren zwischen 33 und 45 Euro. Sehtests werden zudem empfohlen. Der neue EU-Führerschein ist 15 Jahre gültig und soll den Fälschungsschutz verbessern sowie die Verwaltung erleichtern.
NDR
Zwei Urteile des Bundessozialgerichts aus dem letzten Jahr machen deutlich, dass der gesetzliche Unfallschutz nun auch in Pausenräumen und Sanitäranlagen gilt, wenn dort spezifische Betriebsgefahren bestehen, etwa nasse Böden oder fehlende Haltegriffe. Für Arbeitgeber bedeutet das, dass sie Sicherheitsvorkehrungen in allen betrieblich bereitgestellten Bereichen überprüfen und anpassen müssen. Reinigungspläne, Warnsysteme und Gefährdungsbeurteilungen sollten entsprechend aktualisiert werden, um Haftungsrisiken zu reduzieren.
Ad hoc News
Ab Januar ergeben sich für Unternehmen und Beschäftigte relevante Änderungen. Der gesetzliche Mindestlohn steigt auf 13,90 Euro, wodurch sich auch die Verdienstgrenze für Minijobs und die Mindestausbildungsvergütung erhöhen. Berufspendler profitieren von einer höheren steuerlichen Pauschale, während das Deutschlandticket auf 63 Euro im Monat steigt. Für Firmen mit Fuhrpark bleiben E-Autos bis 2030 von der Kfz-Steuer befreit, gleichzeitig erhöhen gestiegene CO2-Preise und Gasnetzentgelte voraussichtlich die Betriebskosten. Arbeitgeber müssen daher Lohnabrechnungen, Fahrtkostenzuschüsse und Energieplanung entsprechend anpassen.
Zeit Online
Über vier Millionen Haushalte beschäftigen eine Haushaltshilfe, doch nur rund 275.000 sind angemeldet. Das bedeutet, dass knapp 92 Prozent laut der Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft schwarzarbeiten. Viele sehen die Tätigkeit als Nachbarschaftshilfe, obwohl die regelmäßige Bezahlung offiziell gemeldet werden müsste. Hauptgründe sind die Verweigerung der Anmeldung durch die Beschäftigten selbst oder die Sorge der Haushalte vor Kosten. Diese ist jedoch laut Institut unbegründet, weil der Staat über Steuer- und Sozialabgabenregelungen Vergünstigungen gewährt.
IW Köln
Deutschland hat 2025 sein Klimaziel erreicht, der Rückgang der Treibhausgasemissionen fielmit 1,5 Prozent jedoch deutlich geringer aus als 2024. Dies zeigt eine Untersuchung der Denkfabrik Agora Energiewende. Solar- und Windkraft sorgten für Zuwächse bei der Stromerzeugung, Photovoltaik war erstmals die zweitgrößte Stromquelle. Gleichzeitig stiegen die Emissionen im Gebäude- und Verkehrssektor, vor allem durch höheren Heizöl- und Gasverbrauch. Trotz wachsender Verkäufe von Wärmepumpen und Elektroautos reicht das Tempo nicht, um die Ziele für 2030 zu erreichen. Agora Energiewende mahnt beschleunigte Genehmigungsverfahren, mehr Flächen für Windparks und stärkere Förderung klimafreundlicher Technologien an.
Stern
Die geplante „Mütterrente III“ im Rentenpaket 2025 sieht die vollständige Gleichstellung aller Kindererziehungszeiten vor. Eltern von vor 1992 geborenen Kindern erhalten künftig 2,5 Entgeltpunkte pro Kind statt bisher zwei, für alle ab 1992 geborenen Kinder bleiben es drei Punkte. In bestimmten Fällen, etwa bei Adoption oder Erziehung im Ausland, können zusätzlich sechs Monate angerechnet werden. Die Aufwertung der Erziehungszeiten erhöht automatisch die spätere monatliche Rente, etwa um rund 204 Euro bei zwei älteren Kindern, und wird auch für aktuelle Rentnerinnen und Rentner berücksichtigt. Die Auszahlung erfolgt schrittweise bis 2028, finanziert teils über Steuern. Kritik kommt wegen hoher Kosten, begrenztem Nutzen für bestimmte Gruppen und zusätzlichem Verwaltungsaufwand.
Merkur
Der Bundesgerichtshof hat Klauseln in fondsgebundenen Riester-Rentenversicherungen für unwirksam erklärt, die Versicherern einseitig erlauben, den Rentenfaktor zu senken, ohne ihn später wieder anzuheben. Im konkreten Fall betraf dies Verträge der Allianz, die zwischen Juni und November 2006 abgeschlossen wurden. Rund eine Million Verträge könnten betroffen sein. Versicherte sollten ihre Policen entsprechend prüfen und gegebenenfalls rechtliche Beratung einholen.
Zeit Online
Jörg Dittrich wurde einstimmig für weitere drei Jahre zum Präsidenten des Zentralverbands des Deutschen Handwerks wiedergewählt. In seiner zweiten Amtszeit will er laut Interview das Engagement des Ehrenamts stärken und sich für spürbare Reformen bei Energiepreisen, Sozialabgaben, Bürokratie und Investitionen einsetzen, um Handwerksbetrieben Planungssicherheit zu geben. Dittrich betont die Bedeutung von Geduld und Beharrlichkeit in der Selbstverwaltung und sieht die größten Herausforderungen in der digitalen Transformation, dem demografischen Wandel und der Sicherung fairer Rahmenbedingungen für die Betriebe.
Handwerk
Markus Miele, geschäftsführender Gesellschafter des Haushaltsgeräteherstellers Miele, hat Deutschland als Wirtschaftsstandort gegen aktuelle Kritik verteidigt. Er betont Vorteile wie die zentrale Lage, Rechtssicherheit und qualifizierte Arbeitskräfte. Trotz Produktionsverlagerungen nach Polen will das Unternehmen rund 500 Millionen Euro in Deutschland investieren. Miele lobt das Engagement seiner Mitarbeitenden, hält die Debatte über strukturelle Probleme der Wirtschaft für überzogen und kritisiert die wachsende Bürokratie, die die Staatsquote erhöhe und das System belaste.
Capital
In der Arbeitswelt zeichnet sich mit dem sogenannten „Revenge Quitting“ ein neuer Kündigungstrend ab. Dabei sorgen Beschäftigte gezielt für Unruhe, wenn sie ihr Unternehmen aus Frust oder Enttäuschung verlassen. Dies geschieht meist nach fehlender Anerkennung oder strukturellen Veränderungen. Konkret zeigt sich das in koordinierten Massenkündigungen, dem sofortigen Einlösen angesparter Urlaubstage oder dem Hinterlassen unerledigter Aufgaben. Laut Forbes erwarten 28 Prozent der US-Angestellten, dass solche Fälle in diesem Jahr an ihrem Arbeitsplatz auftreten, 17 Prozent haben bereits selbst so gehandelt. Fachleute sehen in der Entwicklung eine Reaktion auf einen Arbeitsmarkt mit vielen Alternativen sowie einen Weckruf für Unternehmen, ihre Arbeitsbedingungen zu verbessern.
T3N
Der klassische Scheck verliert in Deutschland zunehmend an Bedeutung und wird Ende 2027 nicht mehr von den Banken akzeptiert. Die Bundesbank schaltet dann die technische Infrastruktur ab. 2024 wurden Schecks nur noch knapp zwei Millionen Mal eingesetzt, ein Bruchteil aller bargeldlosen Zahlungen. Vor allem Behörden, Versicherungen oder Fondsgesellschaften nutzen ihn noch für besondere Zahlungen oder Sicherheitsleistungen. Echtzeitüberweisungen ersetzen künftig das Papierformat, das aufwendig geprüft werden muss und Betrugsrisiken birgt. Auslandsschecks und Travellerschecks bleiben vorerst weiter gültig.
Berliner Morgenpost
Seit Beginn des neuen Schuljahres klagen Schulleitungen in Bad Oldesloe über stark verschmutzte Klassenräume, Flure und vor allem Toiletten. Ein Gutachten des Gesundheitsamtes bestätigt „schwerwiegende hygienische Mängel“. Ursache sei der Wechsel des zuständigen Reinigungsunternehmens im Sommer, der zu Personalengpässen geführt hatte. Die Stadt will zwar am neuen Dienstleister festhalten, hat jedoch das Personal aufgestockt. Ein runder Tisch mit Eltern und Schulleitungen soll Mitte Dezember über Maßnahmen beraten und Einsicht in den Reinigungsvertrag geben.
NDR
Die Messe Karlsruhe zieht Besucherinnen und Besucher aus Branchen wie IT, Mobilität, Wein und Kunst an und erzeugt jährlich wirtschaftliche Effekte von rund 194 Millionen Euro im Umkreis von 50 Kilometern. Dies zeigt eine Studie des Deutschen Wirtschaftswissenschaftlichen Instituts für Fremdenverkehr. Ein großer Teil entfällt auf lokale Unternehmen, darunter auch Facility-Management-Dienste wie Reinigung, Sicherheit, Aufbau und Catering. Insgesamt hängen über 4.300 Vollzeitstellen an den Messeaktivitäten, davon 2.800 direkt in der Region. Die Studie zeigt, wie eng Messebetrieb, Logistik und Gebäudemanagement verzahnt sind, um Veranstaltungen reibungslos zu ermöglichen.
Wirtschaftskraft
Prof. Dr. Dr. Rolf Stober, Experte für das Kammersystem, wirft einen Blick auf 125 Jahre Selbstverwaltung im Handwerk und erklärt, warum die Kammern so wichtig sind. Im Gespräch hebt er hervor, dass sie als Mittler zwischen Staat und Wirtschaft fungieren, Betriebe entlasten und wirksam die Interessen des Handwerks in Politik und Gesetzgebung einbringen. Die Mitgliedschaft sei zwar Pflicht, ermögliche aber zugleich Mitgestaltung und Mitbestimmung. Stober sieht aktuelle Herausforderungen vor allem in Digitalisierung, der Vereinheitlichung von Verwaltungsprozessen und in einer stärkeren Position der Kammern auf EU-Ebene.
Handwerksblatt
Die gesetzlichen Krankenkassen erhöhen ihre Zusatzbeiträge ab diesem Monat auf durchschnittlich 2,9 Prozent, gleichzeitig steigt der Freibetrag für Betriebsrenten auf 197,75 Euro pro Monat. Online-Shopper profitieren ab dem 19. Dezember von einem verpflichtenden Widerrufsbutton, mit dem sich Verträge einfacher kündigen lassen. Im Bahnverkehr bringt der Fahrplanwechsel am 14. Dezember mehr ICE-Verbindungen, vor allem zwischen Berlin, Stuttgart, Hamburg und Frankfurt, bei weitgehend stabilen Preisen im Fernverkehr. Außerdem erlaubt ein neues Gesetz ab dem 1. Dezember das Fernsteuern von Fahrzeugen, etwa für Carsharing oder fahrerlose Taxis, im Rahmen einer fünfjährigen Testphase.
Focus online
Im Ernstfall, zum Beispiel im Spannungs- oder Verteidigungsfall, kann der Staat Unternehmen verpflichten, Personal, Infrastruktur oder Dienstleistungen bereitzustellen, besonders in kritischen Bereichen wie Energie, Lebensmittel, Wasser, Verkehr oder Telekommunikation. Beschäftigte können einberufen oder freigestellt werden, Verträge und Lieferverpflichtungen müssen auf Krisenfestigkeit geprüft werden. Unternehmen sollten ihre Ressourcen dokumentieren, Krisenpläne aktualisieren und Kontakte zu zuständigen Behörden aufbauen. Gesetze wie das Wirtschaftssicherstellungsgesetz oder das Bundesleistungsgesetz regeln die genauen Pflichten. Unternehmen sollten sich frühzeitig vorbereiten, um ihre Handlungsfähigkeit zu sichern und Risiken für Betriebsabläufe zu minimieren.
Prosecurity
Die „Taskforce Gebäudetechnik“, ein Zusammenschluss führender deutscher Handwerksverbände, verlangt klare, umsetzbare Vorgaben für den Gebäudebereich. Die Verbände betonen dabei den technologieoffenen Ausbau erneuerbarer Energien, einfache Förderstrategien, Digitalisierung, Bürokratieabbau und faire kommunale Wärmeplanung. Fachkräfteförderung, Ausbildung und Klimafolgenanpassung sollen demnach gestärkt werden, um Investitionen in effiziente, klimafreundliche Gebäudetechnik zu erleichtern.
Handwerksblatt
Stefanie und Katharina Hagleitner sprechen im Interview über ihre Zusammenarbeit als CEOs des österreichischen Hygieneunternehmens. Sie geben Einblicke in ihre Aufgabenverteilung, den Umgang mit Konflikten und ihre gemeinsame Strategie für die Unternehmensführung. Zudem erläutern sie die Expansionspläne auf dem deutschen Markt. Das begleitende Video zeigt die beiden Geschäftsführerinnen im Gespräch und verdeutlicht ihre persönliche Dynamik und Führungsphilosophie. Sie berichten zum Beispiel über ihren monatlichen „Geschwistertag“, an dem sie Berufliches und Privates intensiv besprechen können, und wie sie mit der schwächelnden Wirtschaft in Deutschland umgehen.
n-tv
Im Wettbewerb „Zusammen wachsen“ wurden 50 Projekte ausgezeichnet, die innovative Wege der Arbeitsmarktintegration internationaler Fach- und Arbeitskräfte zeigen. Dazu zählen Initiativen wie die „ReDI School of Digital Integration“ in Berlin für digitale Skills, „Porsche Aftersales Vocational Education“ in Stuttgart für praxisnahe Ausbildung, das Integrationsmentoring für ausländische Fachkräfte „SES“ in Bonn und „Come2Care“ für die Einarbeitung zugewanderter Pflegekräfte in Berlin. Weitere Beispiele sind das „Upcycling Atelier“ in Rostock und „START – Selbstbestimmte Teilhabe auf dem Arbeitsmarkt“ in Hannover. Gemeinsam ist allen die Förderung von Teilhabe und beruflichen Chancen sowie die erfolgreiche Integration in den Arbeitsmarkt.
Integration am Arbeitsmarkt
Die AustrianSkills 2025 in Salzburg kürten Staatsmeisterinnen und -meister in 48 Berufen vor über 2.500 Fans. Bei den „Independent Skills Championships“ ISCE erzielten die Teilnehmenden vier Medaillen in vier Disziplinen, darunter Gold für Steinmetzin Juliana Hain und Glasbautechniker Marcel Resch. Oberösterreich führt das Bundesländer-Ranking mit 13 Staatsmeistertiteln an, gefolgt von der Steiermark, Vorarlberg und Niederösterreich. Den Titel „Best of Austria“ sicherten sich die Gartengestalter Noah Knapp und Simon Berner aus Niederösterreich. Die Veranstaltung möchte die hohe Qualität der heimischen Berufsbildung unterstreichen und die Teilnehmenden auf internationale Wettbewerbe wie WorldSkills 2026 und EuroSkills 2027 vorbereiten.
WKO
Die Deutsche Post steht unter Beobachtung der Bundesnetzagentur wegen zahlreicher Beschwerden über verlorene, verspätete oder beschädigte Sendungen. Netzagentur-Chef Klaus Müller drohte Strafzahlungen an, falls sich der Service nicht verbessere. Gleichzeitig plant die Post ab 2027 eine deutliche Erhöhung des Briefportos, um Modernisierung und Investitionen zu finanzieren. Automatisierte Poststationen sollen Filialen zum Teil ersetzen, vor allem in Gemeinden, in denen sich der Filialbetrieb wirtschaftlich nicht trägt. Die Bundesnetzagentur prüft die Portoerhöhungen und beobachtet die Postleistungen weiterhin genau.
ZDF
Ab 2026 gilt in der Schweizer Reinigungsbranche ein Mindeststundenlohn von 21,40 Schweizer Franken brutto. Er liegt rund 34 Prozent höher als 2004 und ist Ergebnis einer langjährigen Kooperation zwischen Arbeitgebern und Gewerkschaften. Allpura-Präsident Jürg Brechbühl und Unia-Vertreterin Rita Schiavi betonen, dass gemeinsame Standards Dumpinglöhne verhindern und Kontrollen im Interesse aller seien. Die Allgemeinverbindlichkeit des Gesamtarbeitsvertrags sorge dafür, dass auch kleine Betriebe Mindestlöhne einhalten müssen. Herausforderungen bleiben dennoch, etwa wenig Akzeptanz für Tagesreinigung und Konkurrenz aus dem Ausland. Dennoch gilt der Vertrag als Erfolgsmodell mit stabiler Sozialpartnerschaft.
SRF
Aus rund 60 Einsendungen wurden zwölf Projekte für den Deutschen Betriebsrätepreis 2025 nominiert und am 6. November in Bonn ausgezeichnet. Gold ging an den Konzernbetriebsrat der Asklepios Kliniken Hamburg für das Projekt „#HaltzuGewalt“ zum Schutz der Beschäftigten vor Übergriffen. Silber erhielt der Gesamtbetriebsrat der SMS Group für ein neues Entgeltsystem und die Rückführung von 600 Mitarbeitenden in den Tarif. Bronze ging an den Konzernbetriebsrat von E.ON für umfassende Regelungen zu Arbeitszeit, Entgelt und Nebenleistungen. Mit Sonderpreisen ausgezeichnet wurden die Linde GmbH für Inklusion, AGCO Fendt für Öffentlichkeitsarbeit und die Erwin Hymer Group für den Einsatz von KI.
IG BAU
Ab 2026 sollen Unternehmen von Bürokratieabbau profitieren, unter anderem durch vereinfachte Stromsteuer und digitale Steuerbescheide. Der gesetzliche Mindestlohn steigt auf 13,90 Euro, Branchenmindestlöhne wie für Gerüstbauer werden ebenfalls angehoben. Das Schwarzarbeitsbekämpfungsgesetz sieht nächstes Jahr digitale Prüfungen vor, und die Pflicht zur Nachhaltigkeitsberichterstattung kommt für die meisten Unternehmen noch nicht zum Tragen. Zudem sollen Unternehmensgründungen schneller digital möglich und Vergabeverfahren vereinfacht werden. Im März findet wieder der Kongress „Zukunft Handwerk“ in München statt.
Handwerksblatt
Sich in 72 Metern Höhe an einem Kirchturm abseilen, ist nicht jedermanns Sache. Das merkt Reporter Erik schnell, als er den Berufskletterer Toni für die Reportage „PurPlus“ bei seinem Job begleitet. Nach Anbringung aller Sicherungen geht es zunächst in die Trainingshalle, dann an die Arbeit. Auf dem Kirchturm beeindruckt zwar die Aussicht, doch es geht in erster Linie darum, das Gebäude von außen auf Schäden zu untersuchen. Und es kann noch deutlich höher gehen, zum Fenster putzen an Hochhäusern oder bei der Instandhaltung von Windrädern zum Beispiel. Kletterer Toni berichtet im Video sogar von einem Einsatz in 300 Metern Höhe.
ZDF
Das Bundesarbeitsgericht hat entschieden, dass es keinen allgemeinen Regelwert für die Dauer einer Probezeit in befristeten Arbeitsverträgen gibt. Arbeitgeber und Arbeitnehmende müssen die Probezeit individuell festlegen, und zwar abhängig von Vertragsdauer und Tätigkeit. Im konkreten Fall beurteilte das Gericht eine viermonatige Probezeit bei einem einjährigen Vertrag als angemessen, da ein detaillierter Einarbeitungsplan vorlag. Eine Verkürzung der Probezeit ändert demnach ohnehin nichts an der gesetzlichen Wartezeit von sechs Monaten, in denen eine Kündigung ohne soziale Rechtfertigung möglich ist.
Südwestpresse
In Erfurt diskutierten letzte Woche rund 90 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie Anwendende aktuelle Erkenntnisse zu Multiresistenzen und Krankenhaushygiene. Trotz hoher Hygienestandards kommt es in Deutschland jährlich zu rund 400.000 bis 600.000 Krankenhausinfektionen. Thüringer Krankenhäuser setzen seit Jahren umfassende Präventionsmaßnahmen um und fördern den Austausch über aktuelle Forschungsergebnisse. Landesgesundheitsministerin Katharina Schenk betonte die Bedeutung eines konzertierten Vorgehens aller Gesundheitsinstitutionen. Langjährig etablierte Netzwerke und der seit 2011 stattfindende Hygiene-Workshop tragen demnach entscheidend dazu bei, Infektionen zu verhindern und die Patientensicherheit zu erhöhen.
Freistaat Thüringen
Mehr als zwei Millionen geleaste Jobräder sind aktuell in Deutschland im Einsatz. Auch in Stellenanzeigen wird das Dienstrad zunehmend attraktiver als Benefit, sogar deutlich häufiger als der Firmenwagen. Laut „Jobtensor“ lockten im August 2025 fast 18 Prozent der Stellenanzeigen mit einem Jobrad, während nur vier Prozent einen Dienstwagen boten. Mitarbeitende sparen dabei über Gehaltsumwandlung Steuern, können das Rad auch privat nutzen, und Arbeitgeber profitieren von gesunden, nachhaltigen Mobilitätslösungen sowie eingesparten Stellplätzen. Auch das Deutschlandticket gewinnt als Zuschuss an Bedeutung, mit steigender Nennung in Stellenanzeigen.
Handwerk
Anlässlich des „Tags der Putzfrau“ am 8. November macht Reinigungskraft Denise Wendlandt aus Leipzig deutlich, dass der Begriff „Putzfrau” überholt sei. Die Arbeit erfordere schließlich Fachkenntnisse, Empathie und persönliche Betreuung der Kundschaft. Wendlandt unterstützt ältere oder gesundheitlich eingeschränkte Menschen im Haushalt, vom Staubsaugen bis zur Gartenarbeit, und schätzt flexible Arbeitszeiten. Viele Kundinnen und Kunden profitieren demnach nicht nur von der Reinigung, sondern auch vom persönlichen Austausch. Auch die Gewerkschaften fordern mehr Wertschätzung, bessere Arbeitsbedingungen und Sichtbarkeit für Reinigungskräfte in der Branche.
MDR
Handwerksbetriebe sollten sich gegen existenzielle Risiken wie Personen- und Sachschäden absichern. Die Betriebshaftpflicht ist dafür besonders wichtig, ergänzend werden Einnahmen, Maschinen und Lagerbestände durch Betriebsunterbrechungs- und Betriebsinhaltsversicherungen geschützt. Eine Cyberversicherung sichert zudem digitale Risiken wie Ransomware und Datenverlust ab. Für Betriebe mit eigener Immobilie empfiehlt sich die Betriebsgebäudeversicherung, idealerweise inklusive Elementarschaden. Gründerinnen und Gründer starten am besten mit der Betriebshaftpflicht und bauen den Schutz schrittweise aus.
Handwerk
Weihnachtsfeiern sind ein beliebtes Highlight für die Belegschaft, bergen für Arbeitgeber aber steuerliche, arbeits- und haftungsrechtliche Risiken. Bis zu 110 Euro pro Mitarbeiter und Veranstaltung sind steuerfrei, Kosten für Begleitpersonen müssen einzeln zugeordnet werden. Die Freiwilligkeit sollte klar kommuniziert werden, um Ansprüche der Beschäftigten auf eine solche Veranstaltung aus „betrieblicher Übung“ zu vermeiden. Der gesetzliche Unfallversicherungsschutz greift nur bei offiziellen Events. Eine frühzeitige Planung und möglicherweise eine Pauschalversteuerung können bei einer rechtlich sauberen Umsetzung helfen.
Gastgewerbe Magazin
Im November treten neue Regeln für Kleinkredite und „Buy now – pay later“-Angebote in Kraft: Banken müssen die Kreditwürdigkeit prüfen und Verbraucher umfassender informieren. Kfz-Versicherte können noch bis 1. Dezember wechseln, wenn Beitragserhöhungen anstehen. Arbeitgeber und Arbeitnehmer können ab November den Lohnsteuer-Freibetrag beantragen und so mehr Nettogehalt erhalten. Das ZDF stellt die SD-Ausstrahlung ein, Spotify erhöht die Premium-Preise, und RyanAir wechselt auf digitale Check-ins via App. LinkedIn nutzt seine Nutzerdaten künftig für KI-Training – wer das nicht will, muss aktiv widersprechen.
RBB24
Wer eine Abmahnung erhält, fragt sich oft, wann der Eintrag aus der Personalakte verschwindet, denn gesetzlich ist das nicht klar geregelt. Leichte Verstöße, wie einmaliges Zuspätkommen, sollten zwar gelöscht werden. Das passiert aber nicht automatisch, sondern es muss ein Löschungsantrag beim Arbeitgeber gestellt werden. Schwerwiegende Verstöße bleiben dagegen oft vermerkt. Eine unberechtigte Abmahnung allerdings kann später sogar die Wirksamkeit einer Kündigung beeinflussen. Nach dem Ende eines Arbeitsverhältnisses können Ex-Mitarbeitende die Löschung aus datenschutzrechtlichen Gründen beantragen, doch der Arbeitgeber muss dem nicht zwingend folgen.
Logistik Heute
Handwerksbetriebe profitieren von der Beschäftigung von Menschen mit Behinderung, wenn Aufgaben und Stärken gezielt genutzt werden. Beispiele aus Betrieben wie SKM in Isernhagen oder der Schreinerei Protze zeigen, dass Mitarbeitende mit Handicap besonders motiviert, loyal und leistungsfähig sein können. Praktika und individuelle Einarbeitung helfen, den passenden Einsatzbereich zu finden, während strukturierte Kommunikation und ein fester Ansprechpartner entscheidend für den Erfolg sind. Unterstützt werden Unternehmen durch Förderprogramme, Lohnzuschüsse und Beratung über Integrationsämter, Agenturen für Arbeit oder spezialisierte Ansprechstellen.
Handwerk
Das Landesarbeitsgericht Niedersachsen bestätigte die fristlose Kündigung eines Arbeitnehmers. Dieser hatte seinen Vorgesetzten während der Arbeitszeit handgreiflich weggestoßen, nachdem er beim privaten Handygebrauch ertappt worden war. Das Gericht sah keine Provokation durch den Gruppenleiter und wertete die leichten Berührungen als schwerwiegende Pflichtverletzung. Eine vorherige Abmahnung war nicht erforderlich. Das Urteil unterstreicht: Handgreiflichkeiten am Arbeitsplatz werden strikt geahndet, auch wenn keine körperlichen Verletzungen entstehen.
Aachener Zeitung
In zehn Bundesländern können Handwerksmeister bei Gründung, Übernahme oder Beteiligung an Betrieben von der Meistergründungsprämie profitieren, mit Förderungen zwischen 2.500 und 25.000 Euro. Besonders hohe Zuschüsse bieten Berlin mit bis 25.000 Euro und Brandenburg mit bis zu 19.000 Euro, während andere Länder wie Baden-Württemberg oder Niedersachsen zwischen 7.500 und 10.000 Euro gewähren. Voraussetzung ist meist die Unternehmensgründung innerhalb von 24 Monaten nach der Meisterprüfung sowie die Schaffung von Arbeitsplätzen. NRW hat die Prämie seit Oktober 2025 wieder aktiviert, mit bis zu 16.000 € inklusive Bonus für frauenspezifische Berufe. Sechs Bundesländer zahlen derzeit keine volle Meistergründungsprämie, bieten aber kleinere Förderungen.
Handwerk
Dank eines milliardenschweren Bundeszuschusses sollen die Stromnetzentgelte zum Jahreswechsel laut Verivox durchschnittlich um 16 Prozent sinken. Für einen Drei-Personen-Haushalt mit 4.000 Kilowattstunden Verbrauch bedeutet das eine Entlastung von rund 82 Euro brutto, wobei regionale Unterschiede bestehen: Berlin und Brandenburg profitieren mit 23 Prozent, Bremen nur mit 8 Prozent. Der Strompreis reduziert sich rechnerisch auf 32,33 Cent pro Kilowattstunde. Im Gegenzug steigen die Gasnetzentgelte voraussichtlich um rund 11 Prozent, was Mehrkosten von etwa 61 Euro für eine Familie mit 20.000 Kilowattstunden verursacht. Gleichzeitig entfällt ab 2026 die Gasspeicherumlage, wodurch der Effekt auf private Haushalte teilweise ausgeglichen wird.
Süddeutsche Zeitung
Eine erfolgreiche Unternehmensnachfolge erfordert nicht nur juristische Klarheit. Gelebte Führung, tragfähige Unternehmenskultur und eine Orientierung am Gemeinwohl sind entscheidend. Rollen und Entscheidungswege sollten frühzeitig definiert und Mitarbeitende Schritt für Schritt in die Verantwortung eingebunden werden. Außerdem stärkt Gemeinwohlorientierung die Attraktivität des Betriebs für Nachfolgende und stärkt Vertrauen bei Beschäftigten und Investoren. Besonders in Handwerksbetrieben sichern diese Faktoren die Zukunftsfähigkeit und sorgen dafür, dass das Unternehmen auch nach der Übergabe stabil bleibt.
Business-Wissen
Das französische Startup „Genomines“ entwickelt ein alternatives Verfahren zur Nickelgewinnung für Batterien. Es basiert auf gentechnisch optimierten Pflanzen wie Sonnenblumen und Gänseblümchen. Diese „Hyperakkumulator“-Pflanzen nehmen Nickel aus dem Boden auf, das wiederum nach der Ernte aus der Asche extrahiert wird. Dieses sogenannte „Phytomining“ ist schneller, kostengünstiger und potenziell kohlenstoffneutral im Vergleich zum klassischen Bergbau. Namhafte Investoren wie Hyundai und Tata unterstützen das Projekt mit 45 Millionen US-Dollar. Ökologische Langzeitauswirkungen und kommerzielle Skalierung müssen noch geprüft werden aus, das Potenzial für nachhaltige Rohstoffversorgung ist jedoch hoch.
T3N
Nach zwei Jahren Verhandlungsstau gibt es im Gerüstbauer-Handwerk einen Lohntarifvertrag für rund 35.000 Beschäftigte. Ab November 2025 steigen die Ausbildungsvergütungen, und der Ecklohn erhöht sich in zwei Stufen auf bis zu 20,10 Euro. Ab 2026 gilt ein Mindestlohn von 14,35 Euro, ab 2027 von 14,90 Euro. Neu eingeführt wird ein tarifliches Sommerausfallgeld bei extremer Hitze, zusätzlich steigt die Zusatzrente um zehn Prozent. Arbeitgeber und die Gewerkschaft IG BAU bewerten den Abschluss als wichtigen Schritt zur Fachkräftegewinnung und Attraktivitätssteigerung des Handwerks.
Handwerksblatt
Wenn Beschäftigte ihr krankes Kind betreuen müssen, gilt es rechtlich als unzumutbar, gleichzeitig Arbeitsleistung zu erbringen. Der Arbeitgeber muss frühzeitig informiert werden, idealerweise mit ärztlichem Nachweis. Eine Lohnfortzahlung nach dem BGB besteht meist bis fünf Tage, danach übernimmt die gesetzliche Krankenkasse. Bei privatversicherten Kindern entfällt der Anspruch. Klare interne Regelungen sind sinnvoll, denn sie sorgen für Transparenz, entlasten Mitarbeitende und sichern den Betriebsablauf.
Handelsblatt